Grüne Klagenfurt

Verkehrsreferat – wieder eine Chance vertan

„Die Sanierung der Paradeisergasse geht in die Endrunde und offensichtlich hat das Verkehrsreferat wieder einmal eine Chance verschlafen, Klagenfurt zukunftsfit zu gestalten“, ist GR DI Elias Molitschnig enttäuscht. „Abgrenzungen von Gehsteigen, Kanten, all das verhindert den anzustrebenden niveaugleichen Verkehrsraum. Moderne städtische Verkehrsflächenplanung sieht anders aus, beispielgebende Städte geben es vor.“

Warum sind niveaugleiche Verkehrsräume von Vorteil?
„Wir müssen unsere Straßen und Plätze aus der Perspektive einer lebenswerten Stadt betrachten“, führt Molitschnig weiter aus. „Im Klartext heißt das: Fußgänger- und Radfahrer*innen muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen, Menschen mit Beeinträchtigungen dürfen nicht zu Umwegen gezwungen werden. Niveaugleiche Straßen und Plätze verlangsamen den Kfz-Verkehr und reduzieren die Schadstoff und Lärmbelastung. Dadurch steigern sich die Wohn-, Aufenthalts- und Lebensqualität. Auch der Einzelhandel profitiert durch ein einladendes Umfeld.“

Es fehlt die städteplanerische Vision
„Die straßenbaulichen Fehler in der Paradeisergasse sind deshalb so gravierend, weil man verabsäumt hat, die Bahnhofstraße mit ihren Querstraßen – Burg-, Paradeiser-, Lidmannskygasse und 8.-Mai-Straße – als größere Einheit zu sehen“, ist der Grüne Gemeinderat enttäuscht. „Die gegenwärtige singuläre Lösung ist einfach falsch. Eine Innenstadt ist anders zu betrachten als die Randbezirke einer Stadt. Durch die Umgestaltung von Zwischenräumen ergeben sich andere Nutzungsmöglichkeiten, wie beispielweise Aufenthaltsbereiche, schattenspendende Bäume, sanfte Mobilität, Schanigärten und Platz für die Gewerbetreibenden um ihre Waren zu präsentieren. Doch ein vernetztes Bild von Stadtentwicklung, in dem Verkehrsplanung, Wirtschaft, soziales Miteinander, klimagerechtes Gestalten und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, übersteigt wohl die Vorstellungskraft von so manchem und auch ein Blick über den Tellerrand zu positiven Beispielen anderer Städte ist anscheinend zu mühsam.“

Die autofreie Innenstadt ist das langfristige Ziel
„In der Bahnhofstraße weichen die Radfahrer*innen auf die viel zu schmalen Gehsteige aus und gefährden so Menschen die aus den Geschäften und Hauseingängen treten“, teilt Molitschnig die Kritik von Anrainer*innen die an ihn herangetragen wird. „Wenn das Umdenken bei den Verkehrsplanern nicht bald einsetzt, gießen wir diese Zustände für die nächsten Jahrzehnte sprichwörtlich in Beton.“

„Anscheinend wird alles getan um die Vision einer autofreien – oder zumindest verkehrsberuhigten – Innenstadt im Keim zu ersticken. Klagenfurt braucht mutige Politiker*innen, solche die sich nicht von den Unkenrufen vereinzelter Gewerbetreibender einschüchtern lassen“, fordert GR Elias Molitschnig abschließend.

Verkehrs- und Standortkonzept Innenstadt – Breite Diskussionsbasis und politischer Wille sind entscheidende Faktoren für das Gelingen

GR DI Elias Molitschnig bezeichnet das von der Stadt initiierte Gespräch zur Begegnungszone Bahnhofstraße als konstruktiv und auf Augenhöhe. Er will zusätzlich zu den Anrainern, Gewerbetreibenden und ausführenden Abteilungen auch repräsentativ BürgerInnen aus ganz Klagenfurt in den Prozess eingebunden wissen.

