Grüne Klagenfurt

Hallenbad – Was, wenn die Demokratie erwacht?

StR Frank Frey sieht den BürgerInnenbeteiligungsprozess als gescheitert. GRin Evelyn Schmid-Tarmann verweist auf den langjährigen Kampf der Grünen für die Erhaltung des Erholungsraumes Europapark/Ostbucht und wünscht sich ein gemeinsames Vorgehen mit den verschiedenen Bürgerinitiativen.

„Die Unstimmigkeiten im Bürgerrat und der wachsende Unmut in der Bevölkerung über die Standorte Ostbucht/Strandbad und Minimundus sind für mich ein klares Zeichen, dass der BürgerInnenbeteiligungsprozess in dieser Form am Ende ist“, erklärt StR Frank Frey und erinnert an die Feststellung, die beim Bürgercafé getätigt wurde, dass es unmöglich war junge Menschen für den Bürgerrat zu motivieren, weil gerade Maturazeit ist und die Jungen für die Prüfungen lernen müssten. „Allein die Annahme das ‚junge‘ Menschen alle im Alter von 18 bis 40 ausschließlich MaturantInnen sind, ist lächerlich“, erklärt der Umweltstadtrat und bedauert, dass ein so wichtiges demokratiepolitisches Werkzeug wie die BürgerInnenbeteiligung an der mangelhaften Durchführung scheitern musste.

„Es ist der Hartnäckigkeit der Klagenfurter Grünen im Schulterschluss mit Umweltschutzinitiativen zu verdanken, dass das ca. 78ha große Areal Lendspitz/Maiernigg im Jahr 2010 letztendlich zum Europaschutzgebiet erklärt wurde. In Verbindung mit dem Strandbad, dem Europapark und der Ostbucht-Promenade ist dieser Teil von Klagenfurt der bedeutendste Natur- und Naherholungsraum Kärntens“, weiß GRin Evelyn Schmid-Tarmann aus ihrem langjährigen Kampf um das frei zugängliche Wörtherseeufer zu berichten. „‚HÄNDE WEG VON DER OSTBUCHT‘ war unser Slogan schon lange vor 2010 und der ist mittlerweile sogar in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Darum ist für mich auch der neuerliche Schulterschluss mit allen Initiativen so unglaublich wichtig in unserem Kampf für die Erhaltung dieses wertvollen Kleinods“, lädt Schmid-Tarmann die verschiedenen Bürgerinitiativen ein, an einem Strang zu ziehen. Es geht ihr im Besonderen um die OpenPetition „Nein zum Hallenbad im Strandbad! Nein zur Verbauung der (letzten freien) Erholungsgebiete am See!“. Auch das Seenvolksbegehren vertritt die gleiche Haltung. „Ich erwarte mir auch vom Landeshauptmann eine klare Stellungnahme. Immerhin lässt er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit, als Retter der freien Seezugänge feiern. Es ist wohl nicht zu viel verlangt, wenn er diese, seine, Haltung auch unmissverständlich von seinen GenossInnen in Klagenfurt einfordert“ stellt Schmid-Tarmann fest.

„Die Verantwortlichen für den Bürgerbeteiligungsprozess haben in einem Interview mit dem Kurier 1 die KlagenfurterInnen als ‚nicht genügend vertraut mit der Bürgerbeteiligung‘ abgestempelt. Was ist das für eine Wertschätzung gegenüber jenen die schlussendlich die Kosten des Prozesses mit ihrem Steuergeld bezahlen werden?“, bemerkt StR Frey kopfschüttelnd und GRin Schmid-Tarmann weiß von einem Mitglied des Bürgerrates, dass am ersten Tag des Rates 17 BürgerrätInnen anwesend waren und am Tag zwei plötzlich 23. „Ich frage mich aus welchem Personenkreis die zusätzlichen 6 Personen innerhalb einer Nacht kooptiert wurden?“, fügt GRin Schmid-Tarmann hinzu.

