Grüne Klagenfurt

Was bleibt vom Jubiläumsjahr Klagenfurt 500 außer einem bitteren Nachgeschmack?

Bitter, gerade im Jubiläumsjahr öffentliches Eigentum wie den Flughafen und die Benediktinerschule verschleudern sowie das Neunerareal und den Emmersdorfer Schlossstadel abreißen zu wollen. „Auch nichts Nachhaltiges, keine einzige Kulturstätte wurde geschaffen im Spektakeljahr“, beklagt Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann.

„Es läuft falsch, wenn heuer zum 500 Jahr-Jubiläum viel Geld in die Hand genommen wurde – vor allem für Organisation und Organisator - und wenn nichts Nachhaltiges bleibt. Nachhaltigkeit  und Bestand findet sich nicht im Spektakeljahr. Keine neu geschaffenen Kulturstätten, die dringend benötigt werden“, beklagt Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. „Klagenfurt hat nach wie vor keine attraktiven Angebote für Junge, keine Stadtbibliothek, kein Stadtmuseum, keine Veranstaltungshalle, ein viel zu kleines Alternativkino, keine herzeigbare Mittelbühne. Das alles hätte man in der Benediktinerschule unterbringen können“, beklagt Kultursprecherin Evelyn Schmid-Tarmann den „Leberkäs- und Spiele-Charakter“ des Jubiläumjahres.

„An das Jubiläumsjahr 500 wird nachfolgende Generationen einzig die Maximilian-Eiche erinnern, die Stadtrat Frank Frey gepflanzt hat“, erinnert die Grün-Mandatarin.

„Statt die denkmalgeschützte Benediktinerschule im Herzen der Stadt zu behalten und öffentlich für die Bevölkerung zu nutzen, wird sie nun verhökert. „Wer hat die KlagenfurterInnen, gefragt, was mit diesem prächtigen Bauwerk geschehen soll?
Die tausenden MarktbesucherInnen hätten sicher gute Vorschläge gehabt, was hier benötigt wird und sinnvoll wäre!

Bei der GR-Sitzung am 17.12. wurde der Verkaufsbeschluss gefasst. Doch es gibt viele offene Fragen, z.B. Welchen Ersatz gibt es, wenn die Turnsäle abgerissen werden? Nicht nur der KTV, sondern viele anderen Vereine und die Waldorfschule nutzen sie, das sind Hunderte Betroffene! Was geschieht mit der Hauptpost, wenn im nächsten Jahr der Vertrag ausläuft? Es ist die einzig noch bestehende Postfiliale in der Innenstadt. Früher oder später wird sie ebenfalls geschlossen werden - wohl wegen Eigenbedarfs der Eigentümer.
GRin Schmid-Tarmann kommt am Ende des Jubiläumsjahres zum Schluss: „Leider läuft es falsch in Klagenfurt, wenn gerade im Jubiläumsjahr 500 der Ausverkauf der besten Immobilien der Stadt betrieben und ein historisches Bauwerk wie der Emmersdorfer Schloss-Stadel oder das Neunerareal abgerissen wird statt die intakte Bausubstanz für die Nachwelt zu erhalten und sie innovativ zu renovieren und für die Bevölkerung zu nutzen.“

Verkauf Benediktinerschule – eine, zumindest transparente, Fehlentscheidung!

Die Grünen GemeinderätInnen sehen die Abwicklung des Verkaufsprozesses, die Benediktinerschule betreffend, als positiv und transparent. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die Entscheidung, das Gebäude an einen Privaten zu verkaufen, grundsätzlich ein Fehler ist, den die Stadt begeht. Sämtliche Vorschläge für eine Entwicklung des historisch wertvollen Gebäudes in öffentlicher Hand wurden von den anderen Parteien ignoriert.

