Grüne Klagenfurt

Wulz: Gynäkologische Ambulanz muss bleiben – schon über 700 UnterstützerInnen!

Bislang konnten über 700 Unterschriften für den Erhalt des Gynäkologischen Ambulatoriums in Klagenfurt gesammelt werden. Ende Juni wird die Petition der Kärntner Gebietskrankenkasse übergeben, danach ein Antrag im Kärntner Landtag eingebracht.

Klagenfurt (09.06. 2016) Im Frühjahr kündigte die Kärntner Gebietskrankenkasse (KGKK) die Schließung ihres gynäkologischen Ambulatoriums an. Die Grünen starteten daraufhin eine Unterschriftenaktion und eine Online-Petition: „Wir haben mittlerweile über 700 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung zusammen, die wir dem Direktor der KGKK Ende Juni überreichen wollen. Mit der Übergabe unserer Petition möchten wir nochmals auf die Bedeutung der so hart erkämpften Errungenschaft für Frauen hinweisen und an die Verantwortlichen appellieren, die Einrichtung weiter zu betreiben und den Sparstift nicht bei der Frauengesundheit anzusetzen“, so Gemeinderätin und Vorsitzende des Frauenausschusses Andrea Wulz.

„Die Schließung des gynäkologischen Ambulatoriums wäre ein riesengroßer Rückschritt. Die Landeshauptstadt hätte mit einem Schlag zwei Frauenärztinnen weniger, da derzeit nur zwei von neun Kassenstellen von Frauen besetzt sind. Es ist Realität, dass sich viele Mädchen und Frauen lieber von Ärztinnen untersuchen lassen möchten – diese Wahlfreiheit muss selbstverständlich sein!“, betont Wulz.

Auch die Schließung der Teenie-Ambulanz, die mit dem Aus der gynäkologischen Ambulanz einhergeht, hätte „weitreichende Folgen. Bislang war es möglich, dass sich Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren dort anonym von einer Gynäkologin beraten und untersuchen haben lassen können. Durch die Schließung dieser Anlaufstelle würde eine große Beratungslücke entstehen. Man lässt die jungen Frauen mit ihren Sorgen und Problemen allein“, befürchtet Wulz.

Wer die Petition noch unterzeichnen und damit die Schließung der gynäkologischen Ambulanz verhindern möchte, kann das noch bis Ende Juni unter https://secure.avaaz.org/de/petition/Kaerntner_Gebietskrankenkasse_Kein_Sparen_auf_Kosten_der_Frauengesundheit/ machen.

Nach der Übergabe der Petition an die KGKK wird von den Grünen ein Antrag im Kärntner Landtag eingebracht.

Gemeinsames Rad-Arbeitsprojekt: Grüne Forderungen nehmen Gestalt an

Klagenfurt (11.05. 2016) Grüne Forderungen nehmen in der Reformpartnerschaft Gestalt an. Ein gemeinsames Arbeitsprojekt zwischen Stadt und Land, das die Attraktivität des Radfahrens steigern und den Individualverkehr verringern soll, ist in Ausarbeitung. „Ich freue mich, dass mein Antrag umgesetzt wird“, so Gemeinderätin Karin Ruppert.

Viele Grüne Anträge hat es in Hinblick auf die Verbesserung des Radverkehrs in Klagenfurt schon gegeben – zuletzt von Gemeinderätin Karin Ruppert betreffend der Ausarbeitung eines konkreten Radverkehrskonzeptes in Klagenfurt unter Einbeziehung des Energiemasterplans Kärnten (Antrag vom 6.10. 2015). „Aus den Ergebnissen ist bekannt, dass bei den EinpendlerInnen aus den Umlandgemeinden Klagenfurts ein nicht zu unterschätzender Anteil mit dem Fahrrad, vor allem auch mit E-Bikes zur Arbeit in Klagenfurt anrollen würde, wenn die Fahrradsituation besser gelöst wäre“, führt Ruppert aus.

„Das Fahrrad spart Zeit, Geld und Nerven. Man tut nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit“, streicht die Gemeinderätin die allgemein bekannten Vorzüge des Radfahrens heraus. „Ein gut durchdachtes Radverkehrskonzept würde das Sicherheitsrisiko senken und auch finanziell schlechter gestellte BürgerInnen dabei unterstützen, schneller und günstiger ihre Arbeitsstätten, Schulen, Kindergärten und Horte zu erreichen“, so Ruppert. „Ich freue mich, dass die Reformpartnerschaft dem Ausbau und der Verdichtung des Radwegenetzes nun Priorität einräumt und eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Stadt und Land, eingerichtet wurde. Damit sind wir unseren Grünen Zielen nach einem gut ausgebauten Fahrradnetz, mehr Sicherheit für RadfahrerInnen und FußgängerInnen und der Senkung des Individualverkehrs einen großen Schritt näher gekommen“, so Ruppert abschließend.