„Jeder öffentliche Raum in der Innenstadt ist für ganz Klagenfurt von Belang. Schon bei dem Start der Neuplanung des Pfarrplatzes konnte ich die AkteurInnen davon überzeugen, dass VertreterInnen aus allen Stadtteilen in den Ideenfindungsprozesses eingebunden sein müssen. Wir haben damit den richtigen Weg beschritten und sollten dieses Modell auch beibehalten“, ist der Grüne Gemeinderat Molitschnig überzeugt. „Die beginnenden Gespräche verlaufen vielversprechend. Wir müssen penibel darauf achten, dass im Laufe des Prozesses ein Masterplan für die gesamte Innenstadt entsteht. Dazu braucht es einerseits Sofortmaßnahmen, als auch mittel- und langfristige Schritte in Richtung einer auf die gesamte Innenstadt anwendbaren Gesamtlösung. Einzelkonzepte gibt es zuhauf, bislang sind alle in den Schubladen gelandet. Wir brauchen einen breiten politischen Konsens und keine Schnellschüsse die, wie im konkreten Fall der anstehenden WK-Wahlen, möglicherweise nur der Wahlwerbung geschuldet sind und einer hochwertigen Gestaltung des Raumes zuwiderlaufen.“

„Städte sind für Menschen da und nicht für Autos – ist ein Zitat von Jahn Gel, dem renommiertesten Städteplaner der Welt. Wir müssen aufhören darüber zu diskutieren, was wegfällt (Parkplätze) und uns darauf fokussieren was wir gewinnen (Lebensqualität, stressfreies Einkaufen, PassantInnenfrequenz, Freizeitwert, u.v.m.)“, plädiert Molitschnig für einen Wechsel im Denkmuster. „Verkehrsberuhigte Stadtzentren ziehen nicht nur Kunden an, sondern werden auch als Wohnstandorte wieder attraktiv. Die Kramer- und Wienergasse sind das beste Beispiel, dass der Handel ganz ohne Autoverkehr floriert und für Zulieferer gibt es ganz klare und transparente Lieferzeiten, denn auch darauf dürfen wir nicht vergessen.“

„Die Bahnhofstraße hat alle Voraussetzungen in Zukunft eine belebte und beliebte Flaniermeile zu sein, nach dem Vorbild der Grießgasse in Salzburg“, ist der Grüne Gemeinderat Molitschnig überzeugt und schlägt zudem vor, die Arbeiten so zu planen, dass den Gewerbetreibenden geringstmögliche Geschäftseinbußen durch die Baustellen erwachsen.

Begegnungszone als Wirtschaftsmotor

Gemeinderat Elias Molitschnig, der sich bereits öffentlich für eine Neuverteilung der Flächen in der Bahnhofstraße ausgesprochen hat, sieht in einer dergestaltigen Entwicklung eine Verbesserung des Wirtschaftsstandortes.

„Die aktuellen Zählungen der Passanten in der Mariahilfer Straße in Wien sprechen eine eindeutige Sprache.“ Der Grüne Gemeinderat Molitschnig führt als Beweis die Steigerung von 30.000 auf rund 55.000 Passanten seit der Verkehrsberuhigung in einer der wichtigsten Einkaufsmeilen in unserer Bundeshauptstadt an1. „An das Märchen von den Parkplätzen, die die Käufer anlocken, glaubt anscheinend nur mehr die Wirtschaftskammer in Kärnten. Moderne Städte setzen heute auf Lebensqualität und achten bei jedem Schritt der Stadtentwicklung darauf, dass die Veränderung einen Mehrwert für die Bevölkerung in sich birgt.“

