Grüne Klagenfurt

Kein „Grünes Licht“ für die Tiefgarage am Benediktinerplatz

Das Bauvorhaben Tiefgarage und „Vitaneum“ birgt nach wie vor Probleme. „Es wurde zu wenig an die Betroffenen und die Folgen gedacht“, zeigt Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann auf. Für die Zu- und Abfahrt der Tiefgarage verlangt sie: „Zurück an den Start!“

„Auch wenn die ursprünglich vorgesehenen größten Eingriffe in das Herz von Klagenfurt, den Benediktinermarkt (*1), vor allem durch unseren Grünen Widerstand verhindert wurden, so ist noch immer einiges zu bemängeln“, meldet sich heute Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann zu Wort.

Die Grünen, die sich aufgrund des Baues einer dreigeschoßigen Tiefgarage gegen das Gesamtprojekt in der Lichtenfelsgasse ausgesprochen haben, unterstreichen einmal mehr ihre Position: „Mehr Parkplätze ziehen automatisch mehr Verkehr an. Wir stehen für eine moderne Städteplanung, die in die entgegengesetzte Richtung geht: Keine neuen Tiefgaragen, stattdessen mehr Öffis, mehr Fahrräder, mehr Lebensqualität. Eine Stadt für Menschen und nicht für Autos!“

Ein Problem, auf das die Grünen beim Bauvorhaben schon mehrmals hingewiesen haben, stellt die geplante Auf- und Abfahrt der Tiefgarage, die in der Dr.-Herrmann-Gasse erfolgen soll, dar: „Diese Zufahrtsrampe durchschneidet den Benediktinerplatz und hat mit einer behutsamen Stadtplanung nichts zu tun. Unsere Forderung: Zufahrt über die Kolpinggasse in die Lichtenfelsgasse, Ausfahrt über die Paulitschgasse zur 10. Oktober-Straße. So ist es auch während der Baustelle vorgesehen. Warum wurde es also nicht generell so geplant? Dieses Thema muss dringend nochmals aufgerollt werden!“

Ungelöst sei auch die Situation der Marktstandler, mit denen Schmid-Tarmann in den letzten Tagen viele Gespräche geführt hat. „Einige Fieranten sind ratlos und verärgert. Sie brauchen ihre Fahrzeuge und wissen, was mit den mehrjährigen Bauarbeiten auf sie zukommen wird: Behinderungen, Lärm, Staub und Verkaufseinbußen. Sie bezweifeln auch, dass sich ihre Situation in Bezug auf das Abstellen ihrer Lieferwagen nach Fertigstellung der Tiefgarage verbessern wird“, berichtet die Grüne Wirtschaftssprecherin.

In einem Jahr steht auch die Schließung der denkmalgeschützten Benediktinerschule an. „Noch offen ist die Nachnutzung des strategisch wertvoll gelegenen Gebäudes. Bestreben der Stadt muss es sein, dieses Gebäude weiter selbst zu nutzen. Es gibt genügend Bedarf“, betont Schmid-Tarmann. (*2

1 Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann deckte 2008 die damaligen Pläne auf, eine Tiefgarage direkt unter dem Markt zu errichten, was den Marktbetrieb auf Jahre unmöglich gemacht hätte. Zudem hätte die Westhalle abgerissen werden sollen, in welcher die beiden Traditionsunternehmen Fleischerei Stromberger und Café Fahrnberger untergebracht sind. Auch der westliche Teil der Südhalle hätte geschleift werden sollen, womit der spezielle Charakter des Marktes zerstört worden wäre. Der Unmut der Klagenfurter Bevölkerung, „ihren“ Markt zu verlieren, war damals so groß, dass er mit dazu beitrug, dass der ehemalige Bürgermeister Scheucher die Wiederwahl nicht schaffte.
2 Am 29.11.2016 brachte Schmid-Tarmann einen Antrag zur Nachnutzung der Benediktinerschule ein – (...) dass in der Reformpartnerschaft unter Beiziehung maßgeblicher Fachabteilungen (Kultur, Wirtschaft und Tourismus, Finanzen, Stadtplanung, ...) Nachnutzungsmöglichkeiten ausgelotet werden – mit dem Ziel der weiteren öffentlichen Nutzung dieser stadteigenen Immobilie durch die Landeshauptstadt Klagenfurt. Vorstellbar wären: das lange geplante Stadtmuseum, ein „Haus der Begegnung“ mit Stadtbibliothek, Mediathek und Vortragssälen, ein Kongresshaus o.ä.
Veröffentlicht am 06.09.2017 um 18:29

Mehr von Evelyn Schmid-Tarmann »