Grüne Klagenfurt

Kunstkatalog für „500 Jahre Klagenfurt

Viele Kunstinteressierte vermissen einen Katalog zur Jubiläumsausstellung „Klagenfurt 500 – eine Stadt im Bild“. Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann: „Da es sich bei der Schausammlung auch um Leihgaben handelt, wäre es wichtig, alle Werke in einem Katalog aufzulisten – als Zeit- und Erinnerungsdokument an das Jubiläumsjahr.“ 

Seit 25. Jänner läuft in der Alpen-Adria-Galerie die erfolgreiche Ausstellung „Klagenfurt 500 – Eine Stadt im Bild“, mit welcher der Veranstaltungsreigen des Jubiläumsjahres* begonnen hat. „Bei dieser Ausstellung handelt es sich um rund 150 Bilder mit Motiven von Klagenfurt von KünstlerInnen der letzten 200 Jahre. Die Darstellungen haben künstlerischen wie zeitdokumentarischen Wert. Rund 70 Prozent der Werke entstammen der stadteigenen Kunstsammlung, ergänzt wird durch private und öffentliche Leihgaben. Zu sehen sind auch Lithografien und Kupferstiche mit Ansichten von Klagenfurt“, fasst Schmid-Tarmann zusammen.

Unverständlicher Weise gibt es nicht einmal ein Plakat zur Ausstellung und mehrmals schon hat die Mandatarin das Fehlen eines Kunstkataloges zur Ausstellung thematisiert: „Angeblich scheitert es an den Kosten, was ich nicht verstehen kann. Schließlich sind für das Jubiläum insgesamt 785.000 Euro veranschlagt. Da dürfte eine fotodokumentarische Archivierung der Kunstwerke, die durch ExpertInnen der Stadt selbst vorgenommen werden könnten, wohl drin sein. Die Druckkosten werden auf 10.000 Euro geschätzt. Mit Sponsoring könnte man die Kosten niedrig halten. Ein Kunstkatalog mit Klagenfurter Ansichten wäre auch kommerziell erfolgreich, gehört er doch eigentlich in jeden Haushalt und eignet sich auch wunderbar als Gastgeschenk.“

Für Schmid-Tarmann ist der Spargedanke nicht nachvollziehbar: „Für den zweistündigen Perchtenlauf werden vergleichsweise jedes Jahr mehr als 30.000 Euro aufgebracht – ein Spektakel ohne Nachhaltigkeit. Demgegenüber handelt es sich bei dem geforderten Kunstkatalog um ein wichtiges Zeitdokument, das Hinweise auf die Biografien der KünstlerInnen und ihren Bezug zu Klagenfurt im historischen Kontext zur jeweiligen Epoche liefert.“ Die Ausstellung läuft noch bis 22. April 2018. „Es wäre also noch ausreichend Zeit, einen Ausstellungskatalog zu erstellen. Da es sich um eine Schausammlung mit Leihgaben handelt, deren Werke in dieser Zusammensetzung sobald nicht wieder gemeinsam zu sehen sein werden, wäre ein  Kunstkatalog mit Ansichten von Klagenfurt ein wichtiges Zeitdokument und nachhaltiges Erinnerungsobjekt an das Jubiläumsjahr Klagenfurt 500“, so Schmid-Tarmann, die nächste Woche einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat einbringen wird.

*1518 kam es zur Schenkung der durch einen Brand völlig zerstörten Stadt Klagenfurt durch den damaligen Kaiser Maximilian I. an die Landstände.

500 Jahre Klagenfurt: Kaiser-Maximilian-Dukaten nachprägen

Anlässlich des bevorstehenden 500-Jahr-Jubiläums der Sponheimerstadt Klagenfurt (1518-2018) fordert Grünen-Gemeinderat Reinhold Gasper in einem Antrag eine Nachprägung des Kaiser-Maximilian-Dukatens von 1518. Gasper schlägt vor, den silbernen Vierfach-Dukaten, der im Besitz der Stadt ist, mit dem Portrait von Kaiser Maximilian auf der Vorderseite und mit dem Österreich-, Landstand-, Kärntner-, Steirer- und Krainer-Wappen auf der Rückseite nachzuprägen und als hohe Ehrengabe an verdienstvolle Persönlichkeiten, Vereine, Institutionen usw. zu verleihen.