„Ein rigides Tempolimit zu verordnen, wie vom politischen Mitbewerb gefordert, greift zu kurz. Für uns Grüne braucht es einen umfangreichen Lösungsansatz in den alle Beteiligten eingebunden sind“, so DI Elias Molitschnig weiter. „Passantenfrequenz ist eine wichtige Kennzahl für den Handel. Stattdessen blockieren wir öffentlichen Raum in der Größe eines durchschnittlichen Kinderzimmers mit jedem Parkplatz den wir verordnen. Andere Städte sind längst dazu übergegangen den ruhenden Verkehr aus den Zentren zu verbannen. Parkhäuser, Tiefgaragen und Auffangparkplätze an den Einzugsstraßen sind als Alternativen zu bevorzugen.“

„Im Zuge der anstehenden Großbaustelle, Paradeisergasse bis zum Kardinalsviertel wäre jetzt der richtige Zeitpunkt kurzfristig die richtigen Weichen zu stellen, um eine bestmöglich Weiterentwicklung des Raumes zu ermöglichen. Ein weiteres Negativbeispiel wie beim Fleischmarkt darf nicht geschehen. Eine Gesamtlösung für den betroffenen Raum als auch ein von uns mehrfach gefordertes Verkehrskonzept für die ganze Innenstadt ist dringend in Angriff zu nehmen“, ist Molitschnig überzeugt.

„Suchen sie den Kontakt mit der Wirtschaftskammer in Wien2. Dort hat man sich auch nach anfänglich vehementem Widerstand gegen Verkehrsberuhigungen von den damit einhergehenden wirtschaftlichen Vorteilen überzeugen lassen“, empfiehlt GR Elias Molitschnig den Gegnern einer Begegnungszone-Bahnhofstraße.

1 https://image.kurier.at/images/cfs_616w/4093104/46-157285475.jpg

2 https://wien.orf.at/stories/3017882/

Frey: Bahnhofstraße soll autofrei werden!

Klagenfurt (17.12. 2014) Seit Jahren zählt die Bahnhofstraße, einst florierende Einkaufsmeile, zu Klagenfurts Sorgenkindern: „Um die Bahnhofstraße wiederzubeleben, braucht es eine echte Verkehrsberuhigung. Sie muss vom Durchzugsverkehr befreit werden, um den Menschen wieder ein gefahrloses Flanieren und Einkaufen zu ermöglichen“, ist Bürgermeisterkandidat Frank Frey überzeugt, der eine verkehrsberuhigte Zone von der Priesterhausgasse bis zur Paulitschgasse fordert. „Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass autofreie Zonen zu einer Belebung der Innenstadt und zu einer Erhöhung der Lebensqualität beitragen“, so Frey, der hinzufügt: „Das Ganze muss natürlich in ein Gesamtverkehrskonzept eingebunden werden und gut durchdacht sein. Zufahrten zu Ärzten oder Zulieferungen sollten natürlich weiterhin möglich sein. Um auch autofrei mobil zu sein, könnte ein Bummelzug eingesetzt werden – das wäre eine tolle Attraktion für TouristInnen und Einheimische.“

Grüne fordern kreatives Leerflächenmanagement

Die Bahnhofstraße, einst florierende Geschäftsstraße, zeichnet ein tristes Bild. Mit der baldigen Schließung der Gerry-Weber-Filiale stehen aktuell gleich drei große Geschäftsflächen aneinanderreihend leer. „Eine dramatische Entwicklung, die aber nicht nur in der Bahnhofstraße stattfindet“, sagt Stadträtin Andrea Wulz. „Auch die Kaufleute südlich des Neuen Platzes und westlich des Alten Platzes leiden unter der mangelnden Kundenfrequenz. Bauliche Maßnahmen, wie die Neugestaltung der 10.-Oktober-Straße, sind löblich, reichen aber nicht aus.“

