Grüne Klagenfurt

Gestaltungsbeirat – eine langjährige Grüne Forderung wird umgesetzt

„Am Ende eines langen Weges wird endlich der Gestaltungsbeirat der Landeshauptstadt Klagenfurt Wirklichkeit. Das für Bevölkerung eventuell sperrige Thema hat direkten Einfluss auf das Leben der Menschen in der Stadt. Eine wichtige, langjährige Forderung der Grünen wird jetzt umgesetzt“, ist GR DI Elias Molitschnig erfreut. In seinem allerersten Antrag im Gemeinderat am 28.4.2015 forderte er genau diesen Gestaltungsbeirat. Die beharrliche Arbeit der Grünen trägt nun Früchte.

Der Gesinnungswandel hat mehrere Jahre und viele Gespräche erfordert
Auf Ansinnen von GR Molitschnig wurde in Abstimmung mit dem damaligen StR Otto Umlauft ein Strategieworkshop zum Thema ‚Gestaltungsbeiräte in Städten Österreichs‘ gemacht. Die Vertreter dieser Kommunen brachten Einblicke in die Arbeit der Beiräte, informierten und gaben strategische Unterstützung. Ein wertvoller Input, um in Klagenfurt die richtigen Rahmenbedingungen für den Gestaltungsbeirat zu setzen. In vielen Gesprächen mit Bauträger*innen und den politischen Reformpartner*innen gelang es Molitschnig deren Ängste abzubauen.

Vorteile für die Landeshauptstadt und für die Baubranche
„Die Bauwirtschaft ist nach wie vor einer der Motoren am Arbeitsmarkt. Mit dem Gestaltungsbeirat wird unter anderem eine neue Form der Planungssicherheit geschaffen. Das vereinfacht die Verfahren, entlastet die Planungsabteilung der Stadt und die bauliche Weiterentwicklung von Klagenfurt kann nach einem zeitgemäßen, städteplanerischen Konzept erfolgen“, hebt Elias Molitschnig einige der Vorteile des Gestaltungsbeirates hervor. Zudem ist das Gremium unabhängig. In der Folge wird die ganze Abwicklung von Bauvorhaben transparenter und nachvollziehbarer.

Der städtische und öffentliche Raum rückt ins Blickfeld
„Wert gelegt haben wir auf die fachübergreifende Zusammensetzung des Beirats. Somit finden sich darin österreichische Expert*innen aus den Bereichen Städtebau, Architektur, Baukultur und sanfter Mobilität. Jeder Eingriff im öffentlichen Raum muss in einem Mehrwert für die Bürger*innen resultieren. Lebens-, Aufenthalts- und Wohnqualität sind wichtige Faktoren dafür, dass Klagenfurt im gerade veröffentlichten Zukunftsranking weiter einem Spitzenplatz zustrebt“, so GR Molitschnig abschließend.

Pfarrplatz geht mit Paradigmenwechsel in die Umsetzung

Gemeinderat DI Elias Molitschnig fasst den umfangreichen Entstehungsprozess und die beispielgebenden Schritte bis zur Umsetzung zusammen. Der Pfarrplatz kann Vorbild für die weitere Entwicklung der Innenstadt und für einen längst notwendigen Paradigmenwechsel in der Stadtplanung sein. Vorausgesetzt die verantwortlichen PolitikerInnen und Abteilungen zeigen ihre Bereitschaft, sich darauf einzulassen!

„Ein mutiger Weg wurde da beschritten. Im Vorfeld ist es mir gelungen, den damals zuständigen Referenten StR Otto Umlauft zu überzeugen“, berichtet GR Elias Molitschnig über den Startschuss der Pfarrplatz-Neugestaltung. „Bis dahin gab es, meines Wissens, weder eine umfangreiche Bürgerbeteiligung noch einen Architektenwettbewerb bei solchen Prozessen. Für einen wichtigen öffentlichen Platz, der der Pfarrplatz nun mal ist, ist es unumgänglich alle BürgerInnen in die Ideenfindung einzubinden. Nicht nur die unmittelbaren AnrainerInnen. Da geht es um die sprichwörtliche Lebensqualität und den gesellschaftlichen Mehrwert, der in solchen Projekten immer erkennbar sein muss.“

„In zwei Workshops wurde der Status Quo erhoben und der Raum südlich und nördlich der Kirche zur Veranschaulichung abgesperrt um die wirkliche Größe des Platzes wahrnehmen zu können“, führt der Grüne Gemeinderat weiter aus. „Wesentlich ist auch die Implementierung einer politischen Steuerungsgruppe, die mit jeweils einem Mitglied aus allen im Rathaus vertretenen Fraktionen bestellt wurde. Dadurch sind sämtliche strategische Entscheidungen im laufenden Prozess mit allen akkordiert worden und die Planungssicherheit für das Projekt ‚Neugestaltung Pfarrplatz‘ war durchgängig vorhanden. Alle haben an einem Strang gezogen.
Der BürgerInnenbeteiligungsprozess war beispielhaft, weil man nicht, wie bei ähnlichen Vorgängen in der Stadt schon beobachtet, den Beteiligten ‚Nicht-Fachleuten‘ die fachlichen Entscheidungen aufhalste, sondern ihre Wünsche und Ideen im richtigen Maß abholte, um sie als Vorgaben für die weiteren Planungsschritte zur verankern.“

Der nächste, wesentliche Schritt war die Vorbereitung und schließlich die Ausschreibung eines anonymen Architekturwettbewerbes zur Gestaltung des öffentlichen Raumes. Dieses Verfahren war mit der Ziviltechnikerkammer akkordiert und wurde begleitet von der Architektin Frediani-Gasser. „Ein absolutes Vorzeigeprojekt wie ich es mir ebenso für die Bahnhofstraße und die gesamte Innenstadtplanung wünsche und einfordere“, verleiht DI Molitschnig seinem Lob Ausdruck.

