Grüne Klagenfurt

Waisenhauskaserne: Stadt pflegt nach wie vor privaten Park

Klagenfurt (23.10. 2013) Vor über einer Woche wurde in den Medien über die Gefährdung von Bäumen und Baumwurzeln im Maria Theresia Park durch riesige Häufen von Aushubmaterial berichtet. Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann forderte in einer Presseaussendung Konsequenzen und prangerte den rücksichtslosen Umgang der Baufirma mit den Bäumen an (http://klagenfurt.gruene.at/Waisenhauskaserne-Liebloser-Umgang-mit-Park-und-Baeumen-Lebensqualitaet-schwindet). „Geändert hat sich an der Situation leider nichts. Ich quere den Maria Theresia Park nahezu täglich, noch immer türmen sich Häufen von Aushubmaterial und ersticken die Baumwurzeln“, ärgert sich Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, die sich auch darüber wundert, dass der Park, der sich ja in Privatbesitz befindet, trotzdem von der öffentlichen Hand – der Abteilung Stadtgarten – betreut wird: „Die Kosten für die Pflege des Parks übernimmt seit vielen Jahren die Stadt Klagenfurt, also die  SteuerzahlerInnen“, so Schmid-Tarmann, die bereits im März 2011 eine Anfrage an den zuständigen Referenten, Stadtrat Wolfgang Germ, gestellt hat und die Pflege dieser privaten Liegenschaft hinterfragt. „Schließlich bleibt vom öffentlich zugänglichen Maria-Theresia-Park nicht mehr viel übrig – nachdem der Bauunternehmer Flächen für die privaten Gärten der Neubauten und für sein Restaurant beansprucht“, kritisiert Schmid-Tarmann und betont abschließend: „Auch private HauseigentümerInnen müssen auf eigene Kosten für die Pflege von Gehsteigen aufkommen, die öffentlich zugänglich sind.“

Fotos (2): E. Schmid-Tarmann

Waisenhauskaserne: Liebloser Umgang mit Park und Bäumen – Lebensqualität schwindet

Baumwurzeln, andere Bäume hat man bereits gefällt – obwohl sie erhalten hätten werden müssen,“ berichtet Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann nach einem Lokalaugenschein. „Es geht einfach nicht, dass sich eine Baufirma alles erlauben kann und keinerlei Rücksicht auf Mensch und Natur nimmt. AnrainerInnen fühlen sich zunehmend machtlos und ihr Zorn steigt, da ihre Einwände nicht ernst genommen werden“, kritisiert Schmid-Tarmann, die von den betroffenen AnrainerInnen seit 2009 auf dem Laufenden gehalten wird. „Rechtskonform zu handeln, heißt nicht immer, gerecht zu handeln. Baufirmen reizen oft den Rahmen der Legalität voll aus, was aber nicht heißt, dass es moralisch nicht bedenklich ist“, so Schmid-Tarmann, die von Anfang an Ungereimtheiten rund um das umstrittene Bauprojekt aufgezeigt und sich für die Erhaltung des öffentlichen Maria-Theresia-Parks eingesetzt hat.

„Die AnrainerInnen leiden unter der schwindenden Lebensqualität, vom bislang öffentlichen Maria-Theresia-Park bleibt nicht mehr viel übrig“, zeigt die Gemeinderätin auf. „Die Baufirma nimmt den Menschen scheibchenweise etwas von ihrem Park weg – indem die Privatgärten der Neubauten einfach im Park errichtet werden, obwohl das laut Gutachten des Landes dem Charakter eines Parks widerspricht. Und indem der Sitzgarten des geplanten Restaurants einfach in den Park hinein gebaut und somit nicht mehr öffentlich zugängig wird“, so Schmid-Tarmann, die der Meinung ist, dass die Baufirma Kollitsch das Restaurant auch in einem anderen Bereich des 22.350 Quadratmeter großen Grundstücks, und nicht direkt in den Park, errichten könnte.