„Derzeit hat man den Eindruck, dass die Politik wartet und hofft, dass sich die Situation von alleine löst. Dabei könnte sie sehr wohl gegensteuern!“, findet die Grünen-Stadträtin. „Ich habe sehr viele Anfragen von Frauen, die gerne in Klagenfurt ein Geschäft eröffnen würden, es sich aber angesichts der zu hohen Mieten und Fixkosten einfach nicht leisten können“, weiß die Frauenreferentin. Gemeinderat Reinhold Gasper: „Eine von den Grünen schon lange propagierte Idee ist, die Geschäftsflächen, die zu groß sind, zu teilen. So würden sich die Kosten für die MieterInnen reduzieren.“ Auch der von der Stadt Klagenfurt angebotene Mietzuschuss für JungunternehmerInnen, der drei Jahre lang läuft, sollte besser beworben werden – „damit wieder mehr UnternehmerInnen anbeißen“, so Gasper.

Die Stadt sollte nicht nur aktiver, sondern auch kreativer in ihrem Leerflächenmanagement sein, appellieren die Grünen. „Es wäre bereichernd, wenn  junge, regionale Künstlerinnen und Künstler in leeren Geschäftslokalen arbeiten und ausstellen würden“, findet Gemeinderätin und Kultursprecherin der Grünen Evelyn Schmid-Tarmann. „Die Schaufenster wären nicht mehr so trist und wenig einladend, sondern bunt und kreativ. Das wiederum würde die Frequenz in der Bahnhofstraße steigern, was für den einen oder anderen vielleicht auch wieder Anreiz für eine Geschäftseröffnung wäre“, so Schmid-Tarmann, die schon im November 2011 einen Antrag im Gemeinderat eingebracht hat, junge Künstlerinnen und Künstler nach dem Vorbild „Hafen 11“ im Lendhafen (Kreativwirtschaft) mehr finanzielle und räumliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Eine alte Forderung in Bezug auf die Belebung und Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße frischt Schmid-Tarmann ebenfalls auf (Antrag vom 1. März 2011): „Ein direkter Radweg vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße in die Innenstadt ist längst überfällig.“ Weitere Forderungen der Grünen: „Eine Verbreiterung des Gehsteiges sowie die Schaffung von Begegnungszonen (Shared Space) in der Innenstadt.“
(Schluss)

Verkehrsberuhigung Bahnhofstraße: Jetzt werden auch die anderen Parteien munter!

Klagenfurt (01.07. 2011) Endlich kommt wieder Bewegung in die Diskussion um die Zukunft der Bahnhofstraße. Seit vielen Jahren fordern die Klagenfurter Grünen – nebst etlichen Kaufleuten – eine Verkehrsberuhigung der einstigen Flaniermeile. Staus, vor allem zu den Stoßzeiten, stehen an der Tagesordnung, die Abgasbelastung ist viel zu hoch. 

Nach etlichen Diskussionen und einem Ideenwettbewerb im Sommer 2010  scheinen auch die anderen Parteien aufzuwachen und sich Gedanken um die längst überfällige Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße zu machen. Die Vorschläge reichen von der Umwandlung in eine „Begegnungszone“ bis zur Installierung einer „Fußgängerzone“.

Für die Grünen sind die Forderungen „ein alter Hut. Wir weisen seit Jahren auf die zu hohe Verkehrsbelastung, den fehlenden Radweg und den zu schmalen Gehweg in der Bahnhofstraße hin“, betont Stadträtin Mag.a Andrea Wulz. „Passiert ist bis dato aber noch nichts.“ Auch Grünen-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann frischt ihre Forderung auf: „Es muss dringend ein direkter Radweg vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße in die Innenstadt hergestellt werden.“

Die Grünen stehen sowohl einer Begegnungszone als auch einer Fußgängerzone in der Bahnhofstraße positiv gegenüber. „Wichtig ist uns, dass hier endlich etwas passiert und alles nicht wieder nur heiße Luft ist“, meint Stadträtin Andrea Wulz abschließend.  

