Grüne Klagenfurt

Klagenfurt nimmt mit Glyphosat-Verzicht Vorreiterrolle ein

Auf Betreiben der Grünen verzichtet Klagenfurt seit Juni 2016 auf den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das nach einer Erhebung von Greenpeace wieder medial in den Fokus rückt.

Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace verzichten bereits 311 österreichische Gemeinden im eigenen Wirkungsbereich auf den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Unter ihnen befinden sich auch Landeshauptstädte, wie Graz, Salzburg, Innsbruck, St. Pölten und Klagenfurt*. Auf Betreiben der Grünen verzichtet die Kärntner Landeshauptstadt seit Sommer letzten Jahres auf das Totalherbizid. „Wir setzen damit ein wichtiges Signal  und hoffen, dass sich noch viele weitere Gemeinden in Österreich und in ganz Europa dazu entschließen, dem Beispiel Klagenfurts zu folgen“, so Clubobmann Thomas Winter-Holzinger.

Glyphosat steht unter anderem im Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es 2015 als potenziell krebserregend eingestuft. Außerdem steht Glyphosat als meistverkauftes Unkrautvernichtungsmittel im Verdacht, zum Massensterben der Bienen beizutragen. Für Umwelt- und Stadtgartenreferent Frank Frey, der vor einem Jahr den Antrag im Stadtsenat einbrachte, war das Risiko für Mensch, Tier und Umwelt einfach zu groß. „Deshalb verzichtet Klagenfurt bei allen im Eigentum der Stadt befindlichen Flächen, wie Wegen, Parkanlagen, Schulen, Kindergärten, Friedhöfe etc. auf die Ausbringung von Glyphosat“, so Winter-Holzinger, der sich für ein EU-weites Verbot von Glyphosat stark macht. „Ich würde mich freuen, wenn die EU-Kommission die Studien der WHO endlich ernst nehmen und gegen eine Verlängerung der Zulassung des Mittels stimmen würde. So würden auch alle landwirtschaftlichen Flächen in Österreich endlich Glyphosat-frei werden“, so der Grüne Clubobmann.

Straße nach Kärntner Botanikerin benennen

Klagenfurt (10.07. 2015) „Dr. Ángela Piskernik war eine außergewöhnliche Frau. Sie war die erste Kärntner Slowenin, die an einer Universität promovierte und das in einer Zeit, als das Studieren für Frauen noch lange keine Selbstverständlichkeit war“, so Ersatzgemeinderätin Sonja Koschier, die sich für gelebte Mehrsprachigkeit und die slowenische Volkgruppe in Kärnten einsetzt. „Klagenfurt ist die Stadt mit der größten Anzahl Slowenisch sprechender Menschen in Kärnten – dem sollte auch Rechnung getragen werden.“

Piskernik (1886-1967) wurde in Eisenkappel/Železna Kapla geboren und besuchte nach der Volksschule die private Lehrerbildungsanstalt der Ursulinen in Klagenfurt. Dort schloss sie die Ausbildung mit Auszeichnung ab und unterrichtete anschließend an dieser Schule. Es folgte das Studium der Naturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Botanik in Wien, welches sie 1914 mit ihrer Promotion abschloss.

Nachdem die Botanikerin in Kärnten keine geeignete Arbeit fand, nahm sie eine Stelle am Krainer Landesmuseum an. Später unterrichtete Piskernik an verschiedenen Gymnasien in Laibach/Ljubljana und in Novo mesto und war Professorin an der Universität in Ljubljana. „Sie setzte sich stark für die Bildung von Frauen ein und war ihren Landsleuten immer sehr verbunden“, weiß Koschier.