„Wir befürworten, dass es bei dem Verkauf der Benediktinerschule zu einem Ausschreibungsverfahren, genauer gesagt, zu einem geordneten Bieterverfahren gekommen ist“, stellt Stadtrat Frank Frey fest und fügt hinzu: „Die Proteste aus den Reihen der Grünen haben maßgeblich dazu beigetragen. Auch werden wir durch die Transparentmachung der Veräußerung einen etwas höherer Verkaufserlös erzielen, - ein kleiner Vorteil für die Stadtfinanzen. Trotzdem möchte ich betonen, dass der Verkauf der Benediktinerschule, aus grüner Sicht, ein Fehler ist. In einer Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Leider ist es uns nicht gelungen, die Sinne unserer politischen MitbewerberInnen für die Bestanderhaltung zu schärfen. Das schnelle, durch den Verkauf lukrierte, Geld übt mehr Reiz auf sie aus, als die Weitsicht und die Wertigkeit der Bestandserhaltung.“

„Immerhin ist durch die, uns bekanntgemachten, Details des Entwicklungskonzepts für die Benediktinerschule dem Käufer auch eine Verpflichtung auferlegt, dass das Gebäude revitalisiert wird. Man könnte sagen, durch das geordnete Bieterverfahren ist ein gewisses Maß an Qualität in die vorgelegten Nachnutzungskonzepte eingeflossen. Und das war beim ursprünglich versuchten ‚Schnell-Schnell-Verkauf‘ keineswegs der Fall“, betont Gemeinderat Elias Molitschnig. Er zeigt sich jedoch von der grundsätzlichen Herangehensweise der Stadt Klagenfurt an stadtplanerische Projekte mehr als enttäuscht: „Es kommen architektonische ‚Patentrezepte’ aus dem vergangenen Jahrtausend zur Anwendung. Alter Baubestand wird viel zu selten in neue Strukturen mit eingebunden, meist wird der Abrissbirne der Vorzug gegeben. Leider fehlt vielen Verantwortlichen der Weitblick und/oder der Mut für moderne Stadtplanung.“

„Im Konzept, das von der ExpertInnengruppe als bestes bewertet wurde, werden ein Budgethotel, Gastronomiebetriebe und andere Geschäftsflächen projektiert. Nebenbei soll auch noch Wohnraum geschaffen werden. Für uns Grüne wäre es wichtig, dass dies ‚leistbarer‘ Wohnraum wird, mit attraktiven Mieten für junge Menschen“, gibt Gemeinderätin Andrea Wulz zu bedenken. „Die City braucht dringend eine Verjüngung der Mieterschaft. Nur dann entwickelt sich öffentliches Leben wie wir es in Laibach oder Graz beobachten können. Wenn es jedoch hochpreisige Anlegerobjekte werden, dann vergreist die demographische Struktur innerhalb des Ringes noch weiter.“

„Ich bin nach wie vor gegen den Verkauf der Benediktinerschule, das ist Verschleudern von Familiensilber“, ist Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann erzürnt. „Die EntscheidungsträgerInnen haben keine einzige meiner eingebrachten Ideen ernsthaft in Erwägung gezogen. Ich hatte vorgeschlagen die Schule in ein ‚Haus der Begegnung‘ mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum umzugestalten. Den ideellen Wert eines Gebäudes zu erhalten in dem viele Generationen die Schulbank drückten und das 140 Jahre lang der Bildung diente, - diesen Wert zu verstehen und zu bewahren ist eine Gabe, die eben nicht allen PolitikerInnen gegeben scheint. Die Stadtpolitik muss den ImmobilienentwicklerInnen den Weg vorschreiben. Manchmal denke ich mir: in Klagenfurt läuft es genau anders rum“, zieht Schmid-Tarmann ihre Schlüsse aus den jüngsten Entwicklungen.