Grüne sagen Radwege-Lücken den Kampf an

Wer in Klagenfurt
mit dem Fahrrad zur Arbeit bzw. in die Innenstadt will, braucht eiserne Nerven,
den Todesmut eines Kamikaze und eine gute Unfallversicherung, denn  Radfahren in der Klagenfurter Innenstadt ist gefährlich:
Laut Statistik waren in den letzten Jahren mehr RadfahrerInnen an
Straßenverkehrsunfällen beteiligt als MopedfahrerInnen (Quelle: Statistisches
Jahrbuch der Stadt Klagenfurt 2010). „Es kommt immer wieder zu Unfällen bzw.
brenzligen Situationen, da die meisten Radwege an Kreuzungen plötzlich enden. Man
ist also gezwungen, in den fließenden Straßenverkehr zu wechseln. Diese
Aktionen sind besonders gefährlich, da AutofahrerInnen nicht mit dem
plötzlichen Auftauchen der Zweiräder rechnen“, berichtet Grün-Gemeinderätin
Evelyn Schmid-Tarmann.

Gefahrenstellen
sammeln die Klagenfurter Grünen seit einigen Jahren auf einer eigenen Webseite:
„Uns wurden bereits unzählige Radfallen gemeldet. Doch leider passiert kaum
etwas in puncto Radwegenetz-Lückenschließung!“, kritisiert die
Grün-Gemeinderätin, die einen wesentlichen Grund darin sieht, „dass die
Prioritäten des zuständigen Verkehrsreferenten, der selbst nicht mit dem Rad zur
Arbeit fährt, woanders liegen. Außerdem investiert man in Klagenfurt viel
lieber in Großbauprojekte, um sich Denkmäler zu setzen.“ Der Fokus müsse nach
Schmid-Tarmann auf die Innenstadt gerichtet werden: „Der Radweg in der
Feldkirchner Straße endet stadteinwärts bereits bei der Schleppekurve, auch der
Radweg entlang der Rosentaler Straße endet abrupt nach der Unterführung. Keine
Radwege gibt es in der Pischeldorfer Straße wie in der Pallagasse und  nicht nur entlang des Villacher Rings tun sich
Lücken auf. Am St. Veiter Ring kommt man am Radweg nur bis zum LKH und da muss
man sich den Radweg mit FußgängerInnen teilen. Große Lücken im Radwegenetz
bestehen auch in der besonders verkehrsreichen Völkermarkterstraße, die große
Gefahren für RadfahrerInnen birgt. Die Bahnhofstraße  als Einbahn ist ohnehin stadteinwärts für RadfahrerInnen
gesperrt, obwohl viele PendlerInnen vom Bahnhof in die Innenstadt radeln. Bei
der geplanten Sanierung der 10.-Oktober Straße darf man keinesfalls auf einen
markierten Radweg vergessen!“, zählt GRin Schmid-Tarmann die Mankos
auf.

„In keiner
österreichischen Landeshauptstadt wird die zunehmende Bedeutung des
Rad-Berufsverkehrs so ignoriert wie in Klagenfurt. Wir wollen nicht länger mitansehen,
wie Radfahren zur Arbeit zum täglichen Überlebenstraining wird. Mein
Gemeinderatsantrag der farbigen Markierung von Radwegen bietet dafür die
kostengünstigste Lösung, die sofort umsetzbar wäre.“, fordert die Grün-Gemeinderätin
abschließend.