1 Zitat Kurier Online vom 27.6.2018:
Stainer-Hämmerle und Plaikner irritiert der Streit. Er sorge für Verunsicherung im Bürgerrat; der Prozess leide, sagt die Politologin. Die Bürgerbeteiligung sei in Klagenfurt „als Kultur noch nicht bekannt“, diagnostiziert sie. Ihr rutscht der Satz „es wäre immer möglich, alles wieder aufzuknüpfen“, heraus. Damit meint sie, wieder alle vier ursprünglichen Standorte anzudenken.
Auch Plaikner erkennt, dass die Klagenfurter mit Bürgerbeteiligung nichts am Hut haben. Es sei unmöglich gewesen, einen repräsentativen Bürgerrat zu bilden. „Wir haben einen zu hohen Altersschnitt, Junge Menschen waren nicht zu gewinnen. Wir haben sogar nachtelefoniert“, erklärt Plaikner. Der jüngste Bürgerrat ist 40.

Hallenbad und Strandbad sind unvereinbar

StR Frank Frey sieht sich in seiner Entscheidung bestärkt, gegen den Standort Hallenbad/Strandbad gestimmt zu haben. Die kolportierten Ungereimtheiten rund um den Bürgerrat und  die offensichtlich geschönten Luftbilddarstellungen sind für ihn ein Zeichen dafür, dass hier im Hintergrund Interessengruppen mit Vehemenz den Standort am Metnitzstrand durchdrücken wollen.

„Schon beim Bürgercafe regte sich bei mir der Verdacht, dass es bei der Entscheidungsfindung nicht mit rechten Dingen zugeht“, spricht StR Frey seine Befürchtungen offen aus. „Die Art und Weise wie die Veranstaltung abgehalten wurde ließ nur eine Vermutung zu: es gibt eine Lobby, wer auch immer die Betreiber sind, die das Hallenbad unbedingt zum See verfrachten wollen. Wir Grüne sind seit Beginn der Diskussionen, und der liegt schon an die zehn Jahre zurück, stets gegen die Verbauung der Ostbucht eingetreten. Neueste Reaktionen von Klagenfurter BürgerInnen zeigen, wir Grüne befinden uns mit dieser Haltung in bester Gesellschaft“, stellt Frey weiter fest.

Die Geschichte des Hallenbadneubaus hat schon viele Kapitel. Sie hat gesehen wie der vorherige Bürgermeister der Stadt innerhalb von zwei Jahren seine Aussage (Zitat C. Scheider vom 25.4.2009: „Der Bereich See darf nicht zu stark verbaut werden.“) um 180 Grad gedreht hat und schließlich das Gegenteil behauptete (Zitat C. Scheider vom 16.10.2011: „Der Campingplatz ist laut der letzten in Auftrag gegebenen Studie der beste Standort.“)

Auch die von der Klagenfurter Messe Betriebs GmbH aus dem Eigentum der HYPO erworbene Parkplatzfläche an der St. Ruprechter Straße, der Stadt Klagenfurt wurde für die geplante Errichtung eines neuen Hallenbads ein Vorkaufsrecht eingeräumt, ist ein Indiz dafür, dass die Überlegungen schon früh auf einen Standort in Zentrumsnähe fokussiert waren.

„Wie kam es zu diesem Schwenk in den politischen Absichten? Wer zieht hier die Fäden?“, fragt sich Frey, der alles versucht hat den Standort Messegelände als zusätzliche Option in der Entscheidungsfindung zu belassen. „Die Fachstudie kommt nämlich in der Bewertung der Plätze Minimundus und Messe annähernd zum gleich guten Ergebnis. Mir ist unverständlich, warum die Stadtplanung sich den Chancen verschließt, die sich mit einer Stärkung des südlichen Teils der City für die Innenstadt ergeben. Und gerade die Stadtwerke AG müsste sich in Fragen Energieeffizienz auskennen, oder?“

„Logisch, dass sich die BürgerrätInnen an einem, von Haus aus schönen Ort wie dem Wörthersee, ein Hallenbad leichter vorstellen können, als an einem ‚Unort’ wie dem staubigen Schotterparkplatz bei der Messe“, weiß der Grüne Umweltstadtrat „doch die Aufwertung einer ‚Stadtbrache‘ bringt in der Folge einen Mehrwert, wogegen der Metnitzstrand an Erholungswert einbüßen müsste.“
Zum Abschluss führt Frank Frey noch an: „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die immer stärker werdenden Reaktionen der BürgerInnen ein Umdenken im politischen Prozess bewirken werden, denn das was wir jetzt erleben ist auch ein BürgerInnenbeteiligungsprozess, ein gänzlich unbeeinflusster.“

Hände weg von der Ostbucht 2.0

StR Frank Frey stimmte im Stadtsenat gegen den Ausschluss der Standorte Messe und Sportpark aus der engeren Wahl. Er bekräftigt auch das Bekenntnis der Grünen zu BürgerInnenbeteiligungsprozessen hat aber seine Zweifel an der Korrektheit der Durchführung in diesem speziellen Fall.