Den Bürgermeister als oberste Bauinstanz der Stadt Klagenfurt fordert Schmid-Tarmann auf, u.a. diese Baufirma in die Schranken zu weisen. „Es ist nicht länger tolerierbar, dass sich Baufirmen alles herausnehmen können, berechtigte Einsprüche von AnrainerInnen generell abgewiesen werden und der lieblose Umgang mit Bäumen bzw. illegales Fällen ohne Konsequenzen bleibt.“ 

Fotos (2): E. Schmid-Tarmann

Ein Mega-Kindergarten mit Problemen

Klagenfurt (17.09. 2013) Mit sechs Kindergartengruppen und fünf Hortgruppen war der Kindergarten mit Hort in der Feldkirchner Straße schon früher einer der größten Österreichs. Im Sommer sind noch zwei Kindergruppen – jene des Kindergartens „Du & Ich“ aus der Waisenhauskaserne – dazu gekommen. Somit hat er der Stadtgemeinde Pressbaum in Niederösterreich den Rang abgelaufen, welche ihren Kindergarten mit sieben Gruppen (noch) als den größten und modernsten Kindergarten Österreichs bezeichnet.

„Der Kindergarten in der Feldkirchner Straße gleicht einer Mega-Anstalt, auf die wir uns nichts einbilden brauchen. Der Abriss der 250 Jahre alten Waisenhauskaserne, die unter Denkmalschutz hätte gestellt werden müssen, war ein Fiasko. Seit 1951 war der Kindergarten „Du & Ich“ in der Waisenhauskaserne beheimatet. In den letzten drei Jahren haben die Kinder in dem Abbruchhaus ausharren müssen, bis zuletzt haben die Leiterin des Kindergartens und ihre Kolleginnen versucht, die heimelige Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Der Dank dafür ist, dass man die Leiterin nun kurz vor dem Umzug in den neuen Kindergarten mehr oder weniger elegant entsorgt hat“, kritisiert GRin Schmid-Tarmann, Obfrau des Kindergartenausschusses.

Der Umstand, dass der Kindergarten in der Feldkirchner Straße nun noch größer geworden ist, hat die Lage verschärft: „Wegen der Bauarbeiten ist der ursprünglich 8.500 Quadratmeter große Garten durch Zubau, Container und Bauzäune wesentlich kleiner geworden. Mehr als 300 Kinder teilen sich nun das Areal. Als Lehrerin weiß ich, dass eine verantwortungsvolle Aufsicht so kaum möglich ist, außer es gibt ein strenges Nutzungskorsett, das wiederum im Widerspruch zum spontanen Bewegungsdrang der Kinder steht.“  

Ein weiteres Problem ist die Verkehrssituation: „Das Hinbringen bzw. Abholen der Kinder wird zum Spießrutenlauf, Parkplätze waren immer schon rar. Sein Kind mit dem Fahrrad hinbringen zu wollen, kann man wegen des starken Verkehrs-
aufkommens vergessen, denn es gibt auf der Feldkirchner Straße keinen Radweg.“ Vor allem für die Hortkinder ist die Situation unangenehmen: Nach Lärm und Staub durch Abriss- und Bauarbeiten werden sie jetzt ein Jahr lang in einem Container untergebracht. „Und nach wie vor gibt es zahlreiche Ungereimtheiten um die Entscheidung für den Neubau des Mega-Kindergartens. Ich bin davon überzeugt, dass hier nicht zum Wohle der Stadt gehandelt wurde (siehe Vorgeschichte), deshalb behalte ich mir rechtliche Schritte vor“, resümiert die Mandatarin.

Zur Vorgeschichte des Kindergartens „Du & Ich“:

Nach dem Verkauf der Waisenhauskaserne sollte diese abgerissen, der seit 1951 darin beheimatete Kindergarten vom Unternehmerpaar Lanner auf dem Areal neu gebaut und an die Stadt vermietet werden. Der Vertrag war fertig, der Beschluss wurde im Stadtsenat abgesegnet. Doch bereits ein Jahr nach dem Kauf wechselte das Areal seinen Besitzer. Von einem Neubau des Kindergartens war keine Rede mehr, es wurde beschlossen, den Kindergarten „Du & Ich“ in den bestehenden Kindergarten in der Feldkirchner Straße umzusiedeln, diesen zu renovieren und auszubauen. Dafür muss die Stadt allerdings tief in die eigene (leere) Kasse greifen und etwa vier Millionen Euro aufbringen. Das Kontrollamt der Stadt Klagenfurt befasst sich in dieser Causa bereits mit der Sachverhaltsdarstellung von Gemeinderätin Schmid-Tarmann.