„Von 1943 bis 1945 war Piskernik im KZ Ravensbrück interniert, das sie abgemagert auf 38 kg überlebte. 1953 übernahm sie die Leitung des naturwissenschaftlichen Museums in Ljubljana und begann sich intensiv mit dem Thema Umweltschutz zu befassen. Eine ihrer größten Leistungen war die Schaffung des Triglav-Nationalparks im Jahr 1961. Ihrer Zeit voraus setzte sich die Naturschützerin ebenfalls für die Schaffung eines staatsübergreifenden Naturreservates in den Karawanken ein“, so Koschier. „Um ihre Vorbildfunktion im Umweltschutz, ihren Einsatz für die Wissenschaft, die Bildung für Frauen und die Rechte der slowenischen Volksgruppe in Kärnten zu würdigen, habe ich einen Antrag zur Benennung einer Straße oder eines Platzes nach ihr eingebracht“, so Koschier abschließend.

Bildtext: Dr. Ángela Piskernik war die erste Kärntner Slowenin, die an einer Universität promovierte. Erstatzgemeinderätin Sonja Koschier setzt sich für die Benennung einer Straße oder eines Platzes nach der bekannten Botanikerin ein.
Quelle: Wikipedia

Viktring: Schießen an Wochenenden ist ab sofort verboten!

Klagenfurt (23.06. 2015) Schon lange setzen sich die Grünen für eine Verbesserung der Situation der von Lärm geplagten AnrainerInnen, die in der Nähe des Schützen- und Sportvereins Sponheim in Viktring leben, ein. Seit Jahren gibt es Beschwerden über den Schießlärm, im Juni 2014 haben sich die Betroffenen zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Neben den AnrainerInnen sind auch mehr als 110 Kinder vom Therapiezentrum Josefinum, aber auch viele Erholungssuchende, FischerInnen etc. von der Lärmbelästigung durch die Schützen betroffen.

„Dauerhafter Schießlärm wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Menschen aus“, so Umweltreferent Stadtrat Frank Frey, der sich für eine Einschränkung der Schießzeiten stark machte. „Die behördlich genehmigten Schießzeiten in Viktring waren bislang mehr als großzügig. Die Schützen durften auch an den Wochenenden zwischen 9 und 12 Uhr schießen. Mit der neuen Lärmschutzverordnung* ist das Schießen an Samstagen, Sonn- und Feiertagen nun endlich verboten!“, freut sich Frey über den Grünen Teilerfolg.

„Langfristig wird der gravierende Nutzungskonflikt zwischen der Schießstätte und dem Wohn-, Kur- und Naherholungsgebiet nur durch eine Verlegung zu lösen sein. Diese ist aber mit hohen Kosten verbunden und wird – angesichts der prekären Finanzsituation der Stadt Klagenfurt – nicht von heute auf morgen umsetzbar sein. Kurzfristig helfen wir den AnrainerInnen nun aber mit der neuen Lärmschutzverordnung. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist mit dem Lärmterror ab sofort Schluss!“, betont Frey.

Eine Verbesserung bringt die neue Lärmschutzverordnung auch für lärmgeplagte AnrainerInnen von Altglassammelbehältern. „Bislang war das Einwerfen von Altglas im Wohngebiet in der Zeit von 20 bis 7 Uhr verboten, ab sofort tritt das Verbot schon ab 19 Uhr in Kraft“, erklärt der Stadtrat.

*Die Lärmschutzverordnung der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee stammt aus dem Jahr 1981 und wurde in den letzten Jahren einige Male geändert, zuletzt 2007. Aufgrund des Bedarfs, neue Tatbestände (z.B. Sportschießen im Freien) in die Lärmschutzverordnung aufzunehmen, wurde sie nun von der Abteilung Bau- und Gewerberecht in enger Zusammenarbeit mit den Magistratsabteilungen Umweltschutz und Stadtgarten geändert.

 

Viele Gründe für ein Grünes Klagenfurt

Klagenfurt (10.02. 2015) Klagenfurt ist reif für einen Grünen Bürgermeister – da sind sich Bürgermeisterkandidat Frank Frey, Stadträtin Andrea Wulz (Listenplatz 2), Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Listenplatz 3) und Politik-Neueinsteigerin Margit Motschiunig (Listenplatz 4) einig, die bei der heutigen Pressekonferenz das Grüne Wahlprogramm für 2015 vorstellten. „Ziel ist es, an die großartigen Ergebnisse der letzten drei Wahlen (Landtags-, Nationalrats- und EU-Wahl), wo es die Grünen zur zweitstärksten Kraft in der Landeshauptstadt geschafft haben, anzuknüpfen“, betont Spitzenkandidat Frank Frey, der insgesamt 90 UnterstützerInnen auf der KandidatInnenliste hinter sich weiß. 