„Meine Stimme gegen die Einschränkung der Diskussion auf die zwei Standorte Ostbucht und Minimundus ist klar und nachvollziehbar“, stellt Umweltstadtrat Frank Frey unmissverständlich fest. „Die Grünen haben sich bereits in der Vergangenheit zu dieser Haltung bekannt und sie auch vehement vertreten. Nachdem dieser Grundsatzbeschluss auch ein Teilbekenntnis zur Ostbucht gewesen wäre, war es mir unmöglich diesem zuzustimmen.“

Quelle: Kurier vom 26.6.2018

In den letzten Wochen wurden auch medial vereinzelt Meinungen laut, dass bei der Zusammensetzung des BürgerInnenrates einige Schwachstellen zu verorten sind. So äußerte sich Hr. Plaikner von der Firma IMPact, die den BürgerInnenbeteiligungsprozess durchführt, gegenüber dem Kurier am 27.6.2018 mit folgendem Statement:
>>Auch Plaikner erkennt, dass die Klagenfurter mit Bürgerbeteiligung nichts am Hut haben. Es sei unmöglich gewesen, einen repräsentativen Bürgerrat zu bilden. „Wir haben einen zu hohen Altersschnitt, Junge Menschen waren nicht zu gewinnen. Wir haben sogar nachtelefoniert“, erklärt Plaikner. Der jüngste Bürgerrat ist 40.<<

„Die Fragen die sich mir dabei stellen sind folgende. Hätten die ProzessbegleiterInnen Plaikner und Stainer-Hämmerle zu dem Zeitpunkt, als für sie feststand, dass der BürgerInnenrat nicht repräsentativ ist, darauf adäquat reagieren müssen? Kann überhaupt von einem repräsentativen Ausschnitt der Bevölkerung gesprochen werden, wenn zu dem Bürgerrat nur ein Teil der Stadtwerkekunden eingeladen ist? Und warum gibt Plaikner die Schuld den BürgerInnen von Klagenfurt, indem er erkennt (Zitat oben), ‚Die Klagenfurter haben mit Bürgerbeteiligung nichts am Hut‘, anstatt sie dort zu suchen wo sie zu finden ist, nämlich bei den Durchführenden? “, überlegt Frey weiter. „Was ich selbst beim Bürgercafe beobachtete, wir Politiker waren ja von der Bürgermeisterin aufgefordert uns dort eher zurückzuhalten um den BürgerInnen die Möglichkeit des Gedankenaustausches zu geben, erinnerte mich jedoch mehr an eine Verkaufs- als an eine Informationsveranstaltung.“

„Im Gespräch mit ein paar BürgerrätInnen schien auch durchzuklingen, dass im Bürgerrat selbst von den Experten wie auch von einigen wenigen Bürgerräten euphorisch Stimmung für die Ostbucht gemacht wurde“, lässt Frank Frey durchblicken und mutmaßt „Wurden da die Wünsche der BürgerInnen abgeholt oder umgepolt, wer weiß?“

„Wir Grüne sind nach wie vor glühende Befürworter von Basisdemokratie und BürgerInnenbeteiligung, auch wenn uns jetzt das Gegenteil unterstellt wird. Wir wollen diese BürgerInnenbeteiligung allerdings transparent, für alle BürgerInnen nachvollziehbar und vor allem professionell gestaltet wissen“, so Frey abschließend, „und der Zweifel an der korrekten Durchführung des aktuellen Bürgerrates muss erlaubt sein. In der Privatwirtschaft nennt man das Qualitätssicherung.“

Grüner Erfolg: Südliche Ostbucht bleibt veranstaltungsfrei

Die südliche Ostbucht bleibt als wichtiges Naherholungsgebiet der KlagenfurterInnen heuer veranstaltungsfrei. Die Eventsaison beschränkt sich auf drei Veranstaltungen auf der Metnitzstrandwiese.