Antrag vom 06.10. 2016: Antrag 026-2015 Radverkehrskonzept - 6.10. - Karin

Motschiunig/Frey: AKW Krško muss stillgelegt werden!

Klagenfurt (13.04. 2016) Nach dem Bekanntwerden neuer seismischer Störungslinien und dem jüngsten Erdbeben der Stärke 4,1 fordern die Klagenfurter Grünen erneut die sofortige Schließung des veralteten Atomkraftwerkes Krško. Das atomare Hochrisiko sei für die Bevölkerung nicht länger tragbar.

„Das AKW Krško befindet sich nur 117 Kilometer Luftlinie von der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee entfernt und stellt durch seine geografische Nähe eine große Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar“, betont Clubobfrau Margit Motschiunig, die auf neueste, besorgniserregende Erkenntnisse verweist. „Bei einer Tagung mit internationalen ExpertInnen, die letzte Woche in Klagenfurt stattfand, wurden neue Erdbebenlinien bekannt. Das AKW stellt also ein noch höheres Risiko für die Bevölkerung dar, als bislang angenommen“, so Motschiunig. „Erst vergangenen Samstag gab es in der Nähe des AKW ein Erdbeben der Stärke 4,1. Wenn es zu einer atomaren Katastrophe kommt, wären die Folgen verheerend“, warnt die Clubobfrau.

Mit einer Resolution an die österreichische Bundesregierung hat sich auch der Klagenfurter Stadtsenat gestern einstimmig für die sofortige Schließung des veralteten Atomkraftwerkes Krško und den Bau eines zweiten AKW ausgesprochen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das in die Jahre gekommene AKW steht in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet. Deshalb machen die Grünen auch gegen die geplante Laufzeitverlängerung mobil*“, betont Stadtrat Frank Frey.

„Am 26. April jährt sich die verheerende Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl zum 30. Mal. Noch immer leiden die Menschen an den Folgen dieses Super-Gaus“, macht Frey auf das traurige Jubiläum aufmerksam. „Die österreichische Bundesregierung ist aufgerufen, sich intensiv um eine Abkehr von der bisherigen Atompolitik Sloweniens kümmern. Es geht darum, unser Nachbarland aktiv beim Atomausstieg und beim Einsatz erneuerbarer Energien zu unterstützen“, so Frey abschließend.

*Eigentlich sollte der Reaktor im Jahr 2023 stillgelegt werden. Slowenien will das 1983 erbaute Kraftwerk aber bis 2043 betreiben.

 

 

Frey/Wulz: Verkehrswende vorantreiben, Umwelt & Gesundheit schützen!

Klagenfurt (12.12. 2014) Neben der Bahnhaltestelle „Klagenfurt West“ wird ab 14. Dezember 2014 einer weiteren langjährigen Grünen Forderung, nämlich die Verbesserung des Netzes der Stadtwerke-Busse im Bereich Waidmannsdorf, nachgekommen. „Seit drei Jahren kämpfen wir dafür. Grundsätzlich begrüßen wir die Erschließung neuer Gebiete, kürzere Fahrwege und den neuen Verkehrsknoten Universität. Nichtsdestotrotz gibt es noch offene Punkte, die es zu klären gilt, u.a. rund um die Errichtung einer zentralen Bushaltestelle im Lakeside Park“, so Umwelt- und Wissenschaftsreferentin Andrea Wulz.
„Im wachsenden Stadtteil Waidmannsdorf sorgt das große Verkehrsaufkommen für eine negative Umwelt- und Klimaschutzbilanz und gefährdet durch Feinstaub und Lärm die Gesundheit der Menschen, insbesondere die von Kindern und älteren Menschen. Es gibt jedoch ein großes Potenzial, die Menschen zum Umstieg auf umweltverträgliche Fortbewegungsmittel zu bewegen“, ist Wulz überzeugt.

„Es ist höchste Zeit für eine moderne Verkehrspolitik“, betont Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Frank Frey. „Die Linienumstellung in Waidmannsdorf ist ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Frey, der weitere Maßnahmen fordert, um die Grüne Verkehrswende voranzutreiben. „Wichtig ist sowohl der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, als auch die Leistbarkeit. Ist man mit dem Bus nicht nur schneller und bequemer, sondern auch günstiger unterwegs, lässt man das Auto stehen“, ist Frey überzeugt.