„Es ist nicht zuletzt die Aufgabe der Grünen im Gemeinderat ein wachsames Auge auf die Umsetzung des Konzeptes der zukünftigen EigentümerInnen zu richten“, fügt Gemeinderätin Margit Motschiunig hinzu und weiß:  „Die Stadt hat schon viele Bauvorhaben gesehen, die sich im Laufe ihres Fortschreitens immer mehr vom ursprünglichen Plan entfernten. Angeblich sollen diese Bedingungen im Vertrag festgehalten werden. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser, kann ich da nur sagen.“

Die Benediktinerschule zu behalten wäre ein historischer Akt und die einzige nachhaltige Handlung im Jubiläumsjahr Klagenfurt 500

Ein „strukturierter Verkaufsprozess“ wäre ein nicht wieder gut zu machender Fehler. Es ist nicht zu spät, die Privatisierung dieses so wichtigen denkmalgeschützten Gebäudes im Herzen der Stadt direkt am Benediktinermarkt zu stoppen, appelliert Gemeinderätin Schmid-Tarmann an die Verantwortlichen.

„Ein simpler Verkauf ohne mitverhandelte Nutzungsmöglichkeiten für die Stadt wäre Verschleudern von öffentlichem Gut. Man stützt sich nur auf ein einziges, selbst mitfinanziertes externes Gutachten*. Eigentlich wurde nur der Materialwert des Gebäudes bemessen, nicht aber der ideelle Wert sowie den ‚Goldeswert' des Standortes. Bisher wurde verabsäumt, ein Nachnutzungskonzept zu entwickeln. Es sollen hausinterne ExpertInnen und Beamte, aber auch Betroffene und Kreative eine bestmögliche und finanzierbare Nachnutzung ausschließlich zum Wohle der Stadt finden. Es muss eine öffentliche und kulturelle Nutzung der Benediktinerschule angestrebt werden oder sie muss eine Bildungseinrichtung bleiben“, fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. „Noch ist es nicht zu spät für ein Umdenken!“

Es wäre von historischer Bedeutung für die Stadt und ihre BewohnerInnen, die einzige nachhaltige Maßnahme im Jubiläumsjahr Klagenfurt 500 zu setzen und dieses wertvolle denkmalgeschützte Gebäude direkt am Benediktinermarkt im Herzen der Stadt nicht zu verkaufen, sondern zu behalten und weiter öffentlich zu nutzen. „Es ist ein Verkauf ohne Not zum Schaden der Stadt und ihrer BewohnerInnen, unter ihnen Hunderte NutzerInnen der Turnsäle, die in zwei Jahren abgerissen werden sollen“.

„Eine weitere Privatimmobilie hier am Markt sehe ich als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung. Die Benediktinerschule wäre für alle Zeit verloren für die Stadt! Sie soll ein öffentliches ‚Haus der Begegnung‘ werden“, fordert GRin Evelyn Schmid-Tarmann und appelliert an die Vernunft der Verantwortlichen, den Verkaufsprozess zu stoppen.

* Aufzeichnung der Live-Übertragung der Gemeinderatssitzung 3.8.2018
https://www.klagenfurt.at/rathaus-direkt/politik/gemeinderat/gemeinderat-liveubertragung.html

Der Sachverständige DI Gerold Kastner erklärt, wie das Gutachten für die Liegenschaft zustande kam. Er schätzt den Verkehrswert auf 1,6 Millionen Euro. Die „technische Lebensdauer“ des Gebäudes sei zu Ende, das treffe auch auf Fenster, Türen, Böden, Geländer etc. zu. Auf jeden Fall habe man eine „Abbruchproblematik“, die hohe Kosten verursachen würde. Die Gebäudesubstanz könnte mit verschiedenen Nutzungen gefüllt werden. Die Außenfassade und das Stiegenhaus seien denkmalgeschützt. Beauftragt und finanziert wurde das Gutachten von der Magistratsdirektion, der Privatstiftung von Robert Kanduth und der 9022 Immobilien GmbH

Benediktinerschule – Warum Verkauf, wenn es auch bessere Varianten gibt?