Bahnhofstraße nur für Fahrrad-Kamikaze

Um zur Arbeit oder
in die Schule zu gelangen, satteln immer mehr KlagenfurterInnen aufs Fahrrad
um. Neben dem Frühlingsbeginn sind die schlechten STW-Busverbindungen, das
teure Park&Ride und der hohe Spritpreis dafür die Hauptgründe. Von den
20.000 PendlerInnen, die täglich in die Kärntner Landeshauptstadt kommen,
fahren viele mit dem Zug und danach vom Bahnhof mit dem Drahtesel weiter. Doch
gerade die Bahnhofstraße zeigt schnell, dass Radfahren in Klagenfurt teilweise
die Hölle auf Rädern ist. Die Bahnhofstraße ist verkehrsreich, besitzt aber keinen
Radweg. Um den Gefahren des motorisierten Berufsverkehrs auszuweichen, nehmen
viele den schmalen Gehsteig, den sich die RadfahrerInnen dann mit
FußgängerInnen teilen. Konflikte sind so vorprogrammert. Ab der Landesregierung
ist für RadfahrerInnen überhaupt Stopp durch eine Straßenverengung und Einbahnführung.
Nur Rad-Kamikaze fahren hier weiter in Richtung Norden.

„Um vom Bahnhof zum
Alten Platz zu gelangen, ist man gezwungen, zeitraubende Routen über
Schleichwege zu wählen bzw. in den fließenden Verkehr zu wechseln. Direkt führt
kein Radweg vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße in die Innenstadt. Eine
direkte Verbindung muss hergestellt werden!“, fordert Grün-Gemeinderätin Evelyn
Schmid-Tarmann mittels Gemeinderatsantrag. „Außerdem muss der Radweg für die
Verkehrssicherheit farbig gekennzeichnet werden!“, so GRin
Schmid-Tarmann weiter.

Generell ist es in
Klagenfurt kaum möglich, auf einem durchgehenden Radweg in die Innenstadt zu
gelangen, denn auch entlang der Rosentalerstraße und der Feldkirchnerstraße enden
Radwege abrupt und münden in Hauptverkehrsadern. „Radwege sind in Klagenfurt
die Stiefkinder der Verkehrspolitik! Es gibt zwar am Stadtrand schöne Radwege
für Ausflüge, doch an das Rad als alltägliches Verkehrsmittel hat man bei der
Planung kaum gedacht. Ich vermute, weil die Verkehrsplaner mit dem Auto kommend
direkt in der Lindwurmgarage parken“, kritisiert GRin Schmid-Tarmann.

„Damit in Klagenfurt
das umweltfreundliche Fahrrad gerne benutzt wird und die Radwege auch für (Schul-)Kinder
sicher sind, muss noch viel passieren!“, zieht die Grün-Gemeinderätin ihr
Fazit. Für sie wäre - auch im Zuge der Belebung der Bahnhofstraße - ein Radweg vom
Bahnhof Richtung Norden der erste Schritt für eine Verbesserung.

 

Da geht die Post ab!

Nun
ist es fix: in der Landeshauptstadt Klagenfurt fallen vier Postämter
dem Sparstift zum Opfer. „Knallhart als börsennotierte AG sei
vorzugehen“ meint sinngemäß der Prokurist Mag. Kabas, Leiter
Division Filialnetz. Trotz einer gemeinsamen Resolution aller
Stadtsenatsmitglieder hält die Post AG an ihrem Vorhaben fest,
binnen sechs bis acht Wochen folgendermaßen vorzugehen: Die
Postämter in der Pischeldorfer Straße und Völkermarkter Straße
werden aufgelassen, ein neuer Standort entsteht beim Liedl in der
Durchlassstraße, das Postamt Wölfnitz bekommt den Sparmarkt als
Vertragspartner. Eine Galgenfrist bekommt das Postamt Bahnhofstraße/
Priesterhausgasse – hier will soll die Auslastung nochmals genau
überprüft werden.