Seit Jahren wird über eine Beruhigung der Ostbucht diskutiert. Mit dem heutigen Beschluss im Stadtsenat, der auf den Vorschlägen der Arbeitsgruppe Ostbucht basiert, ist es endlich soweit: Da das Beachvolleyball-Event 2017 nicht stattfindet, bleibt die südliche Ostbucht veranstaltungsfrei. „Damit wird unsere langjährige Forderung nach einer Beruhigung der Ostbucht Realität. Der Seezugang bei der allseits beliebten Hundewiese bleibt frei“, freut sich Clubobmann Thomas Winter-Holzinger. „Auch die BesucherInnen von Strandbad und Lorettobad, die jedes Jahr unter den wochenlangen Beeinträchtigungen zu leiden hatten, können aufatmen.“

Da das Beachvolleyball-Event 2017 nicht mehr in Klagenfurt stattfindet, beschränkt sich die Eventsaison in der Ostbucht auf drei Veranstaltungen: den Ironman Austria, die Starnacht am Wörthersee und Kärnten läuft. „Diese finden auf der Metnitzstrandwiese statt, was bedeutet, dass die südliche Ostbucht der Bevölkerung als Naherholungsgebiet über den Sommer zur Verfügung steht“, zeigt sich Winter-Holzinger zufrieden. Neue, zusätzliche Veranstaltungen stehen nicht zur Diskussion. „Damit haben wir in der Reformpartnerschaft die von großen Teilen der Bevölkerung geforderte Beruhigung der Ostbucht umgesetzt.“

Klagenfurter Strandbäder: Grüne fordern freien Eintritt ab 18 Uhr

Klagenfurt (08.07. 2015) Bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen suchen viele Menschen Abkühlung in den Kärntner Badeseen. „Berufstätige haben oft  erst abends Zeit, sich abzukühlen. Was bei vielen für großen Unmut sorgt, ist, dass die Strandbäder der Stadtwerke Klagenfurt AG nach 18 Uhr noch Eintritt verlangen. Badeschluss ist um 21 Uhr. Selbst wenn man erst gegen 20.30 Uhr kommt, werden einem immer noch zwei Euro abgeknöpft – das ist doch ein Witz“, kritisiert Gemeinderat Elias Molitschnig, bei dem sich mehrere KlagenfurterInnen über diesen Umstand beschwert haben.

„Andere Gemeindestrandbäder – wie z.B. in Keutschach am See – verlangen ab 18 Uhr auch keinen Eintritt mehr. Hier sollten die Stadtwerke den Badegästen gegenüber mehr Entgegenkommen zeigen“, so Molitschnig, der sich für freien Eintritt ab 18 Uhr einsetzen will.
(Schluss)

Jahrelanger Einsatz trägt Früchte: Seebühne wird endgültig „versenkt“!

Klagenfurt (06.05. 2015) Die Klagenfurter Grünen kämpften seit vielen Jahren für die Entfernung des „Millionengrabes“ in der Ostbucht. „Jetzt tragen unsere Bemühungen endlich Früchte! Die Koalition der Vernunft hat den Abbau der Kultur-Ruine beschlossen“, freut sich Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, die den ersten Antrag betreffend des Abbaus der Seebühne vor elf Jahren (!) einbrachte. „Es war 2004 einer meiner ersten Anträge als Ersatzgemeinderätin.“

Für die Klagenfurter Grünen war der Abbau der Seebühne „die einzig richtige Lösung. Es gab zuhauf Kritik an der jahrelangen Steuergeldverschwendung durch das Prestigeprojekt des ehemaligen Landeshauptmannes Haider und an der Verschandelung der Ostbucht. Jetzt bekommen die KlagenfurterInnen endlich wieder freie Sicht auf den Wörthersee!“

Nach dem Abbau der Seebühne streben die Grünen auch eine nachhaltige Entlastung der schützenswerten Ostbucht an. „Die Ostbucht soll wieder zu einem echten Lebensraum und einem Erholungsgebiet für die Klagenfurter Bevölkerung werden“, fordert Schmid-Tarmann, die in der nächsten Gemeinderatssitzung neuerlich einen Antrag einbringen möchte.

