Grüne Klagenfurt

Neuner-Areal: eine grosse Chance für die Stadtentwicklung

GR DI Elias Molitschnig sieht in der Entwicklung und Neu-/Umgestaltung des Neuner-Areals eine architektonische Jahrhundertchance für Klagenfurt. Stadt muss weiter in die Zukunft gedacht werden. Reine „Schlaf-Siedlungen“ und Geschichtsauslöschung mit der Abrissbirne sind keine Optionen für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik.

„Die Stadtplaner stehen vor einer reizvollen, aber auch schwierigen Aufgabe“, stellt GR Elias Molitschnig fest. „ein historischer Ort, eine Besonderheit Klagenfurts,  das Areal der ehemaligen Lederfabrik Neuner, gilt es bestmöglich behutsam weiterzuentwickeln und mit Neuem zu verbinden. Die Stadt Klagenfurt hat, im Jahre ihres 500er Jubiläums, eine Jahrhundertchance, sich in die Architekturgeschichtsbücher Europas einzutragen. Ähnlich der ‚Butcher Area‘ (Kødbyen) Kopenhagens und dem Nordhavn-Viertel kann auch auf diesem, mehr als 6 Hektar großen, Areal ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Lokalitäten entstehen, der sich auch weiterhin als Besonderheit in diesem Stadtteil behaupten kann!“

„Hier ist Mut gefragt, von den Verantwortlichen und von den Stadtplanern“, so Molitschnig weiter „sonst droht uns wieder ein reiner Wohnpark mit dem die Identität des Ortes vollkommen ausgelöscht wird. Gesichtslose Wohnbauten formen keine Stadt, ein Beweis dafür sind diverse Neubauten. Reine Monostrukturen im privaten und gemeinnützigen Wohnbau sollen tunlichst vermieden und durch verschiedene Wohn- und Dienstleistungsnutzungen abgelöst werden. Speziell Erdgeschoßzonen sollen im direkten Übergang zum öffentlichen Raum mit Gemeinschafts-, Handels- und Dienstleistungsangeboten belebt werden. Die Stadt ist  weiterzudenken - was werden wir dort in Zukunft brauchen, wie kann die vorhandene, besondere Baustruktur weitergedacht werden? Welche Besonderheiten gibt es darüber hinaus?“

Beim Neuner-Areal würde sich die Einbindung des Glan-Flusses und Ausweitung in den Park im Norden der Liegenschaft anbieten. Welche Rahmenbedingungen muss die Stadt vorgeben damit ein abwechslungsreicher Stadtteil mit Aufenthaltsqualitäten entsteht? Welche Anreize von Seiten der Stadt braucht es, damit der Eigentümer mehr vom Bestand der Lederfabrik in seine zukünftigen Überlegungen aufnimmt?

„Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sind kein Freibrief für sämtliche Bebauungen, vielmehr sind sie ein wichtiges Steuerungsinstrument und sollen mit Bedacht auf das Gemeinwohl verhandelt und beschlossen werden“, konstatiert Molitschnig. „Ebenso dürfen, im Planungsverfahren, keinesfalls Teile der Liegenschaft separat behandelt werden, hier gilt es die gesamte Fläche im Rahmen eines mehrstufigen städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens zu entwickeln und in Abstimmung mit den Besitzern der Liegenschaft müssen ideale Rahmenbedingungen geknüpft werden. Und die Stadt ist verpflichtet, den bereits im Stadtentwicklungskonzept 2020 beschlossenen Gestaltungsbeirat einzuberufen!1

„Am Beginn meiner Amtszeit habe ich, als ersten Schritt, die Umweltabteilung der Stadt in Abstimmung mit der des Landes die weiteren Schritte prüfen lassen. Die, wie die Ergebnisse zeigten, notwendige Sanierung, mit der heuer begonnen wird, ist die Voraussetzung für die Neuplanung des Stadtteils. Wir können es als grünen Erfolg werten, dass hier endlich was weitergeht.“ stimmt Frank Frey zu. „Nicht nur weil es in mein Ressort fällt, bin ich ein Beschützer des Grünraums in der Stadt. Die Erhaltung des Raumes zwischen den Gebäuden ist genauso wichtig, wie die Schaffung von neuen Wohn- und Geschäftsflächen.“

1 Auszug STEK 2020: „Zur Sicherstellung hochwertiger städtebaulicher Konzepte und qualitativer Architektur sollen größere Bauvorhaben künftig von einer unabhängigen Expertengruppe geprüft werden. Seitens der Stadtplanung und der Baurechtsabteilung sind hierfür entsprechende Verfahrensbestimmungen zu entwickeln.“

Molitschnig: Kritik an Vorgehensweise bei ÖDK-Projekt

GR Molitschnig – Gestaltungsbeirat soll Bauvorhaben begleiten

Im Vorfeld des heutigen Runden Tisches zum Klagenfurter ÖDK-Gebäude meldet sich der Klagenfurter Grünen-Gemeinderat Elias Molitschnig mit Kritik an der geplanten Vorgehensweise zu Wort: „Das ÖDK-Projekt ist ein bedeutendes städteplanerisches Vorhaben unserer Landeshauptstadt, das an einer der wichtigsten Stadteinfahrten liegt. Umso wichtiger ist eine umsichtige und nachhaltige Planung“, so Molitschnig.