„Die Stadtentwicklung muss auf die BürgerInnen fokussiert sein. Wenn das ins Zentrum des politischen Bewusstseins rückt, erst dann können wir von einer Wende hin zur zukunftsweisenden, partizipativen Stadtplanung sprechen“, so GR Elias Molitschnig abschließend.

Abriss Pötzl-Haus – Wieder ein Stück Geschichte weniger

GR DI Elias Molitschnig präsentiert eine Momentaufnahme des Abrisses und richtet, zum wiederholten Mal, einen Appell an die Stadtplanung, die Bauherren und die Bevölkerung mit der architektonischen Identität Klagenfurts sorgsamer umzugehen.

„Andere Städte machen es uns vor, wir schauen nicht mal hin“, GR Elias Molitschnig zeigt offen seine Enttäuschung über den Mangel an Sensibilität, der durch die eine oder Bautätigkeiten in der Klagenfurter Altstadt deutlich sichtbar wird. „Während in Städten die einen historischen Kern haben, behutsam erneuert wird, was der Renovierung bedarf, wird bei uns nur mit der Abrissbirne gedacht. Das jüngste Negativbeispiel: das Pötzl-Haus wird gerade zerstört. Die Mauern, wie man auf dem Foto sieht (Anm.: im Anhang), sind aus Naturstein. Das Haus prägte, wie auch das abgerissene ‚Palliardi-Haus‘, die Fassadenlandschaft rund um den Domplatz. Mit heutigen Mitteln und der damit verbundenen wirtschaftlichen Kalkulation ist keine annähernd gleichwertige Bausubstanz kaum zu schaffen, zumindest was den kulturellen Wert betrifft.“

„Wir Grünen haben uns im Gemeinderat gegen diese Bauwidmung ausgesprochen. Wir sind der Ansicht, dass es an einer derart exponierten und wichtigen Stelle der Altstadt und mit direkter Blickbeziehung zum Dom hochwertiger gemacht werden müsste. Unser Credo wäre hier die behutsame Erweiterung des Dachgeschosses in Leichtbauweise gewesen. Darüber hinaus wäre für uns die Erhaltung der Geschäftsfläche in der Erdgeschosszone zwingend gewesen. Vom Prozess her wäre im Ermessen der Notwendigkeit eines Neubaus ein städtebaulicher Wettbewerb an dieser Stelle Pflicht gewesen, um ein Höchstmaß an gestalterischer Qualität an diesem Ort  zu gewährleisten. Weiteres sehen wir die Installation eines unabhängigen Planungs- und Gestaltungsbeirats als wesentlich in der Stadt Klagenfurt an und haben hierfür umfangreiche Vorarbeiten und Strategiegespräche bereits geführt. Es gilt hier dieses Bekenntnis für Qualität gemeinsam politisch zu tragen und ein Budget für eine fachliche Begleitung von Bauvorhaben in der Stadt dringend bereitzustellen. Positivbeispiele wie eine mit Klagenfurt vergleichbare Stadt, nämlich Innsbruck gibt es bereits und auch ein namhaftes und mehrfach ausgezeichnetes Gremium in Velden könnte beispielgebend sein.

Es ist unsere Ansicht, dass es ohne einen Planungs- und Gestaltungsbeirat für die Stadtentwicklung so nicht weitergehen darf“, wiederholt der Grüne Gemeinderat eine langjährige Forderung der Klagenfurter Grünen GemeinderätInnen. „Und mit dem Schutz der Fassaden allein ist es auch nicht getan. Es ist schon sehr viel mehr an historischer städtebaulicher Qualität, die wir alle so sehr an unserer Stadt schätzen dem Erneuerungswahn geopfert worden“, fügt Molitschnig hinzu „was andernorts stolz gehegt oder gar als Welt-Kulturerbe erklärt wird.“ Beispiel hierfür ist das sich in Abriss befindende Neuner Areal. Eine vergleichbare große und hochwertigste Bausubstanz ist in ganz Österreich nicht mehr vorhanden, unwiederbringlich und könnte auch ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt sein. Andere Städte sind sich der Kraft solcher Orte als ein Motor für die Stadtentwicklung weitestgehend bewusst. (Panzerhalle Salzburg, Gusswerkareal Salzburg, Butcher Distrikt Kopenhagen u.v.m.)

„Gerade weil ich Architektur studiert habe ist meine Überzeugung, dass der respektvolle Umgang mit den alten Strukturen und mit ‚grauer Energie‘ ein Qualitätsmerkmal für gute und moderne Architektur darstellt. Darum müssen wir für sämtliche Bautätigkeiten, die an historisch wertvollen Gebäuden gemacht werden, Architektenwettbewerbe zwingend vorschreiben. Es liegt nicht alleine in der Verantwortung der BauwerberInnen. Ich habe dazu bereits umfangreiche Anträge verfasst wie beispielsweise eine Unterstützung von Architekturwettbewerben durch die öffentliche Hand oder eine Stärkung der Fördermittel für altstadterhaltende Maßnahmen. Dabei ist jedoch auch die Stadtpolitik und Verwaltung gefordert. Sie muss hier endlich Visionen entwickeln“, so GR Molitschnig abschließend.

