Grüne Klagenfurt

Ost-Spange – Ein Rückschritt mit Sieben-Meilen-Stiefeln

Als völlig fehlgeleitet befindet StR Frank Frey von den Grünen Klagenfurt die Überlegungen im Osten von Klagenfurt eine Straßentrasse zu bauen, wo die bereits vorliegende Streckenführung vollkommen ausreichend für das Verkehrsaufkommen an der östlichen Zubringerstraße ist.

„Die Landesstraßenverwaltung und der zuständige LR Gruber ignorieren hier sämtliche Statistiken und Verkehrszählungen der letzten Jahre“, gibt StR Frank Frey zu Bedenken. „Im Jahr 2004 wurde eine Verkehrsprognose bis 2020 erstellt nach deren Schätzung sich der Individual- und Güterverkehr auf der B70 um 65% erhöhen hätte sollen. Die, von meinem Referat Klima, Umwelt und Mobilität, laufend geführte Erhebung hat in den letzten Jahren eine Stagnation, ja sogar einen leichten Rückgang ergeben. Anstelle der prognostizierten 56.000 Fahrzeuge pro Tag sind es, nachgewiesen, rund 32.000/Tag, um 3000 weniger als im Spitzenjahr des Vergleichszeitraums 2015. Daher halte ich die Forderung nach einem Bau der Ost-Spange für realitätsfremd und eine unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern.“

„Mein Wunsch, seit der politischen Wende im Land Kärnten, war, dass man aus der ‚Zuerst bau ma – dann schau ma‘-Mentalität eines LH Dörfler und seines Vorgängers die richtigen Schlüsse zieht und sich an den Fakten orientiert. Doch der allmähliche Rückfall in diese Zeiten wird zunehmend erkennbar“, so Frey weiter und teilt dem Referenten in der Landesregierung mit: „Selbst wenn neue Prognosen von einem leichten Ansteigen der Belastung auf der B70 ausgehen, muss es die Aufgabe der Politik sein, diesem Szenario entgegenzuwirken. Neue Straßen sind keine adäquate Antwort auf den Klimawandel, Herr Landesrat.“

„Die Koralmbahn wird den Individualverkehr reduzieren und viele PendlerInnen von der Straße auf die Schiene locken“, ist der Grüne Mobilitätsstadtrat überzeugt und formuliert die Vision: „Ich wünsche mir, dass die veranschlagten 11,5 Millionen stattdessen in den Öffentlichen Verkehr investiert werden, z.B. für die Einführung eines 365-Euro Jahrestickets für alle Bus- und Bahnstrecken in Kärnten.“

„Was mich stutzig macht ist, dass für die geplante Ost-Spange vom Land Grundstücke für einen 4-spurigen Ausbau angekauft werden sollen, der tatsächliche Ausbau allerdings nur 2-spurig erfolgen soll. Warum mehr Steuergeld ausgeben als notwendig? Wem nützt es?“, Frank Frey lässt diese Fragen bewusst offen und zitiert zum Abschluss Edward III. von England: „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Veröffentlicht am 11.09.2019 um 10:53

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