„Der Dukaten wurde im Jahre 1518, dem Jahr der Schenkung der Sponheimerstadt durch Kaiser Maximilian an die Landesstände, geprägt“, erklärt der Hobby-Historiker. „Interessant ist außerdem, dass der Dukaten noch in der Münzstätte St. Veit an der Glan, der alten Herzog- und Hauptstadt von Kärnten, geprägt wurde.“

Mehr zu "500 Jahre Klagenfurt": http://klagenfurt.gruene.at/500-Jahre-Klagenfurt-Vorbereitungen-sollen-noch-heuer-beginnen

Foto von der Vorderseite des Dukaten mit dem Portrait von Kaiser Maximilian I.
Fotohinweis: Kunsthistorisches Museum

Neuer Anlauf für Erinnerung an NS-Opfer

Neue Landesregierung, neue Gedenkkultur: „Endlich besteht die Möglichkeit, sich der ermordeten Landtags- und Nationalratsabgeordneten in Form einer Gedenkstätte, z.B. einer Gedenktafel, im Eingangsbereich der Landesregierung (Arnulfplatz 1) zu erinnern“, so Gemeinderat Reinhold Gasper, der in der Vergangenheit schon mehrmals einen Anlauf gestartet hat. „Seit ca. 15 Jahren bemühe ich mich um das Erinnern an die Opfer. Ich war bei den Landeshauptleuten Haider, Zernatto und wieder Haider – es gab nur nichtssagende Versprechungen. Anträge wurden als lächerlich abgetan und schubladisiert.“ 

Obwohl vier Abwehrkämpfer darunter waren, hat auch der Abwehrkämpferbund keinen Finger gerührt, kritisiert Gasper. „Vier Sozialdemokraten – Anton Falle, Peter Melcher, Franz Aschgan und Franz Swoboda – ließen im KZ Dachau ihr Leben. Dr. Fritz Dörflinger wurde nach dem Krieg von Tito-Partisanen entführt und ermordet“, erinnert der Hobby-Historiker, der drei weitere Persönlichkeiten auf seiner Liste hat: „NR-Abgeordneter Karl Krumpl, der in Stein an der Donau hingerichtet wurde sowie zwei Beamte: Hermann Estoque, Bezirkshauptmann von Völkermarkt, und Wengerl, Expositurleiter von Feldkirchen, die beide im KZ Dachau gestorben sind. Bedauerlicherweise haben sich die Sozialdemokraten, obwohl sie jahrzehntelang die absolute Mehrheit hatten, nicht sichtbar an ihre ermordeten Genossen erinnert.“ Das Burgenland ist im Gegensatz zu Kärnten übrigens vorbildlich in der Erinnerung an ihre NS-Opfer: „Dort gibt es Gedenktafeln am Landhaus“, lobt der Grün-Mandatar.

Gasper weiter: „Die neue Landesregierung hat nun die Chance, auch in Kärnten tätig zu werden. In zwei Jahren gedenken wir nämlich 70 Jahre Kriegsende“, macht der Gemeinderat aufmerksam. Er möchte seine gesammelten Unterlagen demnächst LH Peter Kaiser übergeben. „Das Landesarchiv ist aufgerufen, die Angaben zu prüfen und eventuell eine Richtigstellung und Ergänzung vorzunehmen.“ 

Am Foto (siehe oben) ist der Eingangsbereich der Kärntner Landesregierung zu sehen (Fotohinweis: Reinhold Gasper).

500 Jahre Klagenfurt: Vorbereitungen sollen noch heuer beginnen

In fünf Jahren ist es so weit: Da begeht die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee ihr 500-Jahr-Jubiläum (1518-2018)!  „Klagenfurt war ein Geschenk von Kaiser Maximilian an die Kärntner Landstände. Keine andere Landeshauptstadt ist auf diese Art und Weise zur Landeshauptstadt geworden“, weist Grünen-Gemeinderat Reinhold Gasper auf Klagenfurts Sonderstellung hin.

Der Hobby-Historiker fordert Stadt und Land dazu auf, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, um die bevorstehende 500-Jahr-Feier würdig zu gestalten. „Mit den Vorarbeiten soll noch heuer begonnen werden“, wünscht sich Gasper, der im Rahmen der Feierlichkeiten auch eine Landesausstellung sowie im Vorfeld das Installieren einer Schaltstelle sowie eines/r Koordinator/in vorschlägt, wo Ideen aus der Bevölkerung entgegen genommen werden können. Weiters kann sich der Gemeinderat eine eigene Briefmarke zu „500 Jahre Klagenfurt“ Klagenfurt vorstellen. „Anzustreben wäre außerdem eine finanzielle Beteiligung des Bundes sowie von privaten Sponsoren.“

Als bleibende Erinnerung befürwortet der Gemeinderat die Errichtung eines Denkmals in der Innenstadt – ähnlich der Kaiserstatue in Cormons –, welches an die einzigartige Entstehung der Landeshauptstadt erinnern soll. Wichtig ist Gasper, dass Vereine mit dem nötigen Know-How (Geschichtsverein, Landesarchiv, naturwissenschaftlicher Verein usw.) mit eingebunden werden.