Für eine „richtige“ grüne Welle in Klagenfurt

Gemeinderat DI Elias Molitschnig spricht sich für eine nachhaltige Verkehrspolitik aus. Er fordert die Gleichberechtigung aller VerkehrsteilnehmerInnen in der Stadt anstelle einer Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs.

„Zuerst prägen wir den Raum und dann prägt er uns und unsere Kinder“, stellt Gemeinderat Molitschnig lapidar fest. „Nachhaltige Stadtentwicklung sieht anders aus, als sie bei uns in Klagenfurt praktiziert wird. Nicht nur das Verkehrsreferat, auch manche KlagenfurterInnen sind der fehlgeleiteten Ansicht, dass eine Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs der Wirtschaft zum Vorteil gereicht. Doch Beispiele aus anderen Städten zeigen genau das Gegenteil. Dort wo den Fußgänger- und RadfahrerInnen mehr Raum gegeben wird, siedeln sich auch mehr und qualitativ bessere Geschäfte und Lokale an. Schanigärten neben Durchzugsstraßen will niemand gerne besuchen. Angenehme Atmosphären locken die Menschen in die Stadt zum Bummeln und ‚Shoppen‘.“

„Wenn wir dem aktiven Verkehr (Radfahren, zu Fuß gehen) mehr Aufmerksamkeit und Platz geben, zusätzliches Grün pflanzen, wird sich der Störfaktor Auto ganz von selbst auf ein, für die Stadt, erträgliches Maß reduzieren“, ist Elias Molitschnig überzeugt und betont: „Der Mensch ist von Natur aus vernunftbegabt und wird, wenn die Attraktivität passt, viel öfter auf das Automobil verzichten und auf Alternativen umsteigen. Damit wird auch die Innenstadt wieder als Wohnsitz interessanter. Auch der Wert der Innenstadt-Immobilien steigt im Verhältnis zur Lebensqualität.“

Die Forderung nach einer grünen Welle für die Zufahrtsstraßen ist momentan in den Medien. Dazu hat der Grüne Gemeinderat eine viel weiter gehende Vision: „Die grüne Welle die ich mir vorstelle ist, die Ampelanlagen in der Innenstadt gänzlich abzuschalten und zu entfernen. Die Begegnungszone Neuer Platz zeigt eindrücklich, wie sich passiver und aktiver Verkehr im öffentlichen Raum aufeinander einstellen. Die Verantwortung wird wieder den Menschen zurückgegeben. Gegenseitiger Respekt und das ‚Auf-einander-Rücksicht-Nehmen‘ gewinnen wieder Oberhand. Das ist nachhaltige Stadtentwicklung die ein lebendiges, sicheres und gesundes Klagenfurt zum Ziel haben muss!“

Verkauf Benediktinerschule – eine, zumindest transparente, Fehlentscheidung!

Die Grünen GemeinderätInnen sehen die Abwicklung des Verkaufsprozesses, die Benediktinerschule betreffend, als positiv und transparent. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die Entscheidung, das Gebäude an einen Privaten zu verkaufen, grundsätzlich ein Fehler ist, den die Stadt begeht. Sämtliche Vorschläge für eine Entwicklung des historisch wertvollen Gebäudes in öffentlicher Hand wurden von den anderen Parteien ignoriert.

„Wir befürworten, dass es bei dem Verkauf der Benediktinerschule zu einem Ausschreibungsverfahren, genauer gesagt, zu einem geordneten Bieterverfahren gekommen ist“, stellt Stadtrat Frank Frey fest und fügt hinzu: „Die Proteste aus den Reihen der Grünen haben maßgeblich dazu beigetragen. Auch werden wir durch die Transparentmachung der Veräußerung einen etwas höherer Verkaufserlös erzielen, - ein kleiner Vorteil für die Stadtfinanzen. Trotzdem möchte ich betonen, dass der Verkauf der Benediktinerschule, aus grüner Sicht, ein Fehler ist. In einer Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Leider ist es uns nicht gelungen, die Sinne unserer politischen MitbewerberInnen für die Bestanderhaltung zu schärfen. Das schnelle, durch den Verkauf lukrierte, Geld übt mehr Reiz auf sie aus, als die Weitsicht und die Wertigkeit der Bestandserhaltung.“

„Immerhin ist durch die, uns bekanntgemachten, Details des Entwicklungskonzepts für die Benediktinerschule dem Käufer auch eine Verpflichtung auferlegt, dass das Gebäude revitalisiert wird. Man könnte sagen, durch das geordnete Bieterverfahren ist ein gewisses Maß an Qualität in die vorgelegten Nachnutzungskonzepte eingeflossen. Und das war beim ursprünglich versuchten ‚Schnell-Schnell-Verkauf‘ keineswegs der Fall“, betont Gemeinderat Elias Molitschnig. Er zeigt sich jedoch von der grundsätzlichen Herangehensweise der Stadt Klagenfurt an stadtplanerische Projekte mehr als enttäuscht: „Es kommen architektonische ‚Patentrezepte’ aus dem vergangenen Jahrtausend zur Anwendung. Alter Baubestand wird viel zu selten in neue Strukturen mit eingebunden, meist wird der Abrissbirne der Vorzug gegeben. Leider fehlt vielen Verantwortlichen der Weitblick und/oder der Mut für moderne Stadtplanung.“

