Grüne Klagenfurt

Ensembleschutz – höchste Zeit, die Altstadt zu schützen

GRin Evelyn Schmid-Tarmann und GR Elias Molitschnig sehen das Vorhaben des Bundesdenkmalamtes, den Ensembleschutz für den Alten Platz zu prüfen, als Erfüllung einer lange bestehenden Forderung der Grünen. Öffentliches Interesse geht vor privaten Begehrlichkeiten.

„Das Bundesdenkmalamt prüft, ob die Klagenfurter Altstadt unter Denkmalschutz gestellt wird. Wir Grüne unterstützen dieses Vorhaben voll und ganz“, legt Evelyn Schmid-Tarmann den Grünen Standpunkt dar. „und wir haben schon seit 2009 darauf hingearbeitet.“

„Derzeit gibt es in dieser Zone keine Handhabe um die hochwertige Durchgängigkeit der Fassaden und den Erhalt der ehrwürdigen Bausubstanz zu gewährleisten. Für viele ProkjektentwicklerInnen ist der Umgang mit bestehender Bausubstanz zu aufwändig und deshalb setzen wir uns intensiv für Förderinstrumentarien ein, die Mehraufwendungen abgelten sollen, damit unsere lebenswerten Altstadtzonen auch für unsere Nachkommen erhalten bleiben“, stellt GR DI Elias Molitschnig fest. „Für diese Qualitäten lohnt es sich zu kämpfen und gegebenenfalls muss mehr Hirnarbeit geleistet werden bevor der Abriss beantragt wird - die Gebäude haben es sich verdient.“

„Digitalisierung, Onlinehandel und der Trend, überdimensionierte Einkaufstempel zu bewilligen, stellen eine harte Konkurrenz für den lokalen Handel dar. Im Jahr 2017 standen in der Klagenfurter Innenstadt 10,6% der Geschäftsflächen leer, und das bei einem Österreich-Schnitt von 4,8%“, weiß GRin Schmid-Tarmann zu berichten. „Der Gegenentwurf zum ‚Global Shopping Village‘ ist ein zufriedenstellender Branchenmix, individuelle Lösungen unter starker Bezugnahme auf die ‚Marke Klagenfurt‘, Regionalität (Handwerks-, Bauern- und fair gehandelte Produkte) und eine Entschleunigung des Einkaufserlebnisses. Eine denkmalgeschützte City kurbelt den Kulturtourismus an, ist ein Frequenzbringer, der wiederum zum Flanieren und Shoppen einlädt. “
„Hinter dem Vorstoß der Vertreterin der Innenstadtkaufleute, gegen das Vorhaben des Bundesdenkmalamtes ins Feld zu ziehen, könnten ganz private Motive verborgen sein“, vermutet die Grüne Wirtschaftssprecherin „denn der Denkmalschutz ist natürlich für die ImmobilieneigentümerInnen mit Auflagen und Wertminderung (Grundbuchvermerk: Denkmalschutz) verbunden.“

„In allen Gebäuden ist ‚graue Energie‘ gespeichert. Darunter versteht man die Energie die es gebraucht hat um die Werkstoffe und Baumaterialien herzustellen. Das wird derzeit in den wirtschaftlichen und ökologischen Abwägungen unzureichend berücksichtigt und muss aufgrund von klimapolitischen Zielsetzungen und der Verantwortung für die kommenden Generationen viel stärker berücksichtigt werden. Im Hinblick auf die Energieeffizienz ist es ein ökologischer Schildbürgerstreich, alte, intakte Bausubstanz durch neue zu ersetzen. Selbst das immer beliebter werdende ‚Aushöhlen‘ der Häuser unter Belassung der historischen Fassade aus baukultureller Sicht höchst bedenklich.“, gibt GR Elias Molitschnig zu bedenken und fügt hinzu: „Es sind die Menschen, die dem öffentlichen Raum das Leben einhauchen und die Plätze und der Raum zwischen den Häusern sind deren Bühne. Wenn Neugestaltung, dann muss ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren vorgeschalten werden und darüber hinaus soll ein Fachbeirat für Gestaltungsfragen geschaffen werden, der Stadt, BürgerInnen und ProjektentwicklerInnen berät. Der erste Gedanke muss immer die Bewahrung der Identität der Stadt sein und Hand in Hand mit der Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bewohner- und BesucherInnen gehen.“

Veröffentlicht am 15.11.2019 um 19:47
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