Daten & Fakten zum Kindergarten und Hort Feldkirchnerstraße:

Feldkirchner Straße

Zur Zeit werden fünf Kindergartengruppen und zwei Hortgruppen geführt.

Kindergarten: 
3 Ganztagesgruppen von 6:30 bis 17:30 Uhr
1 Ganztagsintegrationsgruppe von 6:30 bis 17:30 Uhr
1 Mittagsgruppe von 7:00 bis 13:00 Uhr
1 Halbtagesgruppe von 8:00 bis 12:00 Uhr 1 Mittagsintegrationsgruppe von 6:30 bis 13:00 Uhr

Hort:                    
3 Ganztagsgruppen von 9:00 bis 17:00 Uhr
Integrationsgruppen ganztags von 9:00 bis 17:00 Uhr
An schulfreien Tagen von 7:00 bis 17:00 Uhr

„Du und Ich“ (seit 1951 in der Waisenhauskaserne untergebracht gewesen)

Im Betrieb werden zwei Kindergartengruppen geführt.
1 Ganztagsgruppe von 7.00 bis 17.00 Uhr
1 Mittagsgruppe von 8:00 bis 13:00 Uhr

Quelle:  www.klagenfurt.at

Missachtung von Bebauungsplänen wird zunehmend zum Problem!

Klagenfurt (04.09. 2013) Besorgte AnrainerInnen des Areals der ehemaligen Waisenhauskaserne alarmierten gestern die Grünen. „Es wurden zwei große Bäume gefällt, obwohl diese im Bebauungsplan als zu erhalten markiert sind“, so eine erboste Anrainerin. Über die Unverfrorenheit der Baufirma, die am Areal der ehemaligen Waisenhauskaserne nach deren Abriss fünf Wohnblöcke und ein Restaurant baut, ärgert sich auch Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann: „Es ist skandalös, dass sich die Firma einfach über den Bebauungsplan hinwegsetzt“, so  Schmid-Tarmann, die sich von Beginn an gegen den Abriss der historisch bedeutsamen Waisenhauskaserne gestellt hat. Auch die Teil-Privatisierung des bislang öffentlichen Maria Theresia Parks empört die Gemeinderätin: „Der Park war immer öffentlich! Jetzt wird ein Großteil davon zu Privatgärten und einem Restaurant-Sitzgarten. Der Bevölkerung wird einfach ein öffentlicher Park genommen – zum Vorteil eines privaten Bauunternehmers.“

In den letzten Jahren haben sich unzählige AnrainerInnen mit ihren Sorgen und Einsprüchen betreffend Großbauprojekten an die Grünen gewandt und um Unterstützung gebeten. „Für viele sind Entscheidungen, die seit 2009 in den Wirkungsbereich von Stadtplanungsreferentin Mathiaschitz fallen, nicht nachvollziehbar bis skandalös“, so Schmid-Tarmann, die eine „Bausünden-Liste“ mit  mittlerweile über 40 Negativbeispielen führt.  „Es scheint so, als ob Mathiaschitz jedem Bauvorhaben Tür und Tor öffnet, möge es noch so umstritten sein. Sie arbeitet nicht für die  BürgerInnen, sondern für die Baulobby“, spart die Grünen-Gemeinderätin nicht mit Kritik an der Stadtplanungsreferentin.

Auffällig ist, dass mittlerweile „immer ungehemmter öffentlicher Raum privatisiert sowie Bebauungspläne und die Klagenfurter Bebauungsplanverordnung missachtet werden – wie auch das aktuelle Beispiel der Baumschlägerungen und illegale Abrisse von historischen Gebäuden in der Vergangenheit zeigen. Für Baufirmen, die sich nicht an die Regeln halten, muss es Sanktionen geben. Die Grünen prüfen rechtliche Schritte“, so Schmid-Tarmann abschließend.  