Viele Gründe für ein Grünes Klagenfurt

Klagenfurt (10.02. 2015) Klagenfurt ist reif für einen Grünen Bürgermeister – da sind sich Bürgermeisterkandidat Frank Frey, Stadträtin Andrea Wulz (Listenplatz 2), Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Listenplatz 3) und Politik-Neueinsteigerin Margit Motschiunig (Listenplatz 4) einig, die bei der heutigen Pressekonferenz das Grüne Wahlprogramm für 2015 vorstellten. „Ziel ist es, an die großartigen Ergebnisse der letzten drei Wahlen (Landtags-, Nationalrats- und EU-Wahl), wo es die Grünen zur zweitstärksten Kraft in der Landeshauptstadt geschafft haben, anzuknüpfen“, betont Spitzenkandidat Frank Frey, der insgesamt 90 UnterstützerInnen auf der KandidatInnenliste hinter sich weiß. 

Erklärtes Wahlziel sei – neben dem ersten Grünen Bürgermeister – eine Verdoppelung der Gemeinderatsmandate (von fünf auf zehn) sowie zwei Sitze im Stadtsenat. Ganz wesentlich sei den Grünen, unterstreicht Frey, das Transportieren von Inhalten und die langfristige Umsetzung von Zielen, mit denen Klagenfurt lebenswerter, transparenter und bürgerinnenfreundlicher werden soll.

Voraussetzung für die Umsetzung vieler Vorhaben sei ein „saniertes Budget. Es gilt, die Finanzen mit vereinten Kräften auf Vordermann zu bringen“, so Frey, der am „fünf Minuten vor der Wahl“-präsentierten Masterplan von Bürgermeister Scheider kein gutes Haar lässt. „So etwas muss man ernsthaft angehen.“

Als Bürgermeister würde Frey zuallererst für mehr Gemeinderatssitzungen sorgen. Das zwischen zwei Gemeinderatssitzungen gut sieben Monate vergehen und die Stadt quasi handlungsunfähig ist, werde es bei ihm nicht mehr geben, verspricht Frey, der alle zwei Monate eine Gemeinderatssitzung abhalten möchte und einen Sitzungsfahrplan einführen will. „So kann sich jeder der 45 GemeinderätInnen, und da sind sehr viele Berufstätige darunter, inhaltlich darauf einstellen.“

Um die Wirtschaft in Klagenfurt langfristig anzukurbeln und die hohe Arbeitslosigkeit (derzeit ca. 10 Prozent) in den Griff zu bekommen, kündigt Frey eine aktive Betriebsoffensive an. „Wichtig ist es, ein gutes Netzwerk aufzubauen und Kontakte zu nützen.“

Umstrittene Alleingänge und Luftschlösser sollen bei Frey der Vergangenheit angehören. „Wie es nicht sein sollte, sieht man beim Hallenbad neu: Kurz vor der Wahl wird absolut unseriös eine neue Variante präsentiert – ohne den Gemeinderat einzubinden“, so Frey, der auf die Einhaltung demokratiepolitischer Spielregeln pocht. Einem Hallenbad in der Ostbucht erteilen die Grünen eine klare Absage: „Ein Großteil der Bevölkerung will kein Luxusbad in der sensiblen Ostbucht, sondern ein Sport- und Familienbad in der Stadt mit leistbaren Eintrittspreisen“, betont Frey, der die Hallenbad-Eishallen-Kombination am Standort Messeareal aus Energieeffizienz-Gründen für die beste hält.

Bei den Subventionen setzen sich die Grünen für mehr Transparenz ein. „Die Grünen sind für sinnvolle Subventionen, Subventionsentscheidungen gehören aber in den Gemeinderat und somit öffentlich gemacht“, betont Frey.

Ein weiteres Grünes Hauptanliegen ist „der Ausbau der Öffis. Bei unseren Hausbesuchen – und wir haben schon 7.500 in Klagenfurt geschafft – spielt das Thema Öffis eine große Rolle. Derzeit ist das Busnetz einer Landeshauptstadt einfach nicht würdig“, so Frey, der sich für einen Viertelstundentakt und eine intelligente Linienführung, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, stark macht. Erfreulich ist die Einführung der Buslinie 60, für die die Grünen 500 Unterschriften gesammelt haben.
Weiterer Schwerpunkt der Grünen ist der Ausbau des Radwegenetzes: „Ein sehr schönes Beispiel ist Wien, wo durch die Verbesserung des Radwegenetzes eine Frequenzsteigerung von 24 Prozent erreicht wurde – das wünsch ich mir auch für Klagenfurt!“ Für eine Belebung der Innenstadt will Frey mehr verkehrsberuhigte Zonen, u.a. sollen Pfarrplatz und Fleischmarkt autofrei sowie ein Teil der Bahnhofstraße vom Durchzugsverkehr befreit werden.

