Grüne Klagenfurt

Mitnahme von Hunden: Nachbesserung bei neuer Marktordnung gefordert

Die Neufassung der Klagenfurter Marktordnung erlaubt die Mitnahme von Hunden am Marktgelände. Das sorgt jedoch bei vielen für Unmut – nicht nur aus hygienischen Gründen. Da die Richtlinien in anderen Städten wesentlich strenger sind, fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann eine erneute Diskussion bzw. Nachbesserung.

Am 29. November 2016 trat die neue Marktordnung in Kraft. Laut § 10 ist die Mitnahme von Hunden in Markthallen nach wie vor verboten. Erlaubt ist es hingegen, Hunde am freien Markgelände mitzunehmen – unter der Voraussetzung, dass sie an der Leine geführt werden. „Dieser Punkt unterscheidet sich von der voran gegangenen Fassung, als die Mitnahme von Hunden noch untersagt war. Mittlerweile äußern jedoch immer mehr MarktbesucherInnen wie auch Standler ihren Unmut über die Lockerung des Verbotes – nicht nur aus hygienischen Gründen. Problematisch ist, dass selbst großen Hunden kein Maulkorb vorgeschrieben wird“, schildert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann.

„Ein schwerwiegender Kritikpunkt ist auch, dass sich bei größerem Gedränge Kleinkinder – ob im Kinderwagen sitzend oder selbst zu Fuß unterwegs – mit Hundeschnauzen auf etwa gleicher, bisweilen bedrohlicher Höhe bewegen“, so Schmid-Tarmann. Die Grüne Mandatarin hat sich die Marktordnungen anderer Städte angesehen, um einen Vergleich zu ziehen. „In Wien und Villach ist es z.B. so, dass Hunde am freien Markgelände an der Leine und mit einem sicheren Maulkorb zu führen sind.“ In anderen Städten, wie z.B. in Salzburg, ist die Mitnahme von Hunden auf Märkten nach wie vor generell untersagt. In einem Antrag fordert Schmid-Tarmann nun, die Mitnahme von Hunden auf Märkten, auf denen Nahrungsmittel angeboten werden, wieder zu untersagen. „Notwendig wäre meiner Meinung zumindest eine Ergänzung unter § 10, dass Hunde nicht nur an der Leine zu führen, sondern auch mit einem Beißkorb auszustatten sind.“

Antrag 035-2017 - Hunde_Marktordnung - 3.10.2017 - EST

Auszüge aus den Marktordnungen der Städte Klagenfurt, Wien, Salzburg und Villach

Grüne: Klagenfurter Marktordnung ist von vorgestern!

Klagenfurt (19.08.2014) In einem Antrag fordert Gemeinderat Reinhold Gasper nun, dass die Marktordnung, die 1988 erlassen wurde und „nicht mehr zeitgemäß ist, endlich novelliert wird. Vieles hat sich in der Zwischenzeit geändert und muss an die Gegenwart angepasst werden“, fordert Gasper.

„Heute unvorstellbar ist, dass laut § 14 (a) Kücken unter Gegenstände des Marktverkehrs auf dem Wochenmarkt fallen und verkauft werden dürfen. Das gehört umgehend verboten“, fordert Gasper. „Ebenfalls vorsintflutlich sind die Hygienebestimmungen: Laut derzeit vorherrschender Markordnung dürfte nur in den Wintermonaten Selchwaren im Freien verkauft werden (§ 18 (2)) und es müssten sämtliche Fleisch- und Wurstwaren, die in Klagenfurt eingeführt werden vorher zur Kontrolluntersuchung zum städtischen Schlachthof (§ 18 (4)). Das ist natürlich absurd, da längst alle HändlerInnen mit Kühlwägen kommen.“

Längst überholt sind auch die Verbote des Ausschanks alkoholischer Getränke (§ 13 (3)) sowie des Handels mit alkoholischen Getränken (§ 15 (2)). „Hier sind Änderungen vonnöten. Der Ausschank und Handel mit alkoholischen Getränken floriert praktisch beschwerdefrei, die Verbote sind also aufzuheben.“

Wenn es nach der Klagenfurter Marktordnung geht, wären außerdem „beim Verkauf nach Maßen oder Gewichten voll funktionsfähige, ordnungsgemäße geeichte Maße, Waagen und Gewichte zu verwenden“ (§ 17 (11)). Gasper: „Das ist lachhaft, da derartige Waagen am Markt schon lange nicht mehr gebräuchlich sind. Es sind nur noch Digitalwaagen im Einsatz.“ 

Auch beim Verhalten auf Märkten (§ 24) gäbe es einiges zu adaptieren: „Derzeit ist Radfahren auf den Marktplätzen nicht erlaubt (3). Das Verbot ist an Markttagen bis 13 Uhr vielleicht gerechtfertigt, ansonsten aber aufzuheben. Noch dazu gibt es am Benediktinermarkt zu wenig Fahrradabstellplätze!“, bemängelt der Mandatar.  „Ebenfalls nicht mehr zeitgemäß ist, dass sogar das Mitführen von Fahrrädern auf den Marktflächen verboten ist. Was ist denn dann mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder Segway? Es sollte eine Regelung wie in den Fußgängerzonen her – ohne Verbot. Ein Aufruf zur gegenseitigen Rücksichtnahme aller VerkehrsteilnehmerInnen sollte reichen“, findet Gasper.

„Generell fordere ich, dass die Marktordnung umgehend überarbeitet und betreffend Hygienebestimmungen etc. auf den neuesten Stand gebracht bzw. an die neuesten Gesetze angepasst wird“, so der Gemeinderat abschließend.

Link zur Klagenfurter Marktordnung: http://www.klagenfurt.at/klagenfurt-am-woerthersee/downloads/BG-Marktordnung0710.pdf