Auszug aus der „Bausünden-Liste“:

Bauprojekt „Maria-Theresia-Park“ - Areal der Waisenhauskaserne (Kollitsch)      
„Wohnpark“ (vormals „Generationenpark“; Kollitsch)
„Unipark“ (Kollitsch)
Bebauung Dermuthwiese (Kollitsch)
Bebauung „Strucklwiese“ (Kollitsch)
Abriss Landhaus Egerland
Gasthof Müller (Rapatz)
Vier Wohnblöcke statt der Felsennestvilla (Riedergarten)
Sieben Wohnblöcke vor romanischer Kirche (Real)
„Wohnoase St.Martin “ (Riedergarten)
Bebauung „Pagitzgründe“
uvm.

Wieder große Aufregung um das Abrissobjekt Waisenhauskaserne

Klagenfurt (28.05.2013) AnrainerInnen sprechen von einem unglaublichen Skandal, Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann von erstaunlicher Chuzpe zum Nachteil der Stadt: Am Donnerstag, dem 23.5.2013, fand um 8:15 Uhr fast im Geheimen eine Bauverhandlung statt, denn nur eine Handvoll anwohnende EigentümerInnen waren geladen. Es ging um das Bauvorhaben, anstelle des ursprünglich versprochenen Kindergarten-Neubaues das Restaurant „Maria Theresia Park“, mit Büroräumlichkeiten im Obergeschoß, zu errichten. Die Grün-Mandatarin berichtet: „Als ich durch AnrainerInnen von der Verhandlung informiert wurde, konnte ich es vor Ort gar nicht glauben: Unverfroren nutzt man wieder die Situation aus, dass seitens der Stadtplanungsreferentin Mathiaschitz für jegliches Bauvorhaben, möge es noch so umstritten sein, Tür und Tore offen stehen. Die Erfahrung zeigt: Fundiert vorgebrachte Einwendungen werden von der Beamtenschaft stets gewissenhaft aufgenommen. Letztlich werden alle Einsprüche den Baubeginn höchstens verzögern können, aber vergebens sein: Wieder wird ein höchst umstrittenes Vorhaben einfach durchgezogen."

Viele Menschen sind davon betroffen, dass die Lebensqualität rund um den Park immer schlechter und der Park immer kleiner wird, wie die vielfältigen fundierten Einsprüche zeigen.

„Ich bin mit den AnwohnerInnen einer Meinung, dass Kollitsch das Restaurant in einem anderen Bereich des 22.350 Quadratmeter großen Grundstückes, und nicht direkt in den Park, errichten sollte. Der Bedarf könnte gegeben sein, sind doch jetzt so viele Menschen in seine ,Stattvillen–Siedlung` gezogen. Und es werden immer mehr werden. Aus eben diesem Grund wird für junge Familien hier auch ein Kindergarten benötigt. Der Kindergartenbau soll wie vorgesehen errichtet werden", fordert die Vorsitzende des Kindergartenausschusses GRin Schmid-Tarmann abschließend.

Waisenhauskaserne: Grüne fordern nochmals sofortigen Schutz der Kindergartenkinder!

 

Der Abriss der Waisenhauskaserne und die Neubebauung des Areals sorgt weiter für Ärger: „Die Beschwerden der Betroffenen häufen sich wieder.Die Aushubarbeiten für Tiefgaragen der neuen Wohnblöcke des Projektes Maria-Theresia-Park werden nämlich genauso rücksichtslos wie zuvor der Teilabriss durchgeführt“, ärgert sich Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, denn: „Die AnrainerInnen, vor allem aber die Kinder und Pädagoginnen des Kindergartens Du & Ich, der noch mindestens bis Sommer 2013 in dem Abbruchobjekt untergebracht ist, sind weiterhin einer unerträglichen Staub- und Lärmbelastung ausgesetzt. Sie können auch nicht im Freien an der frischen Luft spielen“, sorgt sich Schmid-Tarmann, Vorsitzende des Kindergartenausschusses, um das Wohlergehen der Kinder. „Die Kinder müssen geschützt werden!“