„Unsere Forderungen: Um 1 Euro pro Tag Busfahren, leicht lesbare Fahrpläne, Ausbau der Busspuren und des Radwegenetzes“, so Frey, der sich auch für eine Verdichtung des Haltestellen-Netzes einsetzt. „Niemand soll in Klagenfurt mehr als 200 bis 300 Meter zur nächsten Bushaltestelle gehen müssen!“

Grüne: Gratis-Busse an Einkaufssamstagen sinnvoller als Gratis-Parken

Klagenfurt (02.12. 2014) „Mit der Parkgebührenbefreiung an den Weihnachts-Einkaufssamstagen wird die Tarif-Aktion der Stadtwerke ad absurdum geführt. Wieso sollte ein Erwachsener 2,10 Euro oder eine Familie 3,40 Euro für den Bus zahlen, wenn das Auto gratis in der Stadt abgestellt werden kann?“, kritisiert Stadträtin Andrea Wulz. „Letzte Woche haben wir im Stadtsenat noch die Tarif-Aktion der Stadtwerke, wonach die Stundenkarte an Adventsamstagen den ganzen Tag gilt, beschlossen. Eine Woche später wird die Parkgebührenbefreiung beschlossen – das ist kontraproduktiv und auch aus Umweltgründen abzulehnen“, so die Umweltreferentin, die „Gratis-Busse statt Gratis-Parken an Einkaufssamstagen“  fordert. „Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, den Individualverkehr zu fördern. Die KlagenfurterInnen wünschen sich leistbare, umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Klagenfurt ist feinstaubbelastetes Gebiet“, erinnert Wulz an die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Klagenfurter EinwohnerInnen.

Grüne: Ärztezentrum der kurzen Wege am Heiligengeistplatz

Klagenfurt (01.08. 2014) Das ehemalige Quelle-(Woolworth)Kaufhaus steht  zum Verkauf. „Jahrelang schon stehen viele tausend Quadratmeter der Flächen leer“, bedauert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, die der Stadt bereits den Vorschlag ans Herz gelegt hat, die etwa 900 Quadratmeter Fläche im 2. Obergeschoß für ein Maria-Lassnig-Museum kulturell zu nutzen. **

In mehreren Gesprächen hat Schmid-Tarmann viel Wissenswertes erfahren und bringt einen weitere Idee zur Nutzung der restlichen Flächen ein: „Undenkbar ist für viele, dass hier wieder ein Kaufhaus errichtet werden könnte, zu groß ist die Konkurrenz. Ebenso falsch wäre es, hier Wohnungen als Spekulationsobjekt zu errichten. Qualität und Ästhetik des Baus laden nicht zum Wohnen ein“, so Schmid-Tarmann nach einem Ortsaugenschein.

„Am Sinnvollsten wäre es, hier ein echtes „Haus der Gesundheit“ zu errichten – und nicht  am Benediktinerplatz, wo es nicht nur verkehrstechnisch deplatziert wäre“, findet die Gemeinderätin. „Im Quellehaus, wie es von der Bevölkerung genannt wird, befinden sich immer schon viele Arztpraxen. Optimal wäre es natürlich, wenn die Kärntner Ärztekammer, die jetzt schon Anteile des Gebäudes besitzt, zugreift. Der Standort wäre ideal, hier ein richtiges Ärztehaus entstehen zu lassen: Ordinationen, Therapiepraxen auch Gemeinschaftsordinationen etc. könnten entstehen, aber auch therapeutische Rehabilitationseinrichtungen und Gymnastiksäle. Medizinische Behandlungsmöglichkeiten unter einem Dach zu bündeln, wäre für die Klagenfurter Bevölkerung sehr positiv, denn der Bedarf an FachärztInnen ist groß“, so die Vision der Gemeinderätin. 

Beim Ortsaugenschein stach Schmid-Tarmann besonders das verwahrloste Äußere des Gebäudes im Bereich der Heiligengeistschütt und des Stiegenabganges zum Heiligengeistplatz ins Auge. „Dieser Durchgang (die Stadt hat ein Servitut) wird gerne als Abkürzung vom stark frequentierten Busknotenpunkt zum Schillerpark und zum Villacher Ring bzw. zur Villacher Straße genutzt. Leider ist er in einem verwahrlosten Zustand“, kritisiert die Gemeinderätin.