Erklärtes Wahlziel sei – neben dem ersten Grünen Bürgermeister – eine Verdoppelung der Gemeinderatsmandate (von fünf auf zehn) sowie zwei Sitze im Stadtsenat. Ganz wesentlich sei den Grünen, unterstreicht Frey, das Transportieren von Inhalten und die langfristige Umsetzung von Zielen, mit denen Klagenfurt lebenswerter, transparenter und bürgerinnenfreundlicher werden soll.

Voraussetzung für die Umsetzung vieler Vorhaben sei ein „saniertes Budget. Es gilt, die Finanzen mit vereinten Kräften auf Vordermann zu bringen“, so Frey, der am „fünf Minuten vor der Wahl“-präsentierten Masterplan von Bürgermeister Scheider kein gutes Haar lässt. „So etwas muss man ernsthaft angehen.“

Als Bürgermeister würde Frey zuallererst für mehr Gemeinderatssitzungen sorgen. Das zwischen zwei Gemeinderatssitzungen gut sieben Monate vergehen und die Stadt quasi handlungsunfähig ist, werde es bei ihm nicht mehr geben, verspricht Frey, der alle zwei Monate eine Gemeinderatssitzung abhalten möchte und einen Sitzungsfahrplan einführen will. „So kann sich jeder der 45 GemeinderätInnen, und da sind sehr viele Berufstätige darunter, inhaltlich darauf einstellen.“

Um die Wirtschaft in Klagenfurt langfristig anzukurbeln und die hohe Arbeitslosigkeit (derzeit ca. 10 Prozent) in den Griff zu bekommen, kündigt Frey eine aktive Betriebsoffensive an. „Wichtig ist es, ein gutes Netzwerk aufzubauen und Kontakte zu nützen.“

Umstrittene Alleingänge und Luftschlösser sollen bei Frey der Vergangenheit angehören. „Wie es nicht sein sollte, sieht man beim Hallenbad neu: Kurz vor der Wahl wird absolut unseriös eine neue Variante präsentiert – ohne den Gemeinderat einzubinden“, so Frey, der auf die Einhaltung demokratiepolitischer Spielregeln pocht. Einem Hallenbad in der Ostbucht erteilen die Grünen eine klare Absage: „Ein Großteil der Bevölkerung will kein Luxusbad in der sensiblen Ostbucht, sondern ein Sport- und Familienbad in der Stadt mit leistbaren Eintrittspreisen“, betont Frey, der die Hallenbad-Eishallen-Kombination am Standort Messeareal aus Energieeffizienz-Gründen für die beste hält.

Bei den Subventionen setzen sich die Grünen für mehr Transparenz ein. „Die Grünen sind für sinnvolle Subventionen, Subventionsentscheidungen gehören aber in den Gemeinderat und somit öffentlich gemacht“, betont Frey.

Ein weiteres Grünes Hauptanliegen ist „der Ausbau der Öffis. Bei unseren Hausbesuchen – und wir haben schon 7.500 in Klagenfurt geschafft – spielt das Thema Öffis eine große Rolle. Derzeit ist das Busnetz einer Landeshauptstadt einfach nicht würdig“, so Frey, der sich für einen Viertelstundentakt und eine intelligente Linienführung, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, stark macht. Erfreulich ist die Einführung der Buslinie 60, für die die Grünen 500 Unterschriften gesammelt haben.
Weiterer Schwerpunkt der Grünen ist der Ausbau des Radwegenetzes: „Ein sehr schönes Beispiel ist Wien, wo durch die Verbesserung des Radwegenetzes eine Frequenzsteigerung von 24 Prozent erreicht wurde – das wünsch ich mir auch für Klagenfurt!“ Für eine Belebung der Innenstadt will Frey mehr verkehrsberuhigte Zonen, u.a. sollen Pfarrplatz und Fleischmarkt autofrei sowie ein Teil der Bahnhofstraße vom Durchzugsverkehr befreit werden.