Die Grün-Mandatarin pocht auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Regeln: „Die schweren Erdbewegungen beim Aushub haben gewissenhaft und mit ausreichender Wasserzufuhr zu erfolgen, die Deutenhofenstraße ist täglich zu reinigen. Es ist lächerlich, wenn der Bauträger die AnrainerInnen mit einem Gutschein für eine Autowäsche abspeisen möchte, denn den Dreck einatmen müssen sie ja trotzdem. Und auf die Kindergartenkinder vergisst er ganz“, stellt Schmid-Tarmann fest, die „wöchentliche stichprobenartige Überprüfungen der Staub- und Lärmbelastung“ fordert.

Schon am 6. Dezember 2011 hatte die Grünen-Gemeinderätin in der Gemeinderatssitzung einen Antrag gestellt, etwas gegen die gesundheitsgefährdende Situation der Kinder und Pädagoginnen im Abbruchobjekt der ehemaligen Waisenhauskaserne zu unternehmen: „Der Bauschutt wurde beim Abreißen nur unzureichend befeuchtet, obwohl dies vorgeschrieben ist. Dadurch stieg die Schadstoffkonzentration in der Luft auf ein bedrohliches Ausmaß an. In der ersten Phase der wochenlangen Abbrucharbeiten der Kaserne ab Jänner 2010 war die Staubentwicklung sogar so groß, dass die AnrainerInnen die Fenster verkleben mussten “, berichtet Schmid-Tarmann.

Zur Vorgeschichte:
Nach dem Verkauf der Waisenhauskaserne sollte diese abgerissen, der seit 1951 darin beheimatete Kindergarten vom Unternehmerpaar Lanner auf dem Areal neu gebaut und an die Stadt vermietet werden. Der Vertrag war fertig und der Beschluss dafür im Stadtsenat abgesegnet. Doch bereits ein Jahr nach dem Kauf wechselte das Areal seinen Besitzer. Von einem Neubau des Kindergartens war keine Rede mehr, es wurde beschlossen, den Kindergarten in den bestehenden Kindergarten in der Feldkirchner Straße umzusiedeln. Dafür muss die Stadt allerdings tief in die leere Kasse greifen und etwa vier Millionen Euro aufbringen. Das Kontrollamt der Stadt Klagenfurt befasst sich in dieser Causa bereits mit der Sachverhaltsdarstellung von Gemeinderätin Schmid-Tarmann.
(Schluss)

http://www.kollitsch.eu/Wohnprojekte/Maria-Theresia-Park/Kontakt

Kindergarten „Du & Ich“: Eltern werden ein weiteres Mal übergangen!

Im Herbst ist der Kindergarten „Du & Ich“ Geschichte – zumindest am derzeitigen Standort im Abbruchhaus der Waisenhauskaserne. Er soll bekanntlich mit dem Kindergarten Feldkirchner Straße zusammengelegt werden – die Stadt errichtet einen Zubau (Investitionssumme: 3,9 Mio. Euro).  

Irritiert sind Eltern, die ihre Kinder im Kindergarten „Du & Ich“ anmelden möchten, über die Anmeldesituation. Sie  können sich nämlich nur bei der Leiterin des Kindergartens in der Feldkirchner Straße anmelden. „Die Begründung der zuständigen Referentin Mathiaschitz, dass das Anmelde-Büro für beide Leiterinnen – Gabriele Tragbauer vom Kindergarten Du & Ich und Inge Klemen vom Kindergarten in der Feldkirchner Straße – zu klein wäre, kann nur ein Faschingsscherz sein. Den Eltern geht es im Vorfeld ja nicht um die Räumlichkeiten, sie wollen die Kindergarten-Pädagoginnen kennenlernen“, versteht Schmid-Tarmann die Aufregung der Eltern.  