Die amtierende Stadträtin Andrea Wulz (u.a. für Umweltschutz, Listenplatz 2) hebt den Schutz der Ostbucht und des Landschaftsschutzgebietes Lendspitz-Maiernigg sowie die insgesamt 15 EU-Projekte im Bereich Umwelt hervor, die Klagenfurt eine Wertschöpfung von 12 Mio. Euro und große Impulse beschert haben. Im Bereich erneuerbare Energien und Sanierungen braucht es „weitere Impulse, um auch die Wirtschaft anzukurbeln. Die Vorarbeit ist gemacht – diesen erfolgreichen Weg gilt es fortzuführen“, so Wulz.

In den Bereichen Frauen und Familie verweist Wulz auf den erfolgreichen Weg, den Klagenfurt mit dem Audit „Familienfreundliche Gemeinde“ (als erste Landeshauptstadt in Österreich) bereits in den letzten Jahren gegangen ist und auch in Zukunft – 2015 steht die Rezertifizierung – gehen soll. „12 Maßnahmen wurden begonnen und zum Teil umgesetzt, u.a. der barrierefreie Europapark-Spielplatz oder das Integrationsprojekt Hippy.“ Ein großes Problem, der die Bereiche Frauen und Familie besonders hart trifft, sei „das Versagen von Bgm. Scheider und seinem Personalreferenten Germ in der Budget- und Personalpolitik. Die Verwaltungsreform ist gescheitert, bis dato gibt es kein Personalmanagement!“

„Schönes Wohnen für alle“ fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann (Listenplatz 3), die sich für leistbaren Wohnraum, der sich bestenfalls zentral und fußläufig in der Nähe von Arbeitsplatz und Schule befindet, einsetzt. „Derzeit stehen 3.000 Wohnungssuchenden ca. 6.000 leerstehenden Wohnungen gegenüber“, zeigt Schmid-Tarmann das Ungleichgewicht auf. Die Gemeinderätin fordert, dass die Stadt wieder selber baut und sich Bauflächen sichert. „Derzeit haben wir das Problem, dass sich Immobilienhaie die letzten freien Flächen, die auf Widmungen aus den 70er Jahren zurückgehen, unter den Nagel reißen und überteuerte Eigentumswohnungen bauen, die sich niemand leisten kann“, so Schmid-Tarmann, die schon seit Jahren vor der drohenden Immobilienblase warnt und mit vielen Bürgerinitiativen, die sich gegen umstrittene Bauprojekte wehren, in Kontakt steht.

Weiters ist Schmid-Tarmann, die sich stets kämpferisch gegen Korruption und Spekulation stellt, die „Erhaltung unserer Lieblingsplätze, wie die Ostbucht, das Kreuzbergl als Erholungswald und seine alten Villen“ ein zentrales Anliegen. „Die gehören ebenso unter Denkmalschutz gestellt wie Lendhafen und Benediktinermarkt“, so Schmid-Tarmann, der der Ensembleschutz am Herzen liegt. Gleichzeitig betont Schmid-Tarmann, dass sie die Stadt aber nicht als Museum, sondern als Lebensraum sieht. „Die Revitalisierung und -Sanierung sowie die Innenstadt-Verdichtung durch Dachgeschoßausbauten muss Priorität haben.“

Jahrelange Forderungen von Schmid-Tarmann im Kulturbereich möchte sie in der nächsten Periode umgesetzt wissen: „Wir brauchen dringend eine öffentliche Bibliothek, ein Stadtmuseum, einen zweiten Saal fürs Volkskino und einen Kulturbeirat wie in Graz. Weiters braucht es mehr Förderungen für die freie Kulturszene, dafür einen Stopp bei Subventionen für kommerzielle Events“, betont Schmid-Tarmann, die auch einen endgültigen Abriss der leidigen Seebühne fordert.

Jahrelang auf Granit biss Schmid-Tarmann (als Vorsitzende des Ausschusses für Kindergärten, Horte und Schulen) bei der zuständigen Schulreferentin Vize-Bgm. Mathiaschitz (SPÖ) mit ihrer Forderung, Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen und Horte, einzuführen. „Wir wollen 100 Prozent Bio-Essen in den Kindergärten“, so Schmid-Tarmann.