„Der
Informationsfluss war äußerst schlecht, die Stadtregierung, die
betroffenen MitarbeiterInnen und die Bevölkerung werden vor
vollendete Tatsachen gestellt“, berichtet Grün-Gemeinderätin
Evelyn
Schmid-Tarmann, welche die Stadträtin Wulz bei dieser heutigen
Sonder-Stadtsenatssitzung vertreten hat. Ganz und gar missfällt ihr
das „Shop in Shop“-System der Post: „Hier sollen
Lebensmittelmärkte als Post-Vertragspartner fungieren. Neben dem
Wurstsemmel-Richten sollen Überweisungen, Einzahlungen und
Postsendungen erledigt werden. Werden die MitarbeiterInnen die
Wurstmaschine in Anzug und Krawatte bedienen oder die Briefe in
Fleischerschürze entgegen nehmen?“, wundert sich GRin
Evelyn Schmid-Tarmann. Wie sieht es mit dem Postgeheimnis aus?

Die
Grünen sind strikt gegen sämtliche Postamt-Schließungen und
sprechen sich dezidiert gegen dieses Shop-in-Shop Vorhaben der Post
AG aus. Auch das Schicksal der Hauptpost ist unsicher: „Der Vertrag
läuft in ein paar Jahren aus. Wenn das Hauptpostamt und das Postamt
in der Bahnhofstraße/Priesterhausgasse wie vorgesehen geschlossen
werden, so ist das einzige Postamt in der Klagenfurter Innenstadt das
Postamt beim Bahnhof!“, informiert GRin
Evelyn Schmid-Tarmann abschließend.

Grüne fordern Einbahnregelung für 10.- Oktober-Straße

Bereits seit längerer Zeit fürchten die Kaufleute der 10.- Oktober-Straße, dass sich die einst vom regen Geschäftsleben beherrschte Straße zu einer Geisterstraße entwickelt. „Ich bin sehr froh darüber, dass es hier doch einige engagierte Kaufleute gibt, die den derzeitigen Zustand der 10.- Oktober- Straße nicht akzeptieren wollen und für mehr Attraktivität ihrer Straße kämpfen!“, berichtet GR Reinhold Gasper. Doch der Wille der Kaufleute alleine reicht nicht aus, an dieser Stelle sind nach Meinung des Grün-Gemeinderates auch die zuständigen Politiker gefordert. „Eine bessere Anbindung an die Fußgängerzone muss her! Hier stellt sich die Frage, ob eine Einbahnlösung Sinn macht oder nicht!“, so Gasper, für den die beschlossenen Maßnahmen wie beispielsweise die Sanierung der unter der Fahrbahn liegenden Versorgungsleitung oder die Sanierung der Gehwege keine „richtige“ Attraktivierung sind, sondern notwendige Schritte. „Ich finde, dass wir das sehr gut einschätzen können, da wir selbst unsere Clubräumlichkeiten in der 10.-Oktober-Straße haben!“, informiert Gasper.

Handlungsbedarf sieht der Grünen Gemeinderat eher in einer akzeptablen Verkehrslösung: „Eine Einbahnregelung ausgehend vom Neuen Platz, Richtung Süden bis hin zur Paulitschgasse eröffnet neue Möglichkeiten wie beispielsweise breitere Gehwege, einen Radweg, Baumpflanzungen, Gastgärten und Parkplätze!“, informiert Gasper. Nach Gasper könnte man auch entsprechende Glasvordächer bei den Geschäften anbringen, um das Auslagenschauen auch bei Schlechtwetter zu ermöglichen. Die Buslinie könnte nach wie vor ungestört ihrem Fahrplan folgen. Argumente gegen eine Einbahnregelung lässt Gasper nicht gelten: „Dass eine Einbahnregelung aufgrund der Zufahrt zur Tiefgarage am Neuen Platz nicht möglich ist, kann jetzt widerlegt werden. Denn derzeit verhindert das Prechtl Autodrom die Zufahrt über die 10.-Oktober-Straße. Die Umleitung wird hier auch gerne in Anspruch genommen!“, berichtet GR Reinhold Gasper. Abschließend stellt der Grünen Gemeinderat noch einen Vergleich an: „Die Karfreit- und Bahnhofstraße sind auch Einbahnen und weisen die gleiche Breite zwischen den Häusern auf!“
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