Gasper: „Ich bringe diesen Antrag rechtzeitig – in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch – ein, damit für die Planung einer würdigen Feier inklusive Landesausstellung genügend Zeit bleibt. Mein Vorschlag vor etwa zehn Jahren, dass sich Klagenfurt anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums als Kulturhauptstadt bewerben soll, wurde leider nicht in Angriff genommen“, bedauert der Hobby-Historiker das Desinteresse und die vertane Chance. Beim 500-Jahr-Jubiläum will der Gemeinderat nicht so einfach locker lassen: „Es gilt, die Versäumnisse der Vergangenheit nicht zu wiederholen. So wurde die 800. Wiederkehr der erstmaligen urkundlichen Nennung der Kärntner Landeshauptstadt trotz interessanter Anträge von mir nur unzureichend bedacht. Kein Gedenkstein erinnert daran, lediglich ein Buch und die Inschrift ,in foro Chlagenuurt` im  Gemeinderatssaal.“ 

Foto aus dem Wappensaal im Landhaus, Stirnseite
Fotohinweis: Reinhold Gasper 
Bildtext: Symbolische Übergabe des Gabbriefes der Stadt Klagenfurt an die Abgesandten des Landes Kärntens durch Kaiser Maximilian I.

„Ratsch Tresl“-Büste soll am Benediktinermarkt aufgestellt werden

Im Zuge der Sanierung des Benediktinermarktes fordert Grünen-Gemeinderat Reinhold Gasper die Aufstellung der „Ratsch Tresl“-Büste. „Die Büste wurde vom berühmten Klagenfurter Künstler Josef Kassin zur Erinnerung an die bekannte Marktfrau geschaffen“, erzählt Gasper, der die Büste 1991 bei der Familie Felderer entdeckte und 1992 einen Antrag auf Abguss und Aufstellung einbrachte. Die Kulturabteilung unter dem damaligen Stadtrat Canori gab den Auftrag, einen Abguss und eine Säule mit Inschrift anzufertigen. „Doch leider stemmten sich einige Stadtpolitiker und Teile der Kaufmannschaft gegen die Aufstellung“, erzählt der Hobby-Historiker. Der Landhaushof wurde vom mittlerweile verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider als „Asyl-Standort“ angeboten. Es blieb jedoch bei der Idee.  

2005 hätte das fertige Denkmal anlässlich des 35-Jahr-Jubiläums der Fußgängerzone am Alter Platz aufgestellt werden sollen. „16 positive Artikel sind in den Medien erschienen, zur Nicht-Enthüllung gab es viel Prominenz und sogar einen Gesangsverein“, erzählt der Grün-Mandatar. „Eine Umfrage ergab dann, dass ihr Denkmal am Benediktinerplatz aufgestellt werden sollte.“ Schließlich stimmten auch Alt-Bürgermeister Scheucher und der ehemalige Vize-Bgm. Wiedenbauer für den Benediktinerplatz und der Stadtplanung wurde der Auftrag erteilt, einen geeigneten Standort für die Aufstellung der Büste zu suchen.
Gasper: „Der beste Platz ist bei der Säule in der Mitte des Benediktinerplatzes, wo auch die Marktfreiung angebracht ist. Um die Säule soll aus den alten Marmorrandsteinen eine Erhöhung errichtet werden, auf der das Denkmal aufgestellt werden kann.“

In der heutigen Gemeinderatssitzung bringt der Gemeinderat einen Antrag ein, dass die „komplett fertige Ratsch Tresl-Büste, wie schon 2005 geplant, am Benediktinerplatz aufgestellt wird.“

Weiters soll die derzeit wenig aussagekräftige Aufschrift zum besseren Verständnis wie ursprünglich geplant lauten:

Die Ratsch Tresl

Kuttnig Theresia

1839-1912

Klagenfurter Original

Kellnerin, Tabakarbeiterin

Lebensretterin, Wohltäterin

„Politiker-Beraterin“

30 Jahre Obst- und Gemüse-Standlerin

am Alten Platz

Suche nach Kriegsverbrechern auch in Kärntner Totenbüchern

Klagenfurt (19. Juni 2012) Nach der Aktion des Ministers Norbert Darabos schlägt Gemeinderat Reinhold Gasper vor sich diese auch in Kärnten zum Vorbild zu machen und die Kärntner Kriegstotenbücher mit ca. 24.000 Namen von Gefallenen genauer zu analysieren. Denn auch dort könnten gefallene Kärntner Kriegsverbrecher eingetragen sein, die zum Streichen wären. In Zuge dessen wären diese Namen auch von den Kriegsdenkmälern zu entfernen. Den gefallenen Opfern soll in Würde gedacht werden, jedoch nicht in Zusammenhang mit den Kriegsverbrechern. Die Totenbücher befinden sich in Kopie in der Krypta der Landesgedächtnisstätte am Kreuzbergl und im Original im Landesarchiv. Eine Überarbeitung wäre ein weiterer positiver Schritt zur Aufarbeitung der Kärntner Geschichte.