Mit Polit-Neueinsteigerin Margit Motschiunig (Leiterin des städtischen Montessori-Kindergartens „Bunte Knöpfe“, Listenplatz 4) hat sie bei diesem Thema eine Mitstreiterin an ihrer Seite. „Ich weiß aus Erfahrung, dass derzeit viel mit Fertiggerichten gearbeitet wird. Die Gesundheit unserer Kinder muss uns einfach mehr wert sein“, betont Motschiunig, die das Thema Bildung als Schwerpunkt ihrer künftigen Gemeinderatstätigkeit sieht. „Klagenfurt braucht eine starke Bildungsoffensive“, betont Motschiunig, die im Kindergartenbereich verstärkt die Schwerpunkte Sprachen und Naturwissenschaften einbauen möchte und sich für fix angestellte Native Speaker stark macht.

Ein zentrales Anliegen ist Motschiunig „der  Rechtsanspruch auf einen Gratis-Kindergartenplatz. Es kann nicht sein, dass eine Familie mit drei Kindern derzeit 600 Euro zahlen muss.“ Weiters ist Motschiunig eine Ausdehnung der Öffnungszeiten bei städtischen Kindergärten ein wichtiges Anliegen: „Viele Mütter sprechen mich auf das Problem an. Die Kindergärten müssen von 6 bis 18 Uhr geöffnet sein“, so Motschiunig, die sich auch für einen ganzjährigen Betrieb einsetzt. „Derzeit hat nur ein städtischer Betrieb im August geöffnet. Ziel muss es sein, dass in jedem Kindergarten ganzjährig  zumindest eine Gruppe geöffnet hat.“

Ein weiterer Schwerpunkt von Motschiunig ist die Jugendarbeit. „Die Grünen fordern mehr Geld für Streetworker und FamilienintensivbetreuterInnen anstelle eines unnützen Ordnungsamtes, das sich um Hunde und Parkscheine kümmert.“

Fotos: Die Grünen Kärnten/Günter Krammer

Frey: Hände weg von der Ostbucht!

Klagenfurt (09.02. 2015) Das eigenständige Vorpreschen von Bürgermeister Scheider und den Stadtwerken betreffend eines Hallenbad-Neubaus in der Ostbucht ist für Grünen-Bürgermeisterkandidat und Gemeinderat Frank Frey „so kurz vor der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl absolut unseriös und nicht ernst zu nehmen. Tatsache ist, dass der Bürgermeister den Stadtwerken nicht einfach einen Auftrag erteilen kann. Die Stadtwerke sind auch kein Investor, sondern gehören zu 100 Prozent den Klagenfurterinnen und Klagenfurtern. Die Rechnung kann also nicht ohne den Wirt gemacht werden: Es braucht einen klaren Auftrag des Eigentümers – ohne Gemeinderats- und Stadtsenatsbeschluss geht gar nichts!“, stellt heute Bürgermeisterkandidat Frank Frey nochmals klar.

Was Frey scharf kritisiert, ist „die unnötige Verunsicherung der Bevölkerung. Ein Hallenbad am See bedeutet einen massiven Eingriff in das Naherholungsgebiet der KlagenfurterInnen, das schon jetzt Jahr für Jahr unter den zahlreichen Events zu leiden hat. Klagenfurt ist finanziell angeschlagen und braucht sicher keinen Wellnesstempel für TouristInnen, sondern ein Sport- und Familienbad mit leistbaren Eintrittspreisen für die Bevölkerung“, betont Frey, der weitere Großmannsucht-Projekte ablehnt: „Was kostet an einem neuen Hallenbad 50 Mio. Euro? Das wäre ja das halbe Stadion! Es gibt genügend Beispiele von vergleichbar großen neuen Hallenbädern, die nicht mal die Hälfte kosten“, so Frey abschließend.