Die amtierende Stadträtin Andrea Wulz (u.a. für Umweltschutz, Listenplatz 2) hebt den Schutz der Ostbucht und des Landschaftsschutzgebietes Lendspitz-Maiernigg sowie die insgesamt 15 EU-Projekte im Bereich Umwelt hervor, die Klagenfurt eine Wertschöpfung von 12 Mio. Euro und große Impulse beschert haben. Im Bereich erneuerbare Energien und Sanierungen braucht es „weitere Impulse, um auch die Wirtschaft anzukurbeln. Die Vorarbeit ist gemacht – diesen erfolgreichen Weg gilt es fortzuführen“, so Wulz.

In den Bereichen Frauen und Familie verweist Wulz auf den erfolgreichen Weg, den Klagenfurt mit dem Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ (als erste Landeshauptstadt in Österreich) bereits in den letzten Jahren gegangen ist und auch in Zukunft – 2015 steht die Rezertifizierung – gehen soll. „12 Maßnahmen wurden begonnen und zum Teil umgesetzt, u.a. der barrierefreie Europapark-Spielplatz oder das Integrationsprojekt Hippy.“ Ein großes Problem, der die Bereiche Frauen und Familie besonders hart trifft, sei „das Versagen von Bgm. Scheider und seinem Personalreferenten Germ in der Budget- und Personalpolitik. Die Verwaltungsreform ist gescheitert, bis dato gibt es kein Personalmanagement!“

„Schönes Wohnen für alle“ fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Listenplatz 3), die sich für leistbaren Wohnraum, der sich bestenfalls zentral und fußläufig in der Nähe von Arbeitsplatz und Schule befindet, einsetzt. „Derzeit stehen 3.000 Wohnungssuchenden ca. 6.000 leerstehenden Wohnungen gegenüber“, zeigt Schmid-Tarmann das Ungleichgewicht auf. Die Gemeinderätin fordert, dass die Stadt wieder selber baut und sich Bauflächen sichert. „Derzeit haben wir das Problem, dass sich Immobilienhaie die letzten freien Flächen, die auf Widmungen aus den 70er Jahren zurückgehen, unter den Nagel reißen und überteuerte Eigentumswohnungen bauen, die sich niemand leisten kann“, so Schmid-Tarmann, die schon seit Jahren vor der drohenden Immobilienblase warnt und mit vielen Bürgerinitiativen, die sich gegen umstrittene Bauprojekte wehren, in Kontakt steht.

Weiters ist Schmid-Tarmann, die sich stets kämpferisch gegen Korruption und Spekulation stellt, die „Erhaltung unserer Lieblingsplätze, wie die Ostbucht, das Kreuzbergl als Erholungswald und seine alten Villen“ ein zentrales Anliegen. „Die gehören ebenso unter Denkmalschutz gestellt wie Lendhafen und Benediktinermarkt“, so Schmid-Tarmann, der der Ensembleschutz am Herzen liegt. Gleichzeitig betont Schmid-Tarmann, dass sie die Stadt aber nicht als Museum, sondern als Lebensraum sieht. „Die Revitalisierung und -Sanierung sowie die Innenstadt-Verdichtung durch Dachgeschoßausbauten muss Priorität haben.“

Jahrelange Forderungen von Schmid-Tarmann im Kulturbereich möchte sie in der nächsten Periode umgesetzt wissen: „Wir brauchen dringend eine öffentliche Bibliothek, ein Stadtmuseum, einen zweiten Saal fürs Volkskino und einen Kulturbeirat wie in Graz. Weiters braucht es mehr Förderungen für die freie Kulturszene, dafür einen Stopp bei Subventionen für kommerzielle Events“, betont Schmid-Tarmann, die auch einen endgültigen Abriss der leidigen Seebühne fordert.