„Nicht nur die Passage wird grob vernachlässigt. Der jahrelange Leerstand des Quellehauses wirkt sich auch negativ auf die Bausubstanz aus. Es ist an der Zeit, dass sich jemand verantwortungsvoll des Gebäudes annimmt“, berichtet GRin Schmid-Tarmann. „Kabel, Drähte, Dreck, Wandschmierereien, ein versiffter Boden beim Eingang, wo sich früher das Servicebüro der STW befand. Es gibt viel zu tun, das Gebäude herzurichten. Liegenschaftsreferent Gunzer fordere ich auf, Gespräche  mit der Ärztekammer bezüglich eines Ärztehauses aufzunehmen.“

**  http://klagenfurt.gruene.at/Maria-Lassnig-Museum-waere-Magnet-fuer-Klagenfurt

* Das ehemalige Quelle-(Woolworth)Kaufhaus steht zum Verkauf. Gemeinderätin
Evelyn Schmid-Tarmann hat sich umgehört und folgende Informationen erhalten (die InformantInnen wollen nicht öffentlich genannt werden, sind aber bereit, Auskunft zu geben):
Der Großteil des Gebäudekomplexes stand zuletzt in Besitz der Promontoria-Gesellschaften, einer Cerberus-Tochter, mit Sitz in den Niederlanden. Die  Hausverwaltung befindet sich allerdings in Frankfurt, mit Subfirmen in Wien. Der Leerstand des Hauses beträgt ca. 3.000 Quadratmeter. Etwa ein Viertel des Kellers und des Erdgeschoßes wird derzeit von der Firma Spar genutzt. Vollkommen leer stehen das 1. und 2. Obergeschoß mit je 1.000 m2. Im 3. und 4. OG sind Arztpraxen, 15 % der Gebäudeanteile stehen im Besitz der Kärntner Ärztekammer.

Leider wurde in der „Guggenberger-Ära“ das gesamte Biedermeier- und Barock-Ensemble am Heiligengeistplatz für die Errichtung des damaligen Quelle-Kaufhauses geschleift. Damals ging viel vom alten Klagenfurt und ein Teilstück der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Villacher Tor unwiederbringlich verloren. 1981 wurde das Quelle-Kaufhaus durch den damaligen Bürgermeister Guggenberger feierlich eröffnet.

Bildtext: Der verwahrloste Durchgang zwischen Heiligengeistplatz und Heiligengeistschütt/Schillerpark.



Bildtext:
Das Quellehaus von vorne, Heiligengeistplatz.



Bildtext: Das Quellehaus von der hinteren Seite,
Heiligengeistschütt/Schillerpark. Hier befand sich früher einmal das Quelle-Restaurant.
Fotos: E. Schmid-Tarmann

 

Grüner Appell: Verzicht auf Osterfeuer

Klagenfurt (17.04. 2013) Brauchtum hat zu Ostern Tradition – ebenso verhält es sich mit dem Grünen Appell, auf Osterfeuer zuliebe der Umwelt und der Gesundheit zu verzichten. „Das Abbrennen der Osterfeuer am Karsamstag und Ostersonntag wirkt sich nämlich negativ auf unsere Luft aus – und Klagenfurt ist feinstaubbelastetes Gebiet“, erinnert Umweltreferentin Andrea Wulz.

An die Osterfeuer-VeranstalterInnen appelliert Wulz, die vorgeschriebenen Maßnahmen, wie zum Beispiel die Verwendung von ausschließlich biogenen Materialien (z.B. Stroh, Holz, Rebholz, Schilf, Baumschnitt, Grasschnitt und Laub) einzuhalten. Nicht verhindert werden kann jedoch die negative Beeinflussung des gesamten Naturhaushaltes durch das Abbrennen von Osterfeuern und Wiesen, bedauert Wulz: „Die aufeinander abgestimmte Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren wird gestört“, weiß die Umweltreferentin, die die Osterfeuer-VeranstalterInnen auffordert:  „Bitte überprüft vor dem Abbrennen, ob sich nicht kleine Tiere, wie Igel, Vögel, Eidechsen usw. im Osterhaufen eingenistet haben. Sie werden ansonsten nämlich zu hilflosen Opfern der Flammen!“

