Grüne Klagenfurt

Benediktinermarkt: Das Herz von Klagenfurt steht die halbe Woche still

BesucherInnen des Benediktinermarktes stehen nicht selten vor geschlossenen Läden, montags ist fast durchgehend Ruhetag. Bis auf wenige Ausnahmen werden die Stände am Benediktinermarkt sporadisch und nach Belieben geöffnet. Innenstadtbelebung bedeutet Frequenz durch verlässliche Öffnungszeiten. GRin Schmid-Tarmann fordert deshalb die Einhaltung der Marktordnung.

„Der Benediktinermarkt ist das Herzstück von Klagenfurt. An den Markttagen Donnerstag und Samstag herrscht reges Treiben. Die Zahl von KundInnen, die unter einem vielfältigen Angebot unserer Region, aber auch aus unseren Nachbarländern Friaul und Slowenien wählen können, ist groß. Genauso wichtig wie das Einkaufen ist den KlagenfurterInnen die Kommunikation, das Treffen von Bekannten“, weiß Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. „Besucht man den Markt jedoch an einem anderen Wochentag, speziell am Montag, bietet sich einem ein Eindruck der Tristesse, denn es gibt nur vereinzelt Stände auf der Freifläche. Der Großteil der Stände der Ost- und Südhalle hat montags bis mittwochs geschlossen“, berichtet Schmid-Tarmann.

Die Klagenfurter Marktordnung (2016)2 legt bestimmte Öffnungszeiten für Hallen und Freiflächen fest. „Ein besonderes Beispiel ist die Nudl-Schmiede1, die sich seit einiger Zeit in der ehemaligen Trafik, am Gebäudeeck der Osthalle, befindet. Sie hat zweifelsohne einen der attraktivsten Standorte am Markt. Und trotzdem bleibt der Laden von sechs Markttagen an vier Tagen geschlossen. Auch angrenzende Stände haben zeitgleich zu3. Es erweckt den Eindruck eines Leerstandes und wirkt sich auf das gesamte Erscheinungsbild des Marktes negativ aus“.

Die Grüne Wirtschaftssprecherin wird bei der kommenden Gemeinderatssitzung deshalb einen Antrag einbringen, dass schon bei Vertragsabschluss mit den  BetreiberInnen – gerade an Top-Standorten – Öffnungszeiten festgelegt werden, die gemäß der Markordnung auch einzuhalten sind. „Diese Vorgabe soll auch für laufende Vergaben gelten. Anderenfalls sollen Stände anderwertig vergeben werden. Für die Innenstadtbelebung ist es unabdingbar, auf die Einhaltung der Marktordnung zu pochen. Mit Planen verhüllte Anhänger und geschlossene Läden machen das Marktviertel unattraktiv und wirken sich auch negativ auf die Gastronomie aus.“

1
Nudl-Schmiede, Öffnungszeiten: DO 7:00 – 12:30  SA 7:00 – 12:30; die Betreiberin mit dem Firmensitz in Guttaring ist auch auf den Wochenmärkten in Waidmannsdorf, Viktring und Althofen vertreten.

3
Folgende Betriebe haben ebenfalls reduzierte Öffnungszeiten: Torteneck (DO – SA), Torbauer Nudel-Manufaktur (MO geschlossen), Steirermandl (DO – SA), Selchkammer (MO geschlossen);

Die Marktverwaltung in der Nordhalle hat nicht einmal an Markttagen geöffnet!

2
Auszug aus der Marktordnung der LH Klagenfurt (2016)

§ 3
Märkte, Markttage und Marktzeiten
(1) In der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee werden folgende Märkte und Gelegenheitsmärkte abgehalten:
1. Tagesmärkte:
Markttage: täglich, außer an Feiertagen
Ort: Benediktinerplatz (Freigelände, Markthallen Nord, Süd, West und Ost),
Zeit: von 05:00 Uhr bis 13:00 Uhr (Freigelände);
MO, DI, DO und FR von 06:00 Uhr bis 16:00 Uhr, MI und SA von 06:00 Uhr bis 14:00 Uhr (Markthalle Nord);
MO bis FR von 06:00 Uhr bis 18:30 Uhr und SA von 06:00 Uhr bis 14:00 Uhr (Markthallen Süd, West und Ost);
2. Wochenmärkte:
Markttage: jeden Donnerstag und Samstag (wenn ein Donnerstag auf einen
Feiertag fällt, am Tag vorher)
Ort: Benediktinerplatz (Freigelände, Markthallen Nord, Süd, West und Ost)
einschließlich der an den Benediktinerplatz angrenzenden südlichen und östlichen Straße, Lidmanskygasse zwischen 10. Oktoberstraße und Kaufmanngasse, Kaufmanngasse zwischen Lidmanskygasse und Paulitschgasse;
Zeit: von 05:00 Uhr bis 13:00 Uhr.
 

Mitnahme von Hunden: Nachbesserung bei neuer Marktordnung gefordert

Die Neufassung der Klagenfurter Marktordnung erlaubt die Mitnahme von Hunden am Marktgelände. Das sorgt jedoch bei vielen für Unmut – nicht nur aus hygienischen Gründen. Da die Richtlinien in anderen Städten wesentlich strenger sind, fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann eine erneute Diskussion bzw. Nachbesserung.