Jahrelang auf Granit biss Schmid-Tarmann (als Vorsitzende des Ausschusses für Kindergärten, Horte und Schulen) bei der zuständigen Schulreferentin Vize-Bgm. Mathiaschitz (SPÖ) mit ihrer Forderung, Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen und Horte, einzuführen. „Wir wollen 100 Prozent Bio-Essen in den Kindergärten“, so Schmid-Tarmann.

Mit Polit-Neueinsteigerin Margit Motschiunig (Leiterin des städtischen Montessori-Kindergartens „Bunte Knöpfe“, Listenplatz 4) hat sie bei diesem Thema eine Mitstreiterin an ihrer Seite. „Ich weiß aus Erfahrung, dass derzeit viel mit Fertiggerichten gearbeitet wird. Die Gesundheit unserer Kinder muss uns einfach mehr wert sein“, betont Motschiunig, die das Thema Bildung als Schwerpunkt ihrer künftigen Gemeinderatstätigkeit sieht. „Klagenfurt braucht eine starke Bildungsoffensive“, betont Motschiunig, die im Kindergartenbereich verstärkt die Schwerpunkte Sprachen und Naturwissenschaften einbauen möchte und sich für fix angestellte Native Speaker stark macht.

Ein zentrales Anliegen ist Motschiunig „der  Rechtsanspruch auf einen Gratis-Kindergartenplatz. Es kann nicht sein, dass eine Familie mit drei Kindern derzeit 600 Euro zahlen muss.“ Weiters ist Motschiunig eine Ausdehnung der Öffnungszeiten bei städtischen Kindergärten ein wichtiges Anliegen: „Viele Mütter sprechen mich auf das Problem an. Die Kindergärten müssen von 6 bis 18 Uhr geöffnet sein“, so Motschiunig, die sich auch für einen ganzjährigen Betrieb einsetzt. „Derzeit hat nur ein städtischer Betrieb im August geöffnet. Ziel muss es sein, dass in jedem Kindergarten ganzjährig  zumindest eine Gruppe geöffnet hat.“

Ein weiterer Schwerpunkt von Motschiunig ist die Jugendarbeit. „Die Grünen fordern mehr Geld für Streetworker und FamilienintensivbetreuterInnen anstelle eines unnützen Ordnungsamtes, das sich um Hunde und Parkscheine kümmert.“

Fotos: Die Grünen Kärnten/Günter Krammer

Frey: Hände weg von der Ostbucht!

Klagenfurt (09.02. 2015) Das eigenständige Vorpreschen von Bürgermeister Scheider und den Stadtwerken betreffend eines Hallenbad-Neubaus in der Ostbucht ist für Grünen-Bürgermeisterkandidat und Gemeinderat Frank Frey „so kurz vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl absolut unseriös und nicht ernst zu nehmen. Tatsache ist, dass der Bürgermeister den Stadtwerken nicht einfach einen Auftrag erteilen kann. Die Stadtwerke sind auch kein Investor, sondern gehören zu 100 Prozent den Klagenfurterinnen und Klagenfurtern. Die Rechnung kann also nicht ohne den Wirt gemacht werden: Es braucht einen klaren Auftrag des Eigentümers – ohne Gemeinderats- und Stadtsenatsbeschluss geht gar nichts!“, stellt heute Bürgermeisterkandidat Frank Frey nochmals klar.

Was Frey scharf kritisiert, ist „die unnötige Verunsicherung der Bevölkerung. Ein Hallenbad am See bedeutet einen massiven Eingriff in das Naherholungsgebiet der KlagenfurterInnen, das schon jetzt Jahr für Jahr unter den zahlreichen Events zu leiden hat. Klagenfurt ist finanziell angeschlagen und braucht sicher keinen Wellnesstempel für TouristInnen, sondern ein Sport- und Familienbad mit leistbaren Eintrittspreisen für die Bevölkerung“, betont Frey, der weitere Großmannsucht-Projekte ablehnt: „Was kostet an einem neuen Hallenbad 50 Mio. Euro? Das wäre ja das halbe Stadion! Es gibt genügend Beispiele von vergleichbar großen neuen Hallenbädern, die nicht mal die Hälfte kosten“, so Frey abschließend.