„Im Konzept, das von der ExpertInnengruppe als bestes bewertet wurde, werden ein Budgethotel, Gastronomiebetriebe und andere Geschäftsflächen projektiert. Nebenbei soll auch noch Wohnraum geschaffen werden. Für uns Grüne wäre es wichtig, dass dies ‚leistbarer‘ Wohnraum wird, mit attraktiven Mieten für junge Menschen“, gibt Gemeinderätin Andrea Wulz zu bedenken. „Die City braucht dringend eine Verjüngung der Mieterschaft. Nur dann entwickelt sich öffentliches Leben wie wir es in Laibach oder Graz beobachten können. Wenn es jedoch hochpreisige Anlegerobjekte werden, dann vergreist die demographische Struktur innerhalb des Ringes noch weiter.“

„Ich bin nach wie vor gegen den Verkauf der Benediktinerschule, das ist Verschleudern von Familiensilber“, ist Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann erzürnt. „Die EntscheidungsträgerInnen haben keine einzige meiner eingebrachten Ideen ernsthaft in Erwägung gezogen. Ich hatte vorgeschlagen die Schule in ein ‚Haus der Begegnung‘ mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum umzugestalten. Den ideellen Wert eines Gebäudes zu erhalten in dem viele Generationen die Schulbank drückten und das 140 Jahre lang der Bildung diente, - diesen Wert zu verstehen und zu bewahren ist eine Gabe, die eben nicht allen PolitikerInnen gegeben scheint. Die Stadtpolitik muss den ImmobilienentwicklerInnen den Weg vorschreiben. Manchmal denke ich mir: in Klagenfurt läuft es genau anders rum“, zieht Schmid-Tarmann ihre Schlüsse aus den jüngsten Entwicklungen.

„Es ist nicht zuletzt die Aufgabe der Grünen im Gemeinderat ein wachsames Auge auf die Umsetzung des Konzeptes der zukünftigen EigentümerInnen zu richten“, fügt Gemeinderätin Margit Motschiunig hinzu und weiß:  „Die Stadt hat schon viele Bauvorhaben gesehen, die sich im Laufe ihres Fortschreitens immer mehr vom ursprünglichen Plan entfernten. Angeblich sollen diese Bedingungen im Vertrag festgehalten werden. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser, kann ich da nur sagen.“

Diese Stadtentwicklung ist eine ökologische Sackgasse

Klagenfurt (23.10.2018) - „Das grundsätzliche Problem der Stadtentwicklung in Klagenfurt ist ein Bewusstseinsproblem, eine falsche und rückgewandte Haltung in der Politik und bei den Entscheidungsträgern. Wir müssen dringend die technischen 60er Jahre hinter uns lassen, in denen alles dem Automobil und der sogenannten ‚Stadterneuerung‘ untergeordnet wurde. In diesem Zusammenhang wurden viele hochwertige historische Stadtteile sowie wesentliche Grün- und Auanlagen zerstört, um für den Verkehr und die Autos Platz zu machen“, stellt GR Elias Molitschnig fest.

Und er fasst die Schieflage wie folgt zusammen:

Bei den jüngsten Beispielen der Hochwasserschutz Projekte wird die Setzung der falschen Hierarchien ersichtlich. Mit dem Vorwand – dringenden Wohnraum schaffen zu müssen wird wiederum die Natur und der Flussraum zurück gedrängt, anstelle einer naturnahen Lösung bei dem Wasser und Wohnen Hand in Hand gehen. Dazu gibt es wunderbare Beispiele in Holland, Belgien und den skandinavischen Nachbarländern. Dort wurde längst erkannt, dass es eine hohe Qualität ist, am Wasser zu leben wenn die Rahmenbedingungen richtig gesetzt werden. Bei uns in Klagenfurt wird leider immer noch die technische Lösung der räumlichen vorgezogen —  und das ist völlig falsch. Der bestehende Naturraum und der Lebensraum in der Stadt müssen hier den Vorzug erhalten und die geplanten technischen Maßnahmen müssen sich in einer Gesamtentwicklung unterordnen, um nicht die vorhandenen Qualitäten dieser wichtigen Naherholungsräume nachhaltig zu schädigen.

Die übergeordneten und zusammenhängenden Park- und Grünräume sind es, die in dieser Stadt die wesentlichen Raumqualitäten bilden und ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität sind. Es ist einzigartig wie in Klagenfurt Naturraum auf Stadtraum trifft. Diese Qualitäten sind unsere lebendigen Ressourcen und wir dürfen uns nicht unsere Lebensgrundlage zerstören, denn sie ist unser höchstes Gut und der wesentliche Teil denn die Klagenfurter Bevölkerung als Grund angibt warum sie Klagenfurt als ihren Lebensmittelpunkt gewählt haben! Wenn wir das also ernst nehmen, dürfen wir diese bestehenden Qualitäten nicht verschlechtern sondern müssen Gutes bewahren – weniger Gutes verbessern und hochwertiges Neues schaffen das diesem Umfeld gerecht wird.

Zum Thema Hochwasserschutz Glanfurt wäre es wünschenswert aus der Sicht des Flusses zu denken und wieder mehr Raum für Natur und Erholung bereitzustellen. Die Hochwassergefahr lässt sich nicht mit einer Vergrößerung des Abfließvolumens allein bändigen, sondern großzügige Retentionsflächen müssen Teil der Planung sein.