Am 29. November 2016 trat die neue Marktordnung in Kraft. Laut § 10 ist die Mitnahme von Hunden in Markthallen nach wie vor verboten. Erlaubt ist es hingegen, Hunde am freien Markgelände mitzunehmen – unter der Voraussetzung, dass sie an der Leine geführt werden. „Dieser Punkt unterscheidet sich von der voran gegangenen Fassung, als die Mitnahme von Hunden noch untersagt war. Mittlerweile äußern jedoch immer mehr MarktbesucherInnen wie auch Standler ihren Unmut über die Lockerung des Verbotes – nicht nur aus hygienischen Gründen. Problematisch ist, dass selbst großen Hunden kein Maulkorb vorgeschrieben wird“, schildert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann.

„Ein schwerwiegender Kritikpunkt ist auch, dass sich bei größerem Gedränge Kleinkinder – ob im Kinderwagen sitzend oder selbst zu Fuß unterwegs – mit Hundeschnauzen auf etwa gleicher, bisweilen bedrohlicher Höhe bewegen“, so Schmid-Tarmann. Die Grüne Mandatarin hat sich die Marktordnungen anderer Städte angesehen, um einen Vergleich zu ziehen. „In Wien und Villach ist es z.B. so, dass Hunde am freien Markgelände an der Leine und mit einem sicheren Maulkorb zu führen sind.“ In anderen Städten, wie z.B. in Salzburg, ist die Mitnahme von Hunden auf Märkten nach wie vor generell untersagt. In einem Antrag fordert Schmid-Tarmann nun, die Mitnahme von Hunden auf Märkten, auf denen Nahrungsmittel angeboten werden, wieder zu untersagen. „Notwendig wäre meiner Meinung zumindest eine Ergänzung unter § 10, dass Hunde nicht nur an der Leine zu führen, sondern auch mit einem Beißkorb auszustatten sind.“

Antrag 035-2017 - Hunde_Marktordnung - 3.10.2017 - EST

Auszüge aus den Marktordnungen der Städte Klagenfurt, Wien, Salzburg und Villach

Grüne: Klagenfurter Marktordnung ist von vorgestern!

Klagenfurt (19.08.2014) In einem Antrag fordert Gemeinderat Reinhold Gasper nun, dass die Marktordnung, die 1988 erlassen wurde und „nicht mehr zeitgemäß ist, endlich novelliert wird. Vieles hat sich in der Zwischenzeit geändert und muss an die Gegenwart angepasst werden“, fordert Gasper.

„Heute unvorstellbar ist, dass laut § 14 (a) Kücken unter Gegenstände des Marktverkehrs auf dem Wochenmarkt fallen und verkauft werden dürfen. Das gehört umgehend verboten“, fordert Gasper. „Ebenfalls vorsintflutlich sind die Hygienebestimmungen: Laut derzeit vorherrschender Markordnung dürfte nur in den Wintermonaten Selchwaren im Freien verkauft werden (§ 18 (2)) und es müssten sämtliche Fleisch- und Wurstwaren, die in Klagenfurt eingeführt werden vorher zur Kontrolluntersuchung zum städtischen Schlachthof (§ 18 (4)). Das ist natürlich absurd, da längst alle HändlerInnen mit Kühlwägen kommen.“

Längst überholt sind auch die Verbote des Ausschanks alkoholischer Getränke (§ 13 (3)) sowie des Handels mit alkoholischen Getränken (§ 15 (2)). „Hier sind Änderungen vonnöten. Der Ausschank und Handel mit alkoholischen Getränken floriert praktisch beschwerdefrei, die Verbote sind also aufzuheben.“

Wenn es nach der Klagenfurter Marktordnung geht, wären außerdem „beim Verkauf nach Maßen oder Gewichten voll funktionsfähige, ordnungsgemäße geeichte Maße, Waagen und Gewichte zu verwenden“ (§ 17 (11)). Gasper: „Das ist lachhaft, da derartige Waagen am Markt schon lange nicht mehr gebräuchlich sind. Es sind nur noch Digitalwaagen im Einsatz.“ 

Auch beim Verhalten auf Märkten (§ 24) gäbe es einiges zu adaptieren: „Derzeit ist Radfahren auf den Marktplätzen nicht erlaubt (3). Das Verbot ist an Markttagen bis 13 Uhr vielleicht gerechtfertigt, ansonsten aber aufzuheben. Noch dazu gibt es am Benediktinermarkt zu wenig Fahrradabstellplätze!“, bemängelt der Mandatar.  „Ebenfalls nicht mehr zeitgemäß ist, dass sogar das Mitführen von Fahrrädern auf den Marktflächen verboten ist. Was ist denn dann mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder Segway? Es sollte eine Regelung wie in den Fußgängerzonen her – ohne Verbot. Ein Aufruf zur gegenseitigen Rücksichtnahme aller VerkehrsteilnehmerInnen sollte reichen“, findet Gasper.

„Generell fordere ich, dass die Marktordnung umgehend überarbeitet und betreffend Hygienebestimmungen etc. auf den neuesten Stand gebracht bzw. an die neuesten Gesetze angepasst wird“, so der Gemeinderat abschließend.

Link zur Klagenfurter Marktordnung: http://www.klagenfurt.at/klagenfurt-am-woerthersee/downloads/BG-Marktordnung0710.pdf