GRin Evelyn Schmid-Tarmann kämpft weiter für die Erhaltung von Allgemeingut und gegen das Verscherbeln von Immobilien die uns allen gehören. Ist es ein Kampf gegen die Windmühlen des Privatisierungswahns?

„Ein Verscherbeln von öffentlichem Gut ist wirklich das Allerletzte! Dieses wertvolle Innenstadtgrundstück mit der denkmalgeschützten Benediktinerschule muss für nachfolgende Generationen erhalten bleiben!“ fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. „Sollten Zubauten angedacht werden, ist lediglich die Einräumung eines Baurechts akzeptabel. Kirchen, Kammern, Länder, Städte und Gemeinden vergeben immer mehr Baurechte und Superädifikate*. Die Vorteile liegen für die öffentliche Hand klar darin, dass Grund und Boden nicht verkauft, sondern  z.B. auf 99 Jahre - eben mit einem Baurecht - verpachtet wird. Darüber hinaus werden durch den monatlichen Baurechtszins ständige Einnahmen lukriert.

Der Vorteil für Baurechtsnehmer liegt darin, dass das Geld statt in den Grundstückskauf gleich in die Errichtung der Immobilie investiert werden kann,“ betont die Grüne Wirtschaftssprecherin und versteht so manches nicht: „Warum wie beim Flughafen diese Eile? Warum wieder ein Verkauf ohne Not? Und warum ist gerade in Klagenfurt ein Baurecht kein Thema? Will man wieder einen Unternehmer begünstigen statt auf die Stadt und ihre Zukunft zu schauen?“

Sie stellt auch den kolportierten Schätzwert der Benediktinerschule von rund 1,6 Millionen Euro in Frage. „Aufgrund welcher Fakten konnte diese offensichtliche Unterbewertung zustandekommen? Wahrscheinlich ist man von der Annahme ausgegangen, dass nur eine Aushöhlung des Gebäudes bis auf die denkmalgeschützte Fassade ein profitabler Weg wäre, das Gebäude einer Nachnutzung als Büro- oder Wohnobjekt zuzuführen“, überlegt sie weiter.

„Diese Liegenschaft ist wegen ihrer zentralen Lage am Benediktinermarkt im Herzen von Klagenfurt goldeswert. Es muss das Bestreben der Stadt sein, dieses Gebäude für die BürgerInnen zu erhalten. Ich sage nochmals: Die Stadt ist moralisch dazu verpflichtet, ihr prächtiges Gebäude selbst weiter öffentlich zu nutzen. Ich habe schon ein Haus der Begegnung mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum vorgeschlagen. Auch ein öffentlich ausgeschriebener Ideenwettbewerb für die mögliche Nachnutzung wäre anzudenken und würde die Identifikation der KlagenfurterInnen mit ihrem ‚Eigentum’ fördern“, führt die grüne Gemeinderätin ihre Argumentation fort und gibt zu bedenken, dass Organisationen wie der KTV (der Klagenfurter Turnverein feierte 2012 sein 150jähriges Bestandsjubiläum und ist damit einer der ältesten Sportvereine der Stadt), viele Schulen (VS, NMS, Waldorfschule, VHS, Schule für künstlerischen und zeitgenössischen Tanz), andere Vereine und etliche Chöre die beiden bestausgestatteten Turnsäle für ihre Aktivitäten nutzen.

„Die Turnsäle sind unter der Woche von morgens bis 22 Uhr‚ ausgebucht‘“, stellt sie fest. „Wir  wollen die Turnsäle erhalten. Solange für diese, für unsere Gesellschaft so wichtigen, Interessengruppen kein adäquater, zentral gelegener und damit gut erreichbarer Ersatz gefunden ist, wird es auch für einen Abriss der Gebäudeteile von uns Grünen kein Einverständnis geben und Punkt.“

* Bei einem Superädifikat handelt es sich um ein Gebäude, welches gemäß § 435 ABGB auf fremden Grund mit der Absicht errichtet wird, dass dieses dort nicht stets verbleiben soll. Im Unterschied zum Baurecht handelt es sich bei einem Superädifikat um eine bewegliche Sache.