Schmid-Tarmann: Sechs Großbauprojekte am Waldrand warten auf Startschuss nach der Wahl

Klagenfurt (04.02. 2015) Am Waldrand des Landschaftsschutzgebietes Kreuzbergl harren sechs Bauprojekte ihrer Umsetzung. „Wegen der bevorstehenden Wahl scheinen sich die beiden Verantwortlichen, Stadtplanungsreferentin Mathiaschitz und Bürgermeister Scheider als erste Bauinstanz, nicht drüber zu trauen, müssen sie doch damit rechnen, sich den Zorn vieler Betroffener zuzuziehen. Schließlich geht es um WählerInnenstimmen“, vermutet Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, die mit den betroffenen BürgerInnen, die um ihre Lebensqualität fürchten, in Kontakt steht und sie unterstützt.

„Es handelt sich um sechs geplante, sehr umstrittene Objekte, teils bewilligt, teils noch auf dem Behördenweg. Hierbei geht es um die unendliche Geschichte Felsnestweg: Das Projekt konnte durch die negative Stellungnahme vom Land gestoppt werden, jetzt ist es aber durch das STEK 2020+ möglich gemacht worden. Am Kirschhofweg sind mitten im Einfamilienhausgebiet mit großteils alten Villen gleich drei große Bauprojekte geplant, wofür jeweils alte Landhäuser abgerissen werden müssten. Ebenso brachial wäre die Umsetzung von zwei geplanten Bauprojekten am Waldhofweg, für deren Aushub erst monatelange Schremmarbeiten im Kreuzberglschiefer nötig wären.

„Ich verstehe nicht, dass den Planern nicht eine Vorgabe gemacht wird, ortsüblich zu bauen! Wie kann man in einer sensiblen, idyllische Waldrandlage dermaßen überdimensioniert bauen wollen und auch bewilligt bekommen? Ich zweifle schon lange am ästhetischen Gespür der Verantwortlichen und hoffe sehr, dass Stadtplanung und oberste Bauinstanz in der nächsten Legislaturperiode in andere, verantwortungsvollere Hände gelangen,“ so GRin Schmid-Tarmann.

Die Grüne Gemeinderätin beobachtet seit Jahren mit Argusaugen die Veränderungen des ehemaligen idyllisch-dörflichen Stadtteils St.Martin und die Kinkstraßen-Villen. „Bauspekulation und Wunsch auf exklusive Aussichtslage für Eigentumswohnungen machen die Kreuzbergl-Gegend zum Objekt der Begierde: Abrisse wie der Traditionsgasthof Müller sowie die Jahrhundertwendevilla „Felsennest“ fielen der Spitzhacke zum Opfer, um Großbauten Platz zu machen. Auf der „Rodelwiese“ neben der Kirche wurden sieben bis zu vierstöckige Klötze hingestellt, welche die romanische Kirche abdecken.
„Ich hoffe, dass diese
sechs umstrittenen Bauprojekte nie zur Umsetzung gelangen!“ so Schmid-Tarmann abschließend.



St. Martin, am Rande des Landschaftsschutzgebietes Kreuzbergl

Felsnestweg 18
Erst wurde die 100 Jahre alte Felsennestvilla geschleift, dann über 4.000 Quadratmeter Wald gerodet.Geplant sindvier zwei- bis dreistöckige, weitaus überdimensionierte Gebäude (+Dachgeschoß + Tiefgeschoß) mitten in einem Einfamilienhaus-Gebiet am Waldrand in St. Martin. Es hat erst die negative Stellungnahme vom Land gebraucht, um das Projekt zu stoppen, doch dank des STEK 2020+ wird wie durch ein Wunder die Bebauung jetzt möglich...