„Mathiaschitz versichert, dass beide Einrichtungen auch künftig weiterhin eigenständige Betriebe bleiben, warum behandelt sie sie dann nicht so? Es gibt keinen plausiblen Grund, warum die Anmeldungen nicht direkt im Kindergarten Du & Ich vorgenommen werden können“, so Schmid-Tarmann, die kritisiert, dass sowohl die Kindergarten-Leitung als auch die Eltern einfach übergangen werden.

„Es wird über die Köpfe der Eltern hinweg entschieden – das ist nicht neu. Schließlich hat die Stadt von Anfang an die Betroffenen des Kindergartens in der Causa  Waisenhauskaserne nicht eingebunden. Mit dem Abbruch und der Zwangsübersiedelung wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert die Grün-Mandatarin, die aufgrund mehrerer Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Causa das Kontrollamt eingeschaltet hat. „Im Herbst 2012 habe ich beim Kontrollamt eine Sachverhaltsdarstellung beantragt.“

Projekt Waisenhauskaserne: Zu dichte Bebauung und Überdimensionierung!

Drei Stunden lang (!) dauerte die Bauverhandlung über das Bauprojekt auf dem Areal der ehemaligen Waisenhauskaserne. Zuvor verging zwischen Zustellung und Anberaumung der Bauverhandlung bekanntlich nur eine Woche! Obwohl einige Betroffene auf Urlaub weil(t)en, gab es jede Menge Einsprüche von AnrainerInnen wegen der zu erwartenden Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität, z.B. durch die geplante Tiefgarage mit 200 Stellplätzen.

Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann: „Die Dimension der sechs geplanten Gebäude ist viel zu gewaltig für dieses Wohngebiet. An der gegenüberliegenden Seite der Aichelburg-Labia-Straße befindet sich die Papageno-Siedlung aus den 20er Jahren, bestehend aus einstöckigen Einfamilienhäusern. Zwei der geplanten Blöcke werden vierstöckig sein, drei mit zwei Stockwerken plus Penthouse. Da insgesamt 87 Wohnungen geplant sind, werden bald hunderte Menschen in dem Viertel, in unmittelbarer Nähe der Stadt(Statt)-Villen in der Aichelburg-Labia-Straße, leben.“
(Anm.: „Ich nenne sie Statt-Villen, weil sich in dieser Villengegend keine Villen, sondern 15 bis zu sechsstöckige Wohnsilos erheben!“)

Befremdlich findet Schmid-Tarmann Folgendes: „Die AnrainerInnen haben erst bei der Bauverhandlung den neuen Teilbebauungsplan gesehen, der krass vom Bebauungsplan des Vorbesitzers Lanner abweicht: Das am nordostseitigen Rand geplante Gebäude rückt jetzt nahe an die anderen Gebäude in die Mitte, die frei bleiben hätte sollen. Die Bebauung wird also dichter! Über die dadurch freiwerdende Fläche im Nordosten wird laut Stadtplanung  ein weiteres Mal verhandelt. Das heißt, es bleibt nicht bei sechs Blöcken, sondern es kommen noch weitere hinzu!“, so Schmid-Tarmann. „Und das Schicksal des Maria-Theresia-Parks ist nach wie vor ungewiss“, kritisiert die Gemeinderätin.

Waisenhauskaserne: Bürgernähe gleich Null!

Am 17. August 2011 wurde die Ladung für die am 25. August 2011 anberaumte Bauverhandlung für das Riesen-Wohnprojekt auf dem Waisenhauskasernenareal zugestellt. „Den betroffenen AnrainerInnen bleibt in der Haupturlaubszeit des Jahres, Mitte August, nur eine Woche Zeit, um eine Urlaubs- oder Rechtsvertretung zu organisieren“, ärgert sich Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Die Grünen). Da dem Schreiben – wie üblich - kein Bebauungsplan beiliegt, können auch etwaige Einsprüche nicht vorbereitet werden. Schmid-Tarmann hält dies für ein „demokratiepolitisch bedenkliches Vorgehen der Stadt-Ver-Planungsreferentin: Das System ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Überrumpeln, Einsprüche abschmettern und über die BürgerInnen drüberfahren. Jedes grüne Fleckchen in den schönsten Wohngegenden wird im Einheitsbaustil zugepflastert. Die Baulöwen haben ungebremste Fahrt.“