Drohender Verkauf der denkmalgeschützten Benediktinerschule im Herzen von Klagenfurt zeugt von verantwortungslosem Umgang mit öffentlichem Gut.

Dieses strategisch so wichtige Gebäude direkt am Benediktinermarkt soll nach den Vorstellungen von GRin Schmid-Tarmann ein öffentliches „Haus der Begegnung“ werden. Eine weitere Privatimmobilie am Markt sieht sie als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung.

„Es ist nicht zu fassen! Das hartnäckige Gerücht bewahrheitet sich nun, dass der Industrielle Robert Kanduth den „Sandwirth“ nun durch den Kauf der denkmalgeschützten Benediktinerschule erweitern möchte!“ ist Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann empört. Die Schließung der Benediktinerschule in zwei Jahren ist fix, der Grundsatzbeschluss zum Verkauf soll am 10.Juli im Stadtsenat fallen. Ihr jahrelanger Widerstand sowie die Vorschläge der Grünen Kultur- und Wirtschaftssprecherin zur optimalen, öffentlichen Nutzung stießen - wie so oft - auf taube Ohren.

Die Mandatarin kritisiert scharf das Verscherbeln von öffentlichem Gut: „Diese Liegenschaft ist wegen ihrer zentralen Lage am Benediktinermarkt im Herzen von Klagenfurt goldeswert. Es muss das Bestreben der Stadt sein, dieses Gebäude für die BürgerInnen zu erhalten und den Markt durch ein „Haus der Begegnung“ zu beleben und aufzuwerten. Ich sage nochmals: Die Stadt ist moralisch dazu verpflichtet, ihr prächtiges Gebäude selbst weiter öffentlich zu nutzen. Ich schlage also ein Haus der Begegnung mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum vor.  Einen Verkauf sehe ich als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung. Die Benediktinerschule wäre für alle Zeit verloren für die Stadt! Vielmehr noch regt sich mein Verdacht, dass die Politik vor den Investoren in deren Wettstreit um die Gustostückerln unter den Immobilien widerstandslos in die Knie geht.“ Völlig unverständlich ist für sie, dass der Verkauf an den erstbesten Bieter stattfinden soll, ohne vorher die mannigfaltigen Nachnutzungsmöglichkeiten in einem Ideenfindungsprozess zu erarbeiten. „Vielleicht sollten die EntscheidungsträgerInnen die Sitzungsferien im Sommer dazu nutzen, für die dringend fällige Nachprüfung im Fach Stadtentwicklung zu lernen“, schlägt GRin Schmid-Tarmann vor.

„Schützen Sie verantwortungsvoll das Familiensilber der KlagenfurterInnen vor privaten Profitmaximierungs-Vorstellungen!“, richtet GRin Schmid-Tarmann abschließend ihren Appell an Bürgermeisterin Mathiaschitz, den Stadtsenat und die GemeinderätInnen.

Nach der Schließung der Benediktinerschule soll es ein „Haus der Begegnung“ werden

Die Schließung der denkmalgeschützten Benediktinerschule ist nun fix, der jahrelange Widerstand war leider vergeblich. Daher pocht GRin Schmid-Tarmann darauf, das zentral gelegene Gebäude öffentlich zu nutzen und dafür die besten Vorschläge zu sammeln und zu prüfen. Einen Verkauf an sogenannte Immobilienentwickler sieht sie als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung!

„In der denkmalgeschützten Benediktinerschule drückten 140 Jahre lang viele Generationen die Schulbank. Jetzt wird ‚meine‘ Schule, die
NMS 7 zum heurigen Schulschluss geschlossen! Der jahrelange Widerstand gegen die Schließung war leider vergebens“, bedauert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann zutiefst. „Jetzt geht es um die optimale Nachnutzung. Diese Liegenschaft ist wegen ihrer strategischen Lage am Benediktinermarkt im Herzen von Klagenfurt goldeswert. Es muss das Bestreben der Stadt sein, dieses Gebäude als vitales Haus der Begegnung für die BürgerInnen zu öffnen.