„Der vertiefte, verbreiterte Flusslauf wird, wie ich von Experten erfahren konnte, keine Entlastung der Gebiete in Waidmannsdorf und in der UNI-Gegend bringen. Der Grundwasserspiegel ist unabhängig vom Fassungsvermögen der Glanfurt. Den betroffenen Menschen in diesen Gebieten sollte hier reiner Wein eingeschenkt und nicht falsche Hoffnungen gemacht werden“, ist Molitschnig überzeugt.

„Die Nordöffnung der Keltenstraße wird eine allmorgendliche Verkehrslawine für die AnrainerInnen der Siebenhügelstraße bedeuten. Die BürgerInnen von Waidmannsdorf wurden in den Entscheidungsprozess nicht miteinbezogen, obwohl sie es sind, die die zusätzlichen Staus, Lärm-, Abgas- und Feinstaubbelastung werden ertragen müssen“, bringt der grüne Gemeinderat ins Spiel und sieht eine Verbindung zwischen der Nichtachtung der Naturgegebenheiten und der Ignoranz gegenüber den BürgerInnen in der gegenwärtigen Entwicklung.

„Wir haben die Flächen der Flüsse sowieso schon bis zum Geht-nicht-mehr beschnitten in den 60er Jahren. Stadtentwicklung wird nur in den Kategorien Wohnburgen, Parkplätze und freie Fahrt für Verbrennungsmotoren gedacht. Das Auto wird in den Mittelpunkt gerückt und Öffis, Radfahrer und Fußgänger an den Rand. Ich bin wirklich verärgert über diese rückwärtsgewandte, lobbygetriebene Politik und wünsche mir drei Dinge:

  1. Der Natur ihren Raum geben. Mehr Wertigkeit für die Umwelt in den generellen Überlegungen. Die Stadtentwicklung ist gefordert, sich nach diesen Rahmenbedingungen zu richten.
  2. Den nachhaltigen und umweltschonenden Fortbewegungsformen sind die dafür nötigen Wege und Vorränge einzuräumen.
  3. Dem Menschen ist ein lebenswertes Umfeld zu erhalten und zu gestalten.

Wir müssen uns vorerst die bestehenden Flächenpotentiale widmen und keine Neuwidmungen außerhalb mehr vorsehen. Das wäre wirklich wirtschaftlich und nachhaltig! Es braucht kein neues Bauland auf noch unversiegelten Flächen mehr!“, gibt GR Elias Molitschnig den MandatarInnen in der Stadtpolitik zum Nachdenken mit.

Neuner-Areal: eine grosse Chance für die Stadtentwicklung

GR DI Elias Molitschnig sieht in der Entwicklung und Neu-/Umgestaltung des Neuner-Areals eine architektonische Jahrhundertchance für Klagenfurt. Stadt muss weiter in die Zukunft gedacht werden. Reine „Schlaf-Siedlungen“ und Geschichtsauslöschung mit der Abrissbirne sind keine Optionen für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik.

„Die Stadtplaner stehen vor einer reizvollen, aber auch schwierigen Aufgabe“, stellt GR Elias Molitschnig fest. „ein historischer Ort, eine Besonderheit Klagenfurts,  das Areal der ehemaligen Lederfabrik Neuner, gilt es bestmöglich behutsam weiterzuentwickeln und mit Neuem zu verbinden. Die Stadt Klagenfurt hat, im Jahre ihres 500er Jubiläums, eine Jahrhundertchance, sich in die Architekturgeschichtsbücher Europas einzutragen. Ähnlich der ‚Butcher Area‘ (Kødbyen) Kopenhagens und dem Nordhavn-Viertel kann auch auf diesem, mehr als 6 Hektar großen, Areal ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Büros, Geschäften und Lokalitäten entstehen, der sich auch weiterhin als Besonderheit in diesem Stadtteil behaupten kann!“

„Hier ist Mut gefragt, von den Verantwortlichen und von den Stadtplanern“, so Molitschnig weiter „sonst droht uns wieder ein reiner Wohnpark mit dem die Identität des Ortes vollkommen ausgelöscht wird. Gesichtslose Wohnbauten formen keine Stadt, ein Beweis dafür sind diverse Neubauten. Reine Monostrukturen im privaten und gemeinnützigen Wohnbau sollen tunlichst vermieden und durch verschiedene Wohn- und Dienstleistungsnutzungen abgelöst werden. Speziell Erdgeschoßzonen sollen im direkten Übergang zum öffentlichen Raum mit Gemeinschafts-, Handels- und Dienstleistungsangeboten belebt werden. Die Stadt ist  weiterzudenken - was werden wir dort in Zukunft brauchen, wie kann die vorhandene, besondere Baustruktur weitergedacht werden? Welche Besonderheiten gibt es darüber hinaus?“

Beim Neuner-Areal würde sich die Einbindung des Glan-Flusses und Ausweitung in den Park im Norden der Liegenschaft anbieten. Welche Rahmenbedingungen muss die Stadt vorgeben damit ein abwechslungsreicher Stadtteil mit Aufenthaltsqualitäten entsteht? Welche Anreize von Seiten der Stadt braucht es, damit der Eigentümer mehr vom Bestand der Lederfabrik in seine zukünftigen Überlegungen aufnimmt?

