Grüne Klagenfurt

Benediktinerschule – Warum Verkauf, wenn es auch bessere Varianten gibt?

GRin Evelyn Schmid-Tarmann kämpft weiter für die Erhaltung von Allgemeingut und gegen das Verscherbeln von Immobilien die uns allen gehören. Ist es ein Kampf gegen die Windmühlen des Privatisierungswahns?

„Ein Verscherbeln von öffentlichem Gut ist wirklich das Allerletzte! Dieses wertvolle Innenstadtgrundstück mit der denkmalgeschützten Benediktinerschule muss für nachfolgende Generationen erhalten bleiben!“ fordert Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. „Sollten Zubauten angedacht werden, ist lediglich die Einräumung eines Baurechts akzeptabel. Kirchen, Kammern, Länder, Städte und Gemeinden vergeben immer mehr Baurechte und Superädifikate*. Die Vorteile liegen für die öffentliche Hand klar darin, dass Grund und Boden nicht verkauft, sondern  z.B. auf 99 Jahre - eben mit einem Baurecht - verpachtet wird. Darüber hinaus werden durch den monatlichen Baurechtszins ständige Einnahmen lukriert.

Der Vorteil für Baurechtsnehmer liegt darin, dass das Geld statt in den Grundstückskauf gleich in die Errichtung der Immobilie investiert werden kann,“ betont die Grüne Wirtschaftssprecherin und versteht so manches nicht: „Warum wie beim Flughafen diese Eile? Warum wieder ein Verkauf ohne Not? Und warum ist gerade in Klagenfurt ein Baurecht kein Thema? Will man wieder einen Unternehmer begünstigen statt auf die Stadt und ihre Zukunft zu schauen?“

Sie stellt auch den kolportierten Schätzwert der Benediktinerschule von rund 1,6 Millionen Euro in Frage. „Aufgrund welcher Fakten konnte diese offensichtliche Unterbewertung zustandekommen? Wahrscheinlich ist man von der Annahme ausgegangen, dass nur eine Aushöhlung des Gebäudes bis auf die denkmalgeschützte Fassade ein profitabler Weg wäre, das Gebäude einer Nachnutzung als Büro- oder Wohnobjekt zuzuführen“, überlegt sie weiter.

„Diese Liegenschaft ist wegen ihrer zentralen Lage am Benediktinermarkt im Herzen von Klagenfurt goldeswert. Es muss das Bestreben der Stadt sein, dieses Gebäude für die BürgerInnen zu erhalten. Ich sage nochmals: Die Stadt ist moralisch dazu verpflichtet, ihr prächtiges Gebäude selbst weiter öffentlich zu nutzen. Ich habe schon ein Haus der Begegnung mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum vorgeschlagen. Auch ein öffentlich ausgeschriebener Ideenwettbewerb für die mögliche Nachnutzung wäre anzudenken und würde die Identifikation der KlagenfurterInnen mit ihrem ‚Eigentum’ fördern“, führt die grüne Gemeinderätin ihre Argumentation fort und gibt zu bedenken, dass Organisationen wie der KTV (der Klagenfurter Turnverein feierte 2012 sein 150jähriges Bestandsjubiläum und ist damit einer der ältesten Sportvereine der Stadt), viele Schulen (VS, NMS, Waldorfschule, VHS, Schule für künstlerischen und zeitgenössischen Tanz), andere Vereine und etliche Chöre die beiden bestausgestatteten Turnsäle für ihre Aktivitäten nutzen.

„Die Turnsäle sind unter der Woche von morgens bis 22 Uhr‚ ausgebucht‘“, stellt sie fest. „Wir  wollen die Turnsäle erhalten. Solange für diese, für unsere Gesellschaft so wichtigen, Interessengruppen kein adäquater, zentral gelegener und damit gut erreichbarer Ersatz gefunden ist, wird es auch für einen Abriss der Gebäudeteile von uns Grünen kein Einverständnis geben und Punkt.“

* Bei einem Superädifikat handelt es sich um ein Gebäude, welches gemäß § 435 ABGB auf fremden Grund mit der Absicht errichtet wird, dass dieses dort nicht stets verbleiben soll. Im Unterschied zum Baurecht handelt es sich bei einem Superädifikat um eine bewegliche Sache.

Drohender Verkauf der denkmalgeschützten Benediktinerschule im Herzen von Klagenfurt zeugt von verantwortungslosem Umgang mit öffentlichem Gut.

Dieses strategisch so wichtige Gebäude direkt am Benediktinermarkt soll nach den Vorstellungen von GRin Schmid-Tarmann ein öffentliches „Haus der Begegnung“ werden. Eine weitere Privatimmobilie am Markt sieht sie als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung.