Ich sage: Die Stadt ist moralisch dazu verpflichtet, ihr Gebäude selbst weiter öffentlich zu nutzen. Ich schlage also ein Haus der Begegnung mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum vor. Einen Verkauf sehe ich als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung!“

Bis 2020 bleiben die Kinder der VS1 noch hier in ihrer Schule, im Herbst kommen die VolksschülerInnen der Westschule, die renoviert wird, dazu. Diese Zeit bleibt für ein ordentliches Nachnutzungskonzept. „Die Stadt kann das natürlich nicht alleine stemmen. Deshalb wäre eine Beteiligung von Bund und Land anzustreben, will man sich nicht Investoren und deren Profitmaximierungs-Vorstellungen ausliefern“, so die Grüne Wirtschaftssprecherin.

„Mein Vorschlag, ein ‚Haus der Kärntner Literatur‘ daraus zu machen, stieß leider auf Ablehnung.“

http://klagenfurt.gruene.at/ein-kaerntner-haus-der-literatur/

Ein „Kärntner Haus der Literatur“

Die ehemalige Benediktinerschule wäre für ein „Haus der Literatur“ mit öffentlicher Bibliothek ideal. „Das Musilhaus platzt aus allen Nähten. Stellen wir den Kärntner Kulturschaffenden doch endlich die dringend benötigten Ressourcen bereit!“, appelliert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann in der gestrigen Podiumsdiskussion „Aschenbrödel Literatur“ an die verantwortliche Politik.

© Julia Jank

Nicht nur während des Bachmannpreises ist Klagenfurt als Literaturhauptstadt in aller Munde. „Wir haben viele kleinere Vereine, die großartige Kulturarbeit leisten. Doch leider wird von Seiten der Politik zu wenig darauf Bedacht genommen. Ein Kulturland Kärnten mit einer Literaturhauptstadt Klagenfurt darf die Literatur nicht zum Aschenbrödel und die LiteratInnen nicht zu BittstellerInnen machen“, betont Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann bei der gestrigen Podiumsdiskussion im Musilhaus, bei der die prekäre Situation der Kärntner AutorInnen behandelt wurde. „Die verantwortlichen ReferentInnen sind gefordert, sich nicht nur im Glanz der Kulturschaffenden zu sonnen, sondern endlich auch die dringend benötigten Ressourcen wie längerfristige Subventionierungen sowie ausreichend Geldmittel für Publikationen, Lesungen und Stipendien zur Verfügung zu stellen. Ein Riesenthema ist auch die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Lesungen und Vereinstätigkeiten, da das Musilhaus aus allen Nähten platzt“, schildert Schmid-Tarmann, die gestern ihre Vision von einem „Haus der Kärntner Literatur“ in der (bald) ehemaligen Benediktinerschule darlegte.

„Für kleinere Literaturverbände wird es im Musilhaus immer schwerer, Termine zu finden, da ja das Musil-Institut selbst viele Veranstaltungen durchführt. Ab Juli 2018 ist die traditionsreiche Benediktinerschule Geschichte. Da sich das denkmalgeschützte Gebäude im Besitz der Stadt Klagenfurt befindet, wäre es für eine öffentliche Nutzung wie ein Kärntner Haus der Literatur, ideal.“ Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Schießungspläne hat Schmid-Tarmann an die Verantwortlichen appelliert, dieses strategisch wertvoll gelegene Objekt der Öffentlichkeit zu erhalten. „Ich biete meine Mitarbeit an und würde mich gerne am Planungsprozess beteiligen, meine Visionen einbringen. Es wäre schade, dieses zentral gelegene Gebäude privaten InvestorInnen zu überlassen. Es stehen ja bereits Gerüchte um eine Hotelerweiterung im Raum.“

Ein „Kärntner Haus der Literatur“ mit einer öffentlichen Bibliothek, Leseräumen, Sälen für Vorträge und Lesungen sowie Raum für alle Literaturverbände wäre die Umsetzung einer Vision, die der literarischen Bedeutung von Klagenfurt und Kärnten Rechnung tragen würde, ist die Grüne Kultursprecherin überzeugt.