Kirschhofweg 7
Hier soll ein dreigeschoßiges Projekt ein altes Landhaus ersetzen. Die Zufahrt soll über den Königschlösslweg erfolgen; Königschlösslweg und Kirschhofweg sind einspurige (!) Wege! Der Abriss des bestehenden Einfamilienhauses wird in Kürze erfolgen, die Bauverhandlung dafür gab es schon.

Ecke Kinkstraße/ Kirschhofweg
Ein Wohnblock für fünf Luxuswohnungen mit Tiefgaragen auf 1242 m2 wird errichtet,  dafür muss ein altes Haus geschleift werden.  

Kinkstaße 60 /Kirschhofweg
6 + Eigentumswohnungen mit einem extra Garagengeschoß sind geplant – Die Zufahrt führt über den Kirschhofweg. Die Ausweitung des Servituts für eine asphaltierte Straße durchs Landschaftsschutzgebiet Kreuzbergl wäre nötig. Auch dafür müsste ein altes Holzhaus am Waldrand angerissen werden.

Waldhofweg 5
Mit der Bewilligung des Projektes würden 12 Wohneinheiten entstehen, gleich danach am Waldhofweg 10 10 Wohneinheiten.
Problematik: Felsiger Grund: Kreuzberglschiefer, wochenlange Schremmarbeiten nötig (Vgl. Weg am Hügel, Wölfnitz) Vervielfachung des Verkehrsaufkommens, hochgezogene Betonmauer, völlige Beschattung des Nachbargrundstückes.

Frey fordert mehr Service für Busfahrgäste!

Klagenfurt (20.01. 2015) Busse im Viertelstundentakt, 200 bis 300 Meter zur nächsten Haltestelle – das möchte Gemeinderat und Grünen-Spitzenkandidat Frank Frey in Klagenfurt umsetzen, um die Menschen „auf den Bus zu bringen“.
„Einige Maßnahmen könnten ohne großen finanziellen Aufwand sofort umgesetzt werden“, so Frey, der das Service für Klagenfurts Busfahrgäste deutlich verbessern möchte. „Es geht schlicht und einfach um die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und die Akzeptanz in der Bevölkerung.“

Unflexibel ist für Frey derzeit das „Kundenservice Mobilität“ am Heiligengeistplatz: „Das sperrt bereits um 14 Uhr zu, was mit Kundenfreundlichkeit nichts zu tun hat“, kritisiert er.

Deutliche Verbesserungen braucht es auch bei der Fahrgastinformation, die aus Freys Sicht „mittelalterlich“ ist. „Als Erstes müssen einmal alle Haltestellen mit einem übersichtlichen, leicht lesbaren Fahrplan ausgestattet werden.
Der zweite Schritt sind elektronische Echtzeit-Angaben, damit die Fahrgäste sofort über die Abfahrts- und Wartezeiten sowie über etwaige Verspätungen Bescheid wissen“, fordert Frey eine deutliche Verbesserung der Fahrplanauskunft und eine qualitative Aufwertung der Bushaltestellen. „Die Fahrgäste sollen auf die Minute genau wissen, wann der nächste Bus kommt. In anderen Städten ist das bereits selbstverständlich.“

Frey: Günstigere Bustickets, bessere Vernetzung

Klagenfurt (12.01. 2014) Um die Grüne Verkehrswende in der Landeshauptstadt voranzutreiben braucht es mehrere Maßnahmen, betont heute Bürgermeisterkandidat Frank Fey. „Ich stehe für eine moderne Verkehrspolitik und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der attraktiv und leistbar sein sollte. Wenn die KlagenfurterInnen mit dem Bus schneller, bequemer und günstiger von A nach B kommen, lassen sie ihr Auto in der Garage“, ist Frey überzeugt.