Die landschaftlichen Besonderheiten des Areals, der markante ÖDK-Bestand sowie die Einbeziehung des Bahnhof-West sollten daher dringend in eine städtebauliche Gesamtüberlegung einfließen. Dies sei bisher nicht passiert, erklärt Molitischnig: „Der Stadtteil im Westen Klagenfurts muss ganzheitlich betrachtet und entwickelt werden. Es reicht nicht, scheibchenweise Grundstücke abzuschneiden und diese einfach mit Wohnbauten zu verwerten“.

Kritik übt Molitschnig auch am Architektur-Wettbewerb für dieses Areal, der ohne Absprache mit der Architektenkammer ausgetragen wurde: „Die Kammer ist ein Garant für eine unabhängige Begleitung des Projekts, für eine unabhängige Jury und für ein faires und transparentes Verfahren. Es ist völlig unverständlich, dass man dieses Verfahren ohne die Kammer durchziehen möchte“. Molitschnig fordert daher eine Öffnung des Verfahrens, um das ÖDK-Areal in einem breiteren Kontext planen zu können: „Klagenfurt sollte mit diesem wichtigen Projekt einen städtebaulichen Mehrwert bekommen, von dem die Klagenfurter Bevölkerung auch wirklich profitiert“, so der Grünen-Gemeinderat.

Ein von den Grünen geforderter Gestaltungsbeirat solle auch das ÖDK-Projekt begleiten, so Molitschnig: „Wichtige Bauprojekte sollen städtebaulich und architektonisch von einem Gestaltungsbeirat begleitet werden, um für mehr Qualität und Planungssicherheit zu sorgen“.

Gestaltungsbeirat soll Bauvorhaben positiv begleiten

Wichtige innerstädtische Bauprojekte stehen kurz vor der Umsetzung. Gemeinderat Elias Molitschnig begrüßt u.a. die Aufwertung des Südens der Stadt und pocht auf die Installierung eines Gestaltungsbeirates. In Klagenfurt stehen große Investitionen an: Neben dem ehemaligen Woolworth-Gebäude am Heiligengeistplatz möchte ImmobilienStratege Franz Peter Orasch nun auch das ehemalige KTZ-Gebäude am Viktringer Ring neu gestalten. „Es ist sehr positiv, dass dieses Brache wiederbelebt und der Süden der Stadt damit belebt und aufgewertet wird“, freut sich Gemeinderat Elias Molitschnig, der auch das Nutzungskonzept, indem es darum geht, Potenziale für Junge zu schaffen, begrüßt.

Wichtig ist den Grünen, dass der Benediktinermarkt in Richtung Kaufmanngasse fußläufig weiterhin gut erreichbar bleibt. „Darauf ist bei der geplanten TiefgaragenEin- und Ausfahrt zu achten“, fordert Molitschnig, der auch „einen sensiblen Umgang mit der Westseite des Bestandsgebäudes in Richtung pädagogische Hochschule“ für notwendig erachtet. „Ein Gestaltungsbeirat wäre bei solchen Bauvorhaben ein großes Plus“, pocht Molitschnig auf die Installierung des bereits mehrfach geforderten Gremiums aus unabhängigen Fachleuten. „Ein Gestaltungsbeirat, der Projekte aus städtebaulicher und architektonischer Sicht begleitet, ist ein Werkzeug für mehr Qualität, bedeutet gleichzeitig aber auch mehr Planungssicherheit für die BauwerberInnen“, nennt der Mandatar die Vorteile. Den Stadtplanungsausschuss konnte er mit seinem Antrag auf Einrichtung eines Gestaltungsbeirates bereits überzeugen. „Der nächste Schritt ist die Umsetzung“, so Molitschnig, der auf die Unterstützung des neuen zuständigen Stadtrates Markus Geiger baut. „Ein Gestaltungsbeirat soll einen Mehrwert für die Stadt und ihre Menschen generieren – nach dem Motto: Es werden nicht einzelne Häuser gebaut, sondern mit jeder Maßnahme ein Teil der Stadt verändert. Städtisches Leben findet nicht in, sondern zwischen den Häusern statt“, so Molitschnig abschließend.