Zur Finanzierung eines solchen Leuchtturmprojektes schlägt Schmid-Tarmann eine Drittel-Finanzierung vor. „Die Stadt kann das natürlich nicht alleine stemmen. Deshalb wäre eine Beteiligung von Bund und Land anzustreben“, so die Gemeinderätin.

(Mag. Gabi Russwurm-Biro, Präsidentin des Kärntner Schriftstellerverbandes, Kulturamtsleiterin Mag. Erika Napetschnig, Gemeinderätin und Grüne Kultursprecherin Evelyn Schmid-Tarmann, Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, Mag. Gerald Eschenauer von BUCH13 und Gerhard Ruiss Bundessprecher der IG Autorinnen/Autoren. (v.l.n.r.)

Bauprojekt Lichtenfelsgasse: Grüne unterstützen die Eltern und verstehen ihre Sorgen

Klagenfurt (14.05. 2014) Die Grünen haben sich als einzige Partei gegen den Bau des drei- bis viergeschoßigen Parkhauses am Benediktinerplatz, dessen Kundmachung von SPÖ, FPÖ und ÖVP vor wenigen Wochen beschlossen wurde, ausgesprochen. „Wir waren von der Überrumpelungsaktion der anderen Fraktionen sehr überrascht, da ja zuerst alle beteuert hatten, dass das Projekt auf Eis liegt – aus Angst, dass es zum Wahlkampfthema wird“, erinnert Grünen-Clubobfrau Andrea Wulz. Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann ärgerte vor allem der Wortbruch von Planungsreferentin Mathiaschitz, die den Markleuten zuvor in Informationsveranstaltungen wiederholt versichert hatte, dass das Projekt gegen die Stimmen der Grünen nicht umgesetzt wird.

Dass es nun von Eltern der Kinder, die die Benediktinerschule besuchen, Proteste gibt, kommt für die Grünen nicht überraschend. „Wir können die Sorgen der Eltern sehr gut verstehen und sichern ihnen unsere Unterstützung zu. Man hat die Eltern, die von dem Projekt erst aus den Medien erfuhren, ebenfalls überfahren“, so Wulz, die mit mehreren Betroffenen in Kontakt steht.

Schmid-Tarmann kritisiert: „Meine KollegInnen, die an der Schule unterrichten, haben mir bestätigt, dass weder sie noch die Eltern der Schulkinder informiert wurden. Die zu erwartenden Beeinträchtigungen für die Schule haben sich seit 2009 nicht geändert. Und trotzdem haben SPÖ, FPÖ und ÖVP vor kurzem noch felsenfest behauptet, dass es keine negativen Stimmen gibt und alle Betroffenen das Projekt befürworten würden. Außerdem soll die Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt zwischen Schuleingang (Neue Mittelschule) und Marktgebäude sein, was vom Standpunkt der Verkehrssicherheit höchst bedenklich ist.“

Die Grünen bleiben bei ihrer Position: „Wir haben uns gegen das Gesamtprojekt ausgesprochen, da der Bau des Wohn- und Geschäftsgebäudes in der Lichtenfelsgasse an ein drei- bis viergeschoßiges unterirdischen Parkhaus geknüpft ist und mehr Parkplätze automatisch mehr Verkehr anziehen“, so Wulz. Schmid-Tarmann: „Die Grünen stehen für eine moderne Städteplanung, die in die entgegengesetzte Richtung geht: Keine neuen Tiefgaragen, sondern weniger Autos, mehr Öffis, mehr Räder, mehr Lebensqualität. Eine Stadt für Menschen und nicht für Autos."