Als ersten Schritt kann sich Frey – wie in den Medien diskutiert – eine günstigere Stadtwerke-Jahreskarte nach dem Grazer Vorbild vorstellen. „Das kann aber nur Hand in Hand mit einer durchdachteren Linienführung gehen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist der neue Verkehrsknotenpunkt Universität – die Schaffung weiterer, attraktiver Verkehrsknotenpunkte in allen anderen Stadtteilen ist der nächste“, unterstreicht Frey, der auch überzeugt davon ist, dass eine Verdichtung des Haltestellen-Netzes wesentlich zur Steigerung der Fahrgast-Zahlen beitragen würde. „Niemand soll in Klagenfurt mehr als 200 bis 300 Meter bis zur nächsten Bushaltestelle gehen müssen!“
Wichtig sind dem Spitzenkandidaten auch „gemeindeübergreifende Lösungen für die vielen PendlerInnen. Die günstigen Stadtwerke-Tickets müssen auch für Nicht-KlagenfurterInnen gelten.“

Ein zentrales Anliegen ist den Grünen auch die Verbesserung der nächtlichen Infrastruktur für Jugendliche. „Taxis können sich viele nicht leisten. Um Jugendlichen ein gefahrloses Heimkommen zu ermöglichen, setzen wir uns für Nachtbusse ein. Diese könnten freitags und samstags bis zwei Uhr Früh zu jeder vollen Stunde verkehren“, so Freys Vorschlag.

Schießstätte: Grüne fordern Ende des Lärmterrors

Klagenfurt (22.12. 2014) Schon lange fordern die Grünen Hilfe für die von Lärm geplagten AnrainerInnen, die in der Nähe des Schützen- und Sportvereins Sponheim in Viktring leben. Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann ist mit der Bürgerinitiative „Stoppt den Schießlärm“ in Kontakt und kennt ihren langen Leidensweg. In der heutigen Gemeinderatssitzung bringt sie deshalb eine Anfrage (die sich an den zuständigen Sport-Stadtrat Jürgen Pfeiler richtet) sowie einen Antrag zur Verlegung der Aktivitäten mit Faustfeuerwaffen an einen anderen Ort ein. „Der Lärmterror muss endlich ein Ende haben!“, betont Schmid-Tarmann.

„Seit mittlerweile 15 Jahren gibt es AnrainerInnenbeschwerden, im Juni 2014 haben sich die Betroffenen dann zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen“, berichtet die Mandatarin. „Das Ganze hat nun eine immer größere Dimension erreicht: Neben hunderten AnrainerInnen geht es um mehr als 110 Kinder vom Therapiezentrum Josefinum, aber auch um die vielen Erholungssuchenden, FischerInnen und NaturschützerInnen. Den Menschen muss endlich geholfen werden! Permanenter Schießlärm wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.“  

Der gravierende Nutzungskonflikt zwischen der Schießstätte und dem Kur-, Wohn- und Naherholungsgebiet sei langfristig nur durch eine Verlegung zu lösen, ist Schmid-Tarmann überzeugt. „Deshalb fordere ich die Verlegung der Aktivitäten mit Faustfeuerwaffen an einen anderen Ort.“

Frey: Bahnhofstraße soll autofrei werden!

Klagenfurt (17.12. 2014) Seit Jahren zählt die Bahnhofstraße, einst florierende Einkaufsmeile, zu Klagenfurts Sorgenkindern: „Um die Bahnhofstraße wiederzubeleben, braucht es eine echte Verkehrsberuhigung. Sie muss vom Durchzugsverkehr befreit werden, um den Menschen wieder ein gefahrloses Flanieren und Einkaufen zu ermöglichen“, ist Bürgermeisterkandidat Frank Frey überzeugt, der eine verkehrsberuhigte Zone von der Priesterhausgasse bis zur Paulitschgasse fordert. „Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass autofreie Zonen zu einer Belebung der Innenstadt und zu einer Erhöhung der Lebensqualität beitragen“, so Frey, der hinzufügt: „Das Ganze muss natürlich in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden werden und gut durchdacht sein. Zufahrten zu Ärzten oder Zulieferungen sollten natürlich weiterhin möglich sein. Um auch autofrei mobil zu sein, könnte ein Bummelzug eingesetzt werden – das wäre eine tolle Attraktion für TouristInnen und Einheimische.“