Grüne Klagenfurt

Ist Radfahren in ‚Ordnung‘?

Der Club der Grünen im Klagenfurter Gemeinderat stellt seine Position zum Thema Radfahren in Klagenfurt zum wiederholten Male in die Sicht der Öffentlichkeit. Die oberste Forderung bzw. Vorgabe im Parteiprogramm der Grünen Klagenfurt ist: „Vorrang für Bus und Rad“. Legale Möglichkeiten für das „Freizeitradeln“ sind unabdingbar.

„Zu einem klaren Bekenntnis ‚pro Radfahren‘ der Stadt Klagenfurt, gehört natürlich mehr, als ein paar, an manchen Stellen sogar äußerst fragwürdige, Bodenmarkierungen. Hier ist ein deutlicher Mangel an Entscheidungsschwäche der Verantwortlichen zu verorten“ erklärt StR Frank Frey, selbst bekennender Alltagsradler. „Ich bin natürlich in der glücklichen Lage, meine Außentermine fast zur Gänze mit dem Rad wahrnehmen zu können, trockenes Wetter vorausgesetzt.“

Die aufkeimende Debatte um das, für viele Radbegeisterte leider, verbotene Radeln am Kreuzbergl, und in anderen Waldgebieten der Stadt, ist natürlich der Jahreszeit geschuldet. Wenn viele Menschen von den Naherholungsräumen angelockt werden, dann wird es schnell mal eng auf den Wanderwegen.

„Verbote sind keine Lösung und waren es noch nie“, so Frey weiter, „allerdings gibt es ein bestehendes Radfahr- und Reitverbot auf den besagten Wegen, da wurde nichts Neues erfunden. Zuwiderhandelnde Personen begehen hier eine Verwaltungsübertretung und sind demgemäß abzumahnen. Ich fände es toll, wenn wir eine legale Möglichkeit für das Freizeitradeln in Klagenfurts Waldgebieten schaffen könnten.“

„Radfahren ist Grün, es ist feinstaub- und abgasfrei“, betont GRin Evelyn Schmid-Tarmann. „Immer mehr Klagenfurterinnen und Klagenfurter geben dem Rad gegenüber dem Auto den Vorzug. Grünes Credo ist: Wir wollen eine Stadt für Menschen und nicht für Autos. Leider verzerren ein paar rücksichtslose schwarze Schafe in unseren Parkanlagen und in der Fußgängerzone das Bild in der Öffentlichkeit, denn beim Radeln im Alltagsverkehr rücksichtsvoll gegenüber anderen VerkehrsteilnehmerInnen zu sein, lernt schon jedes Kind. Die StVO ist Gesetz, ihre Einhaltung muss von der Polizei - keinesfalls vom Ordnungsamt - überwacht werden.“

„Die Stadt ist ein Begegnungsraum, ganz wichtig sind die Parks und öffentlichen Plätze.“ GR Elias Molitschnig, Stadtplanungsexperte der Grünen im Gemeinderat, verweist auf Städte wie Kopenhagen, die schon vor Jahrzehnten das Potential des Radfahrens erkannt und dementsprechend gefördert und entwickelt haben. „Mir persönlich wäre eine Lösung die allen Beteiligten gerecht wird am willkommensten. Ich könnte mir vorstellen, dass wir in den Park- und Waldgebieten der Stadt eigene Trails den Bikerinnen widmen, wobei ich mir sehr wohl der etwas schwierig zu lösenden Rechtsfrage bewusst bin. Was, wenn ein Mountain-Biker auf einem, von der Stadt genehmigten, Weg verunfallt? Ist dann die Stadt haftbar zu machen? Die Lückenlosigkeit vieler, touristisch reizvoller, Radwanderwege im gesamten Bundesgebiet scheitert genau an diesem Punkt. Gemeinschaft ist eben nur möglich, wenn alle die Selbstverantwortung verinnerlicht haben“, überlegt Molitschnig. „Wir haben schon vor geraumer Zeit eine/n Radfahrbeauftragte/n für Klagenfurt eingefordert, der/die wäre dann auch die richtige Anlaufstelle für Beschwerden und kann auch die Lösungskompetenz für die hier gestellten Fragen entwickeln.“

GRin Andrea Wulz bringt noch einen weiteren Aspekt in die Überlegungen ein. „Die Ausbildung der Organe des Ordnungsamtes sollte auch und vor allem auf die Aufklärungsarbeit fokussiert sein. Es bringt wesentlich mehr, wenn die Menschen erkennen was sie falsch machen oder gemacht haben, als sie abzustrafen. Schusstraining mit Pfefferspraypistolen ist bei Weitem zu wenig. De-Eskalation, sensibles und wertschätzendes „Ordnungshüten“, das erwarte ich mir von VertreterInnen des Gesetzes. Schließlich haben sie es ja nicht mit Verbrechern zu tun sondern stehen im Dienste der BürgerInnen von Klagenfurt.“

„Ausbildung ist nicht nur ein Thema für die Angestellten des Ordnungsamtes“, fügt GRin Margit Motschiunig hinzu „denn richtiges Verhalten im Straßenverkehr ist schon im Vorschulbereich ein essentieller Bestandteil der Erziehung. Die beste Versicherung ist die Vorsicht. Kinder sind mit Abstand die „schwächsten“ VerkehrsteilnehmerInnen und die am meisten Gefährdeten. Allerdings auch die Vorbildlichsten, was wir vor allem der einfühlsamen und vertrauensbildenden Verkehrserziehung, die unsere ExekutivbeamtInnen schulbegleitend durchführen, verdanken. Wenn nun auch noch die Älteren und Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, dann sind vielleicht die Horrorgeschichten von den rücksichtslosen VerkehrsteilnehmerInnen alsbald Geschichte.“

Veröffentlicht am 05.06.2018 um 11:33
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