Grüne Klagenfurt: Die Gesundheit unserer Kinder muss uns mehr wert sein

Die Klagenfurter Grünen setzen sich weiterhin für die schrittweise Einführung von BIOessen * in städtischen Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen – wie Kindergärten, Horte und Schulen – ein. „Wir lassen uns nicht beirren, auch wenn die zuständige Referentin sich dem Thema nach wie vor verschließt“, macht Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann klar. „Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Bio-Produkte gesünder sind. Sie enthalten mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe etc. und keine gesundheitsgefährdenden wie z.B. Pestizidrückstände. Als Gesundheitsreferentin und Ärztin sollte sie das wissen und Bio forcieren.“

Schmid-Tarmann verweist nochmals auf das Positivbeispiel Villach, wo seit 2001 alle 13 Kindergärten Bio-Essen haben. „Ich möchte, dass auch den Klagenfurter Kindern der Zugang zu Bio ermöglicht und ein Bewusstsein geschaffen wird. Denn: Wenn billige Lebensmittel schon bei unseren Kleinsten die Maxime sind, darf man sich nicht wundern, wenn sie sich dann als Erwachsene Gammelfleisch und Analogkäse andrehen lassen“, ist die Grünen-Gemeinderätin überzeugt.

Auch das Argument, Bio-Essen sei teurer, lässt Schmid-Tarmann nicht gelten: „Der Unterschied ist mit 1,20 Euro im Monat minimal: In Villach beträgt der Essensbeitrag für den ganztägigen Kindergartenplatz 47,10 Euro, in Klagenfurt sind es 45,90 Euro.“

Die Vorgabe der Referentin, den Wareneinsatz von 46 Cent pro Essen nicht zu überschreiten, findet die Grün-Mandatarin „ungeheuerlich. In Villach beträgt der Wareneinsatz auch nur 62 Cent. Die Gesundheit unserer Kinder muss uns einfach mehr wert sein!“

* Der Beginn sind Produktgruppen wie Milch, Obst und Gemüse. Sukzessive soll die Ernährung auf einen relevanten Bioanteil umgestellt werden.

Grüne fordern Bio-Essen für Klagenfurter Kinder

„Das Gedeihen unserer Kinder muss uns mehr wert sein. Darum ist es ein Grünes Anliegen, einen bestimmten Prozentsatz Bio in unseren Kindergärten einzuführen“, so Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, Vorsitzende des Ausschusses für Kindergärten, Horte & Schulen (Die Grünen). „Ein Blick nach Villach zeigt, dass Bio machbar ist. In der Draustadt haben seit 2001 alle 13 Kindergärten Bio-Essen – mit unterschiedlichem Bio-Anteil. Die Bio-Pionierin in Villach ist die grüne Gemeinderätin Susanne Zimmermann, die als Leiterin vom Kindergarten Lind Bio bereits 1998 eingeführt hat.“

Bio auch in Klagenfurter Kindergärten, Schulen und Horten einzuführen, ist ein „großes Anliegen: Die Landeshauptstadt hinkt leider hinterher. Bisher hat die zuständige Referentin kein Interesse daran gehabt, diesen Weg zu beschreiten“, bedauert Schmid-Tarmann. „Ich möchte, dass allen Klagenfurter Kindern der Zugang zu Bio ermöglicht und ein Bewusstsein geschaffen wird. Der beste Beweis, dass Bio schlau macht, sind meine drei Söhne: Sie haben insgesamt acht akademische Titel“, erzählt die Grünen-Gemeinderätin  augenzwinkernd. „Von klein auf habe ich darauf geachtet, bei ihnen ein Bewusstsein für Bio zu schaffen – was auch gelungen ist.“

Das Vorurteil, Bio-Essen sei teurer, entkräftet Schmid-Tarmann mit einem Vergleich: „In Villach beträgt der Essensbeitrag für den ganztägigen Kindergartenplatz 47,10 Euro, in Klagenfurt sind es 45,90 Euro. Der Unterschied beträgt 1,20 Euro im Monat, ist also minimal.“

Wenn es nach dem Antrag der Gemeinderätin geht, soll der Bioanteil der Lebensmittel im Essen der städtischen Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen – wie Kindergärten, Horte und Schulen – schrittweise erhöht werden. „Der Beginn sind Produktgruppen wie Milch, Obst und Gemüse. Sukzessive soll die Ernährung auf einen relevanten Bioanteil umgestellt werden.“

