Grüne Klagenfurt

Schlachthof –  Optimale Lage für zukünftiges Kulturzentrum

1910 in Betrieb genommen, zählt der Schlachthof Klagenfurt zu den wenigen, noch erhaltenen Industriebauten Klagenfurts. „Für die Erfordernisse vor einem Jahrhundert war die Lage am - damaligen - Stadtrand nahe der Bahn gut gewählt. Gegenwärtig sollten wir jedoch den Standort des Schlachthofes zur Diskussion stellen“, gibt die Grüne Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann zu bedenken.

Anrainer*innen-Proteste und Wohnprojekte sprechen gegen einen Verbleib des Betriebs.
In unmittelbarer Nähe werden 2 neue Stadtteile entwickelt ­– das ‚Ringquartier‘ und das Projekt ‚An der Walk‘ (ehemalige Neuner-Fabrik). Der Schlachthof liegt auf halbem Wege zwischen den beiden Flächen. „Es werden an die 500 neue Wohneinheiten entstehen. Da ist es vorhersehbar, dass die zeitweise unerträglichen Lärm- und Geruchsbeeinträchtigungen auch für die tausenden zukünftigen Anrainer*innen ein Ärgernis sein werden“, so Schmid-Tarmann weiter. „Ich kenne niemanden, der gerne neben einem Schlachthof wohnen und leben mag. An einem neuen Standort wäre zudem ein zeitgemäßer, funktioneller und dem heutigen Stand des Tierschutzes entsprechender Schlachtbetrieb möglich.“

Die Ästhetik des unbedingt zu erhaltenden Baus ist optimal geeignet für eine kulturelle Nachnutzung.
„Schon beim Verkauf der Benediktinerschule und beim Abriss des Emmersdorfer Schlossstadels hat die Stadtpolitik wenig visionäre Kreativität bewiesen“, erinnert die Grüne Kultursprecherin an die jüngsten Sündenfälle in der Stadtentwicklung. Sie fordert die Bürgermeisterin auf, dieses Verhaltensmuster zu überdenken. Sie schlägt vor den alten Schlachthof nach Auslaufen der Pacht als Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches für die beiden, neuen Stadtteile zu entwickeln. Nahe genug und trotzdem so weit von den Wohnbereichen entfernt, dass Kulturbetrieb und Wohnqualität vereinbar bleiben.

 

Veröffentlicht am 10.06.2020 um 15:05

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