„Es ist nicht zu fassen! Das hartnäckige Gerücht bewahrheitet sich nun, dass der Industrielle Robert Kanduth den „Sandwirth“ nun durch den Kauf der denkmalgeschützten Benediktinerschule erweitern möchte!“ ist Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann empört. Die Schließung der Benediktinerschule in zwei Jahren ist fix, der Grundsatzbeschluss zum Verkauf soll am 10.Juli im Stadtsenat fallen. Ihr jahrelanger Widerstand sowie die Vorschläge der Grünen Kultur- und Wirtschaftssprecherin zur optimalen, öffentlichen Nutzung stießen - wie so oft - auf taube Ohren.

Die Mandatarin kritisiert scharf das Verscherbeln von öffentlichem Gut: „Diese Liegenschaft ist wegen ihrer zentralen Lage am Benediktinermarkt im Herzen von Klagenfurt goldeswert. Es muss das Bestreben der Stadt sein, dieses Gebäude für die BürgerInnen zu erhalten und den Markt durch ein „Haus der Begegnung“ zu beleben und aufzuwerten. Ich sage nochmals: Die Stadt ist moralisch dazu verpflichtet, ihr prächtiges Gebäude selbst weiter öffentlich zu nutzen. Ich schlage also ein Haus der Begegnung mit einer Stadtbibliothek, Mediathek, Vortragssälen und dem lange geplanten Stadtmuseum vor.  Einen Verkauf sehe ich als Bankrotterklärung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung. Die Benediktinerschule wäre für alle Zeit verloren für die Stadt! Vielmehr noch regt sich mein Verdacht, dass die Politik vor den Investoren in deren Wettstreit um die Gustostückerln unter den Immobilien widerstandslos in die Knie geht.“ Völlig unverständlich ist für sie, dass der Verkauf an den erstbesten Bieter stattfinden soll, ohne vorher die mannigfaltigen Nachnutzungsmöglichkeiten in einem Ideenfindungsprozess zu erarbeiten. „Vielleicht sollten die EntscheidungsträgerInnen die Sitzungsferien im Sommer dazu nutzen, für die dringend fällige Nachprüfung im Fach Stadtentwicklung zu lernen“, schlägt GRin Schmid-Tarmann vor.

„Schützen Sie verantwortungsvoll das Familiensilber der KlagenfurterInnen vor privaten Profitmaximierungs-Vorstellungen!“, richtet GRin Schmid-Tarmann abschließend ihren Appell an Bürgermeisterin Mathiaschitz, den Stadtsenat und die GemeinderätInnen.

Hotel Wörthersee: Jugendherberge statt Spekulationsobjekt

Klagenfurt (04. Juli 2012) Dass die Besitzer von Bordell Freyenthurn und Hotel Wörthersee nun letztlich doch einen Rückzieher machen und das Hotel wieder verkaufen wollen, begrüßt GRin Evelyn Schmid-Tarmann sehr. Denn man hatte  das gesamte historische Interieur entfernt, grobe bauliche Eingriffe vorgenommen und die denkmalgeschützte Bausubstanz dem Verfall Preis gegeben.

„Mit den neuen Besitzern ist der Verfall des renommierten Hauses innerhalb von zwei Jahren enorm vorangeschritten. An mehreren Stellen finden sich großflächige Löcher im Dach, die notdürftig abgehängt wurden und vorher nicht da waren. Es war kaum zu übersehen, dass hier vorsätzlich die Bausubstanz zerstört werden soll, indem man das Dach nicht instand setzte. Der bereits im Juni geäußerte Verdacht der Gemeinderätin, dass den potentiellen Inverstoren die Lust an einer tatsächlichen Renovierung des Hauses vergangen ist, hat sich bestätigt. Die offiziellen Gründe sind zwar nicht bekannt, jedoch braucht man nur Eins und Eins zusammenzählen: Ein wesentlicher Grund ist wohl, dass keine Aussicht bestand, den schmalen Uferstreifen mit Steg als direkten Seezugang zu bekommen,“ beurteilt Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann die Vorgehensweise kritisch. Da fragt man sich, wie eine dreifache Preissteigerung für den Verkauf des Objektes innerhalb von 2 Jahren von den Investoren gerechtfertigt wird. Das Juwel der einzigartigen Wörthersee-Architektur soll einen Investor finden, der ernsthaft an dem Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes interessiert ist und das Objekt gleichzeitig auch für die Allgemeinheit nutzbar bzw. zugänglich macht. Idealerweise indem man hier für junge Leute und junge Familien eine Jugendherberge einrichtet, schlägt Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann vor.