Veronika Gschöpf-Procházka von Bio Austria Kärnten betont, dass „Bio sinnvoll, machbar und leistbar ist: Sinnvoll aus Umweltschutz- und gesundheitlichen Gründen, machbar, da das Angebot vorhanden ist und leistbar, da es lediglich den Mut zur Speiseplanänderung braucht. Die Devise lautet mehr saisonal und regional, weniger Fleisch und weniger Convenience Food.“ Fertigprodukte sind im Vergleich nämlich „sehr viel teurer“, und: „In der Kindheit wird der Grundstein für spätere Ernährungsgewohnheiten gelegt. Im Kindesalter werden die Sinne geschult“, betont Gschöpf-Procházka. „Bio-Lebensmittel schmecken nicht nur besser, sie weisen auch einen höheren Gehalt an Nährstoffen und Spurenelementen auf.“

Stadträtin Andrea Wulz (Die Grünen) erläutert die Situation in Klagenfurt: „Auf Initiative von Gemeinderätin Schmid-Tarmann bemühen sich die Grünen schon lange um mehr Bio in Schulen, Kindergärten und Horten in Klagenfurt. Leider sind wir bei der zuständigen Referentin bisher immer abgeprallt. Jetzt haben wir aber die Situation, dass das Grüne Anliegen auch Teil des neuen Regierungsprogrammes ist.“ Schmid-Tarmann ergänzt: „Jetzt muss die Referentin unsere Forderung ernst nehmen und kann sie nicht mehr vom Tisch wischen.“

Umweltreferentin Wulz bedauert, dass durch „Cook & Chill“ der Bezug zum Essen verloren geht. „Eine zweite Grüne Forderung ist es deshalb, dass die kleinen Küchen in Kinderbetreuungseinrichtungen bestehen bleiben. Hier geht es um Werte und auch um Arbeitsplätze.“ Wulz betont auch, dass Klagenfurt seit 13. September 2009 „Fairtrade-Gemeinde“ ist. „Das Bewusstsein für Bio-Essen gehört weiter geschärft. Die Kommune hat auch die Verantwortung, zu schauen, dass die Bevölkerung gesund lebt und sich gut entwickelt.“

Christian Salmhofer vom Klimabündnis Kärnten: „Ernährung ist der blinde Fleck des Klimaschutzes.“ Es geht darum, den Analphabetismus in diesem Bereich zu bekämpfen. „Am Beispiel Villach sieht man, dass Bio funktioniert. Und: Die Betriebskosten sind nicht höher, obwohl eine Köchin vor Ort ist. Viele vergessen, dass Cook & Chill nur viel Energie kostet.“

Bildunterschrift: Christian Salmhofer (Klimabündnis Kärnten), Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, Stadträtin Andrea Wulz und Veronika Gschöpf-Procházka (Bio Austria Kärnten) sind davon überzeugt: Bio macht schlau!

Fotohinweis: Günter Krammer/Die Grünen Kärnten

Auf Socken durch die Klagenfurter Fußgängerzone laufen?

Seit eineinhalb Jahren haben Radfahrer in der Klagenfurter Fußgängerzone „freie Fahrt“. Dass jetzt einige Kaufleute und FPK-Gemeinderat Gerhard Reinisch wieder ein Fahrverbot für Radfahrer (von 10 bis 18 Uhr, gleich wie für Autofahrer) fordern, kann Grünen-Gemeinderat Reinhold Gasper nicht nachvollziehen. „Ich halte ein Radfahrverbot für Unsinn!“, sagt der leidenschaftliche Radfahrer, der in den letzten 14 Jahren in der Stadt insgesamt 50.000 Kilometer auf seinem Drahtesel zurückgelegt hat. „Um rasante Radfahrer einzubremsen, wären das Anbringen von Tafeln mit der Aufschrift ,Bitte rücksichtsvoll fahren!` und Bodenmarkierungen sowie etwas Zivilcourage weitaus vernünftiger“, so Gasper.

Die Forderung nach einem „Radfahrverbot“ sei auch völlig unbegründet: „Es gibt keine Unfallstatistik der Polizei. Der letzte registrierte Unfall ereignete sich im Jahr 1902!“, weiß Gasper. „Man bedenke auch, dass das Schieben eines Fahrrades über den ganzen Alten Platz eine sehr lange Wegstrecke bedeutet. Außerdem dürften bei einem Verbot auch Rollschuhfahrer und Inlineskater nicht mehr durch die Fußgängerzone fahren – sollen die dann etwa die Schuhe ausziehen und in Socken über den Alten Platz laufen?“, fragt sich der Gemeinderat, der eher beim unerlaubten Parken am Alten Platz Handlungsbedarf sieht:  „Bis 10 Uhr sind Ladetätigkeiten erlaubt, die Leute parken aber weitaus länger!“