„Flächenwidmungs- und Bebauungsplan sind kein Freibrief für sämtliche Bebauungen, vielmehr sind sie ein wichtiges Steuerungsinstrument und sollen mit Bedacht auf das Gemeinwohl verhandelt und beschlossen werden“, konstatiert Molitschnig. „Ebenso dürfen, im Planungsverfahren, keinesfalls Teile der Liegenschaft separat behandelt werden, hier gilt es die gesamte Fläche im Rahmen eines mehrstufigen städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens zu entwickeln und in Abstimmung mit den Besitzern der Liegenschaft müssen ideale Rahmenbedingungen geknüpft werden. Und die Stadt ist verpflichtet, den bereits im Stadtentwicklungskonzept 2020 beschlossenen Gestaltungsbeirat einzuberufen!1

„Am Beginn meiner Amtszeit habe ich, als ersten Schritt, die Umweltabteilung der Stadt in Abstimmung mit der des Landes die weiteren Schritte prüfen lassen. Die, wie die Ergebnisse zeigten, notwendige Sanierung, mit der heuer begonnen wird, ist die Voraussetzung für die Neuplanung des Stadtteils. Wir können es als grünen Erfolg werten, dass hier endlich was weitergeht.“ stimmt Frank Frey zu. „Nicht nur weil es in mein Ressort fällt, bin ich ein Beschützer des Grünraums in der Stadt. Die Erhaltung des Raumes zwischen den Gebäuden ist genauso wichtig, wie die Schaffung von neuen Wohn- und Geschäftsflächen.“

1 Auszug STEK 2020: „Zur Sicherstellung hochwertiger städtebaulicher Konzepte und qualitativer Architektur sollen größere Bauvorhaben künftig von einer unabhängigen Expertengruppe geprüft werden. Seitens der Stadtplanung und der Baurechtsabteilung sind hierfür entsprechende Verfahrensbestimmungen zu entwickeln.“

Intelligente Stadtentwicklung kann den Folgen von Unwettern vorbeugen

GR DI Elias Molitschnig sieht einen Zusammenhang zwischen den Folgen der Unwetter und der Art und Weise wie Stadtentwicklung und -planung heute noch betrieben wird. Er stellt die Nutzung und Revitalisierung von bereits aufgeschlossenen Flächen den Neuwidmungen gegenüber und kommt zu dem Schluss, dass leider zu oft die Natur, die Menschen und auch die Stadt als sozialer Lebensraum für die Wirtschaft geopfert werden.

Sintflutartige Regengüsse und Unwetter, wie sie in der letzten Zeit immer häufiger werden, stellen die Städteplaner vor neue Aufgaben. „Aber sind diese Probleme wirklich so neu? Oder haben die Verantwortlichen diesen Aspekt nur zu oft anderen Bestrebungen geopfert?“ fragt sich GR Elias Molitschnig, stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt Klagenfurt. „Es werden immer wieder mit dem Totschlagargument des wirtschaftlichen Interesses, alle Bedenken im Sinne des Umweltschutzes und auch stadtplanerische Zielsetzungen kurzerhand ausgehebelt. Aus dem Leitbild der Stadt geht klar hervor, dass die Lebensqualität von Klagenfurt das, von der Bevölkerung, höchst geschätzte Gut ist. Ich vermisse oft das klare Bekenntnis zu diesem Leitbildgedanken, bei Entscheidungen in den politischen Gremien der Stadt.“

Aus Molitschnigs Sicht müsste es in der Stadtplanung einen Paradigmenwechsel geben. „Innenentwicklung soll vor Außenentwicklung gestellt werden, d.h. bereits aufgeschlossene Flächen und Industriebrachen sind als bevorzugtes Gelände zu betrachten, bevor man sich entschließt Neuwidmungen durchzuführen.“ spezifiziert Molitschnig und bekräftigt seinen persönlichen Zugang zum Thema Stadtentwicklung. „Normalerweise sollten immer die unwiederbringlichen Dinge die oberste Priorität haben, Naturschätze, Landschaft, historische und für das Selbstverständnis einer Stadt wichtige Bauten. Das alles macht die eigentliche Lebensqualität eines Siedlungsraumes aus. Und dem sind alle anderen Interessen unterzuordnen. So sehen es leider nur die wenigsten. Was herauskommt wenn man der Natur nicht mit Respekt begegnet, offenbart sich dann als über die Ufer getretene Flüsse und, im urbanen Gebiet, überschwemmte Keller und Grundstücke. Alles Zeichen unbedarfter Stadtentwicklung. Beim Thema Hochwasserschutz wird immer noch zu sehr auf rein technische Umsetzungen vertraut. Die, nicht zielführende, Begradigungen von Flussläufen kann nur von einer intelligenten, naturnahen Gestaltung dieser Lebensräume abgelöst werden, um nachhaltig eine Verbesserung der Maßnahmen des Hochwasserschutzes zu bewirken.“