Gasper: „Sunset“ hat 90-jährige Vorgeschichte

Klagenfurt (06.02. 2015) Große Pläne für die Ostbucht wälzte bereits Dr. Gustav Ritter von Metnitz, der 1909 und 1912 zum Bürgermeister von Klagenfurt gewählt wurde. In seine Amtszeit fällt u.a. der Bau der Westschule, die Vollendung des Stadttheater-Baus sowie die Kommunalisierung der Wörthersee-Schifffahrt (mitterlweile wieder privatisiert). „Metnitz setzte weitsichtig den Kauf der Wörthersee-Gründe durch, die er nach dem Motto „Klagenfurt am Wörthersee“ ausbauen wollte. Durch diese fortschrittliche Maßnahme wurde die Errichtung des Strandbades erst möglich gemacht. Zu Lebzeiten wurde er dafür allerdings von den anderen Parteien angefeindet. 1929 wurde der Metnitzstrand nach ihm benannt“, weiß Gemeinderat Reinhold Gasper.

In der Zeit von Dr. Adolf Heinrich Bercht, er wurde 1926 zum Bürgermeister von Klagenfurt gewählt, wurden dann Pläne für eine großzügige Anlage am Metnitzstrand ausgearbeitet. „Anstelle des heutigen „Sunset“-Gebäudes waren ein Rondeau mit Aussichtsterrasse und Tanzpavillon geplant. Insgesamt wollten die Architekten Franz Koppelhuber und Ing. Paul Theer 12.000 Quadratmeter verbauen. Vorgesehen waren zwei 100 Meter lange Badebrücken, Rutschen, Trampolins, Duschen, Fußwaschbecken, Trinkwasserbrunnen, Fremdenzimmer, Arztzimmer, ein Restaurant und ein Automatenbuffet, Sonnenterassen mit Palmen, ein Badebassin für Schwimmwettbewerbe, abendliche Tanzveranstaltungen und Konzerte. Geplant war es, die Pläne etappenweise umzusetzen. Wegen Geldmangels kam es in Berchts Amtszeit aber „nur“ zum Bau des Strandbades in seiner heutigen Form“, so der Hobby-Historiker.

Die Stadt Klagenfurt befand sich zur Amtszeit von Bercht übrigens in einer schwierigen finanziellen Lage. „Um der Stadt sparen zu helfen, verzichtete das Stadtoberhaupt auf sein Gehalt und jeglichen Spesenersatz“, berichtet Gasper, der auch schon eine Straßen- oder Platzbenennung nach Bercht beantragt hat. „Bercht war übrigens auch Besitzer des geschichtsträchtigen Schlosses Reifnitz.“ 



Bildtext: Gesamtansicht des Entwurfes von Architekt Franz Koppeluber und Ing. Paul Theer

Bildtext: Blick in den Bierhof und (rechts) eine der Liegeterrassen

Quelle/Fotocredit (2): Buch „Klagenfurt am Wörthersee“, Die Städte Deutschösterreichs, herausgegeben von Erwin Stein, Band IV Klagenfurt, 1929, Deutscher Kommunal-Verlag

Frey: Scharfe Kritik an eigenständigem Vorpreschen der Stadtwerke

Klagenfurt (06.02. 2015) In Eigenregie wollen die Stadtwerke nun ein neues  Hallenbad bauen. Stadtwerke-Vorstand Romed Karre überraschte heute mit der Ansage, dass es auch schon einen möglichen Standort gäbe und das neue Hallenbad rund 50 Mio. Euro kosten würde. „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“, macht  Bürgermeisterkandidat und Gemeinderat Frank Frey seinen Ärger über das eigenständige Vorpreschen der Stadtwerke und Bürgermeister Christian Scheider Luft. „Man kann die Rechnung nicht ohne den Wirt machen! Die Stadtwerke Klagenfurt AG ist zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Klagenfurt. Die 50 Millionen Euro, die Karre investieren möchte, gehören nicht den Stadtwerken, sondern uns – den Klagenfurter Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“, stellt Frey klar.

„Die Stadtwerke können nicht einfach im Alleingang ein Konzept entwickeln, dazu braucht es einen klaren Auftrag vom Eigentümer – und das ist die Stadt Klagenfurt.  Ohne Gemeinderatsbeschluss und das Einbeziehen der Bevölkerung geht gar nichts“, betont Frey, der sich auch über die Geheimnistuerei von Karre und Scheider betreffend des Hallenbad-Standortes ärgert: „Diese Intransparenz ist unerträglich. Es ist eine Frechheit, wie die Bevölkerung hier verunsichert wird. Stadtwerke und Bürgermeister können nicht über die KlagenfurterInnen hinweg entscheiden. Die BürgerInnen sind in der Standort-Frage in jedem Fall mit einzubinden“, so Frey abschließend.