Schmid-Tarmann weiter: „Natürlich könnte man argumentieren, dass die halbzertrümmerte Waisenhauskaserne ein Schandfleck sei und man froh sein müsse, wenn endlich gebaut werde. Aber gerade das hat mittlerweile System: Die Reihenfolge ist falsch! Zuerst wird ein 250 Jahre altes historisches Gebäude zertrümmert, dann erfolgt erst die Bauverhandlung. Auch bei den Projekten in der Schumanngasse bzw. in der Kranzmayerstraße werden erst riesige Wohnblöcke gebaut, ein ordentliches Stadtentwicklungs- und Verkehrskonzept fehlen aber! Da muss ich auch dem FPK-Bürgermeister als oberste Bauinstanz den Vorwurf machen, dass er dem Treiben seiner SP-Koalitionspartnerin tatenlos zusieht.“

In allen Stadtteilen bleiben frustrierte AnrainerInnen fassungslos zurück.  „Es kann nicht sein, dass die Interessen der Bauwirtschaft permanent vor die der BürgerInnen gestellt werden. So kann es nicht weitergehen!“ prangert Schmid-Tarmann die fehlende Bürgernähe an.

 

Waisenhauskaserne: „Kindergarten-Deal ist ein Desaster!

Jetzt ist es amtlich, wovor die Grünen schon seit langem warnen: 50 Kinder aus dem „Du & Ich“-Kindergartenstandort in der ehemaligen Waisenhauskaserne müssen umziehen – und zwar in den künftigen „Mega-Kindergarten“ in der Feldkirchner Straße, der nach einem kostspieligen Umbau ein „Fassungsvermögen“ von knapp 200 Kindern haben wird.

Bereits im Jänner 2011 zeigte Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, Vorsitzende des Ausschusses für Kindergärten, Horte und Schulen, auf, dass die Stadt bei einem Umzug in die Feldkirchner Straße tief in die Tasche greifen müsste: „Jetzt ist der ,worst case` eingetreten: Unglaubliche drei Millionen Euro will Mathiaschitz investieren!“, ärgert sich Schmid-Tarmann darüber, dass die Kindergartenreferentin wieder einem bestimmten Bauunternehmer einen Megavorteil verschafft: „Der lacht sich ins Fäustchen: Er muss den Kindergarten jetzt nicht – wie versprochen – selber bauen und spart sich einen Haufen Geld. Und für den  Auszug von ,Du & Ich`zahlt er läppische 200.000 Euro Ablöse für den unbefristeten Mietvertag aus dem Jahr 1951. So ein Vertrag ist Goldes wert. Hier wurde eindeutig schon wieder zum Nachteil der Stadt schlecht verhandelt!“, ist die Gemeinderätin entsetzt.

Scharfe Kritik übt Schmid-Tarmann auch an der horrend hohen Miete, die der Bauunternehmer von der Stadt Klagenfurt für den Kindergarten, den er auf dem Platz der ehemaligen Waisenhauskaserne neu bauen hätte sollen, verlangen wollte: „4.000 Euro pro Monat? Eine solche Summe ist unmoralisch, daher wurde ein anderer Standort erwogen. Ebenso verwerflich ist es, dass die Kindergartenreferentin klein beigibt, indem sie zulässt, dass die Stadt für die Kosten am neuen Standort fast gänzlich alleine aufkommt.“  Schmid-Tarmann abschließend: „Leider erhärtet sich ein weiteres Mal mein Verdacht, dass die Klagenfurter SPÖ-Chefin der Baulobby zuarbeitet und sich nicht um die Interessen der Klagenfurter BürgerInnen schert. Große Trauer und Unmut herrscht unter den Betroffenen, welche die Geborgenheit des kleinen Kindergartens nun gegen eine riesige ,Anstalt` tauschen müssen“.