„Vieles, von dem was in Vergangenheit falsch gemacht wurde, können wir natürlich nicht ausmerzen, aber wir können Lebensqualität erhalten, verbessern und Fehler dort beheben wo es uns möglich ist“, so Molitschnig weiter. „Eine große Chance steckt im Areal der ehemaligen Lederfabrik Neuner. Die ca. 6,5ha große Fläche wird eben von den Altlasten befreit und es ist hoch an der Zeit sich folgende Fragen zu stellen: Wie wird dieses Gebiet wieder zu einem Teil der Stadt? Wie wollen wir das Gebiet zu einem lebendigen Stadtteil entwickeln, fern der Art typischer Wohnburgen ohne jeglichen Raum für soziale Interaktion? Welche Teile der vorhandenen Industriearchitektur können und müssen wir erhalten, um die Identität dieses Ortes auch für unsere Nachkommen erlebbar zu machen?“ Oftmals entscheiden sich Planer, in der Überzeugung Neubau sei billiger als Altbausanierung, für den Abriss von reizvollen „Baudenkmälern“ ohne zu berücksichtigen wieviel „graue Energie1“ in dem Bestand bereits enthalten ist. Im Sinne des Klimaschutzes zählt diese sehr wohl mit zum ökologischen Fussabdruck.“

„Wir finden in Klagenfurt leider immer wieder Beispiele, wie achtlos mit prägenden Bauten umgegangen wird. Eines ist die Schleifung des, als „Mauthner Markhof Areal“ bekannten, Gebäudeensembles im Stadtteil Fischl. Was die wenigsten wissen, nach Siegmund Fischl, dem ursprünglichen Gründer und Fabriksbesitzer, ist der Stadtteil benannt. Da hätte man sicher sensibler vorgehen können.“

„Es wird Zeit, dass sich eine ganzheitliche Sicht in den Bereichen Stadtentwicklung und -planung durchsetzt, denn jede Veränderung im Lebensraum, jeder Neubau, stellt einen Eingriff in die Natur, in das Leben der BewohnerInnen, in die Stadt und ihre Geschichte dar. Veränderungen sind dann nachhaltig, wenn durch sie ein Mehrwert für alle Beteiligten entsteht“, so Molitschnig abschließend.

1 Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Dabei werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt und der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse addiert. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Energie)

Endlich: Grünes Licht für Aufwertung von Viktring

Die Grünen freuen sich über das Bestreben der Reformpartner, Viktring einen Ortskern zu geben. Hierfür wurden bereits zahlreiche Grüne Vorschläge zur Aufwertung des wachsenden Stadtteils gemacht, die nun bei den Planungen berücksichtigt werden sollten. Wichtig ist den Grünen die aktive Einbindung der Bevölkerung, eine umfassende Stadtteilentwicklung für das Gemeinwohl, eine Veranstaltungs-Mehrzweckhalle für die Jugend und Gemeinschaftsgärten.

„Viele Jahre wurde Viktring von der Politik vernachlässigt“, erinnert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, die in regelmäßigen Abständen Anträge und Anfragen zur Aufwertung des rasch wachsenden Stadtteils eingebracht hat. „Ob die Sanierung des maroden Gemeindezentrums, in dem nur noch drei Veranstaltungen pro Jahr zugelassen werden, die Nachnutzung des ehemaligen Freizeitzentrums Atrium, das sich nun schon seit über drei Jahren im Besitz der Landeshauptstadt befindet und ungenutzt brach liegt, oder die Schaffung von Freizeitmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen – immer wieder haben die Grünen den großen Handlungsbedarf in Viktring, gerade was einen attraktiven Treffpunkt für die Jugend betrifft*, thematisiert“, so Schmid-Tarmann, die von Parteikollegen Gemeinderat Elias Molitschnig unterstützt wird: „Viktring benötigt identitätsstiftende Orte der Gemeinsamkeit, eine stärkere Belebung des Grünraums und ein Zentrum.“ Dafür soll, unter Einbindung der BürgerInnen, ein detailliertes Entwicklungskonzept in Form eines kooperativen Planungsverfahrens erarbeitet werden, so Molitschnig. „Um die Verkehrsproblematik in Viktring in den Griff zu bekommen und die Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern, soll die Platzgestaltung über die bestehende Fahrbahn erfolgen und somit als „Verkehrsbremse“ für den Individualverkehr fungieren.“

„Wir freuen uns sehr, dass nun auch unsere Koalitionspartner die Dringlichkeit des Themas erkannt haben und ein Gesamtkonzept ausarbeiten möchten“, freuen sich Schmid-Tarmann und Molitschnig unisono. Dass das alte Atrium abgerissen und einem neuen, großen Platz weichen soll, ist für die Grünen ein logischer Schritt: „Natürlich wäre es schön, den 1.800 Quadratmeter großen, unterirdischen Komplex wieder als Indoor-Freizeiteinrichtung wieder zu beleben, doch die Sanierungskosten sind einfach zu hoch“, so Schmid-Tarmann, die allerdings zu bedenken gibt, dass das Gemeindezentrum, auch nach einer Sanierung, nicht alle Bedürfnisse aus der Bevölkerung abdecken kann.

„Aus meiner Sicht braucht es zusätzlich noch eine Veranstaltungs-Mehrzweckhalle“, denkt die Mandatarin an die Jugend. „Nahe der Keltenstraße, gegenüber der Kleingartenanlage, verfügt die Stadt Klagenfurt über ein sieben Hektar großes, für eine Freizeitanlage gewidmetes Grundstück. Dass dort ein Gemeinschaftsgarten entstehen soll, ist bereits beschlossen. Außerdem liegt seit 2003 ein fix-fertiger Entwurf für eine Freizeitanlage** auf diesem Areal in der Schublade, der auf seine Umsetzung wartet“, erinnert Schmid-Tarmann.

Molitschnig betont nochmals die Einbindung der BürgerInnen: „Die zuständigen Abteilungen sollen einen BürgerInnenbeteiligungsprozess in die Wege leiten und basierend auf den Ergebnissen Lösungsvorschläge zur Stadtteilentwicklung erarbeiten. Diese sollen dann nach Rücksprache mit den zuständigen Ausschüssen und Gremien die Grundlage für einen Architekturwettbewerb bilden.“

Anhang:
Anfrage 12-2017 Atrium - Juni II - EST
Antrag 003-2017 - Freizeitpark Viktring - 2.2.17 - EST
Antrag 007-2017 - Stadtteilent. Viktring - 2.2.17 - EM
'Antrag 009-2015 Stadtquartiere der Zukunft 23.06.2015-Elias
Antrag 035-2016 - GZ Viktring - 20.9.2016 - EST

Infos:

* In Viktring war das Leben für Junge noch vor wenigen Jahren attraktiver: Es gab das Sport- und Freizeitzentrum „Atrium“, im Gemeindezentrum fanden Bälle und Veranstaltungen statt und es gab noch den „Marhof“ (gegenüber dem Stiftgymnasium), der ein beliebtes Veranstaltungszentrum und Treffpunkt der Jugend war. Der „Marhof“ musste einem Wohnkomplex weichen, was ein großer Verlust für die Jugendlichen darstellte. Das „Atrium“ ging in Konkurs, nach einem langjährigen Rechtsstreit ersteigerte schließlich die Landeshauptstadt Klagenfurt den Gebäudekomplex. Ein gefordertes Jugendzentrum scheiterte an Protesten der AnwohnerInnen.

** „Der damalige Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer hat bereits damals die Errichtung eines Freizeitparks für den bevölkerungsreichen Stadtteil Viktring angekündigt. Mit Landschaftsplanerin DI Lilli Licka hat der damalige Stadtgartenreferent den BewohnerInnen in zwei Bürgerversammlungen ein Rohkonzept präsentiert, das sehr gut angekommen ist. Es waren Bereiche für Skaten, Volleyball, eine große Wiese und Ruhezonen geplant – auch der Kehrbach sollte integriert werden. Bis 2006 hätte die Anlage um ca. 700.000 Euro etappenweise umgesetzt werden sollen“, so Schmid-Tarmann, die an Bürgermeisterin Mathiaschitz appelliert, ein solches Projekt für die Kinder und Jugendlichen in Viktring zu unterstützen. „Die geschätzten Kosten betragen nur in etwa das Doppelte der Summe von 300.000 Euro, die 2016 für einen Kunstrasen am Fußballplatz in Welzenegg aufgebracht wurden“, merkt die Mandatarin an. „Ein Freizeit- und Erholungspark wäre eine enorme Aufwertung für den Stadtteil und die Lebensqualität der Viktringer Bevölkerung. Es geht um Bewegung, Fitness, Kommunikation und Erholung im Grünen – für Jung und Alt.

Vorrang für FußgängerInnen und RadfahrerInnen

GR Elias Molitschnig freut sich über die Umsetzung seines Antrages in der Waidmannsdorfer Straße. Die bestehende Brücke über die Glanfurt wird für RadfahrerInnen und FußgängerInnen verbreitert. In einem aktuellen Antrag schlägt Molitschnig vor, bei technischen Infrastrukturmaßnahmen verstärkt auch auf die räumliche Qualität zu achten.

In der Gemeinderatssitzung vom 3. Oktober wurde die  Verbreiterung der bestehenden Brücke über die Glanfurt (auf Höhe Ponderosa) um einen Fuß- und Radweg einstimmig beschlossen. „Es freut mich sehr, dass für die RadfahrerInnen und FußgängerInnen eine Lösung gefunden wurde. Durch die Verbreiterung der Brücke wird die Einsehbarkeit verbessert und ein gefahrloses Überqueren der Waidmannnsdorfer Straße ermöglicht“, so Molitschnig, der in seinem Antrag (siehe Anhang) auf die zum Teil sehr gefährlichen Verkehrssituationen an besagter Stelle hingewiesen und eine Entschärfung der Kreuzung gefordert hat. „Die RadfahrerInnen und FußgängerInnen bekommen nun Vorrang gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Wir Grüne setzen uns für Lückenschlüsse bei Radwegen und sanfte Wegeverbindungen ein.“

In der letzten Gemeinderatssitzung* verwies Molitschnig auch auf seinen aktuellen Antrag (siehe Anhang), in dem er fordert, dass die Stadt nicht nur im Hochbau, sondern auch bei technischen Infrastrukturmaßnahmen räumlich und landschafts-gestalterisch sensibel vorgehen soll. Bei Projekten im Tiefbau, bei Brückenbauten, Leitungsüberführungen von Flüssen, Ampelanlagen, Kanalwartungsschächten u.v.m. solle nicht nur auf die Erfüllung technischer Anforderungen geachtet werden, sondern auch auf eine entsprechende räumliche Qualität bzw. Ästhetik.

GemeinderatsTV: Die Wortmeldung von GR Elias Molitschnig

2 Anträge:

-      „FußgängerInnen- und RadfahrerInnen-Übergang Ecke Waidmannsdorfer Straße/Sattnitzradweg (Ponderosa), 2. Februar 2017

-      „Räumliche Qualität technischer Infrastruktur